Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1841)
- Date
- 1841-03-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. Jahrgang. Allgemeine No. 18. Zeitnng des Judcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Leipzig. ^Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession) Leipzig, bin 27. März 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. .w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Asien. London, I. März. . (Privatmitth.) Vor Kurdin erschien hier eine Schrift, die einmal wieder die ^cste der zehn Stämme Nachweisen will. Sie lautet: Hie Remnant Found; or tlie place of Israel’s Jüdin g discovered; being a Summary of l’ioofs, slmving that the Jews of Daghistan, the Caspian Sea, ave the Remnant of the then Tribes. The result of personal investigation during . missionary tour of eight months in Georgia, by [ermission of the Russiau_ Government, in the years 1837 and 1838. ßy the Rev. Jacob Samuel, Senior Missionary to the Jews for India, iVrsia and Arabia. 1vol. London, 1841. — Also in Daghistan, am kaspischen Meere, im Gebiete des Kaukasus, sucht der Vers, die Ueberreste der zehn Stämme. Mögen nun seine Gründe in dieser Beziehung mehr oder weniger Beweiskraft haben, er lehrt uns doch Neues über den Zustand dortiger jüdischer, nationalisirter Stämme. Der Vers, ist ein Iudenmisiionär, der früher Jude war, und fein Heil in Indien und Persien versuchte. Es waren namentlich Engländer, die sich von jeher mit der Lösung jenes historischen Räthsels befaßten, und es ging ihnen, wie bei der Frage über die geogra- Phische-Lage des Paradieses, kein Land blieb vor ihnen sicher. Jones fand die zehn Stämme in den Afghanen wieder, Buchanan in den schwarzen und weißen Juden von Bombay und Cochin; Bruce in Abyffinien, Neuere in den rolhen Indianern an der Behringsstraße, und Einige suchten die verlorenen Stämme selbst in Irland auf. Herr Samuel aber kehrt nach Asien zurück, und glaubt ihrer zuverlässig am kaspischen Meere habhaft geworden zu sein. Vor den Einfällen Alexander's, der Römer, Zengis Khan's und Tamerlan's, und endlich der muhamedanischen Eiferer und Eroberer mußten die Reste jener Stämme sich zerstreuen und selbst mannigfach verändern. In die fernen, unzugänglichen Thäler des kaukasischen Gebirgsgebietes hatte sich wahrscheinlich ein Rest Jsrael's zurückgezogen, und ihre ursprünglichen Gebräuche mit der Zähigkeit bewahrt, welche die Juden und Gebirgsbewohner auSzeichnet. Herr Samuel glaubt aber, daß man noch leichter die Juden in Daghistan hätte erkennen können, wenn nicht der Zug Nadir Schah's Viele gezwungen hätte, Mohamedaner zu werden. Der genannte Missionär ging auf besondere Veranlassung des russischen Gesandten, des Herrn Grafen Simoniech, zu Teheran in jene Gegend, indem die russische Regierung vor mehreren Jahren eine Kommission nach Georgien, zur Untersuchung des Charakters und der Verhältnisse der kaukasischen Juden, gesandt hatte, ohne daß ein befriedigendes Resultat erzielt worden, indem die Abgesandten nicht geeignet genug zu diesem Geschäfte gewesen. Als