Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1841)
- Date
- 1841-03-20
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lut während Herr Rother auf seine Verwendung derselben noch allerhöchsten Orks die rohen Materialien dazu zu verschaffen sich bemühte. Die Herrschaft Krojanke war bisher eine Privatbesitzung des hochse. ligen Königs, und ging als Erbschaft auf den Prinzen von Preußen über. — Bromberg, 21. Februar. Im vorigen Jahre sinv wieder zwei jüdische Schulen im hiesigen Regierungsbezirke begründet worden, so daß wir bereits dereü neunzehn besitzen. Berlin, I. März. (Privatmitth.) Die Gesellschaft der Freunde wird den nächsten 29. Januar ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern. Aus der diesjährigen Rede des Vorstehers, Herrn I. Lehmann, heben wir als von allgemeinem Interesse Folgendes hervor. Er erwähnt des Festes, welches die Gesellschaft am 24. Oktober v. I. zur Huldigungsfeier veranstaltet hatte, und an welchem unter Anderen der Oberbürgermeister und der Oberregierungsrath Streck fuß Theil nahmen. Er fährt fort: „Lassen Sie mich zunächst mit Dankbarkeit der Worte gedenken, die der Oberbürgermeister unserer Stadt in diesen Räumen ausgesprochen, denn sie waren ein ehrendes Zeugniß für den Bürgersinn unserer Mitglieder. Sie haben uns in höchster Instanz bestätigt, was in einzelnen Fällen jeder von uns schon erfahren, daß unter den wahrhaft gebildeten christlichen Bürgern Berlins, der geistigen Hauptstadt Deutschlands, die angeerbten Borurtheile gegen ihre jüdischen Mitbürger einem erhebenden Gemeinsinne Platz gemacht, der feine eigene Freiheit, sein eigenes Recht, in der Freiheit und dem Rechte aller derjenigen erkennt und ehrt, die gleiche Pflichten zu tragen haben und gleiche Vaterlandsliebe, gleiche Bürgergesinnung an den Tag legen. Es erhielten aber jene Worte des Bürgerhauptes unserer Stadt eine noch größere Bedeutung dadurch, daß sich ihnen auch ein Mann anschloß, der, eben so hoch stehend durch seine Stellung in der amtlichen wie durch seinen Namen in der literarischen Welt, theoretisch und praktisch Anlaß und Beruf hat, das gegenseitige Verhältniß der christlichen und der jüdischen Staatsbürger zu ermitteln und festzustellen. Herr Geheimer Oberregierungsrath Streckfuß, dessen hier vernommenes Wort gleich würdig des Staatsmannes wie des Biedermannes war, hat, was er damals gesprochen, auch noch in einem bcsondern Schreiben an mich wiederholt, ja sogar verstärkt. Ich glaubte, Ihnen in der heutigen General-Versammlung kaum etwas Angenehmeres, als den Inhalt dieses Schreibens, das sich hauptsächlich auch auf unsere Gesellschaft bezieht, mittheilen zu können, und habe dazu die Erlaubniß des Herrn Verfassers nachgesucht, die mir derselbe mit der Bemerkung ertheilte, daß er keinen Anstand nehmen würde, dasjenige, was er mir geschrieben, gegen Jedermann, wer es auch sei, zu vertreten, und daß er daher auch gegen die Veröffentlichung dieses Schreibens nichts könne einzuwenden haben. Es ist dasselbe eine Erwiederung auf zwei meiner Zuschriften, womit ich dem Herrn G. R. Streckfuß in Bezug auf die Gesellschaft, über die er sich so wohlwollend ausgesprochen-, zuerst einen meiner früheren gedruckten Jahresberichte und alsdann einen Abdruck des am 24. Oktober von mir gehaltenen Vortrags übersandt hatte; es lautet folgendermaßen: Berlin, den 13. November 1840. Mein verehrter Herr! Eine lange und beschwerliche Arbeit hat mich seit der Huldigung so unausgesetzt beschäftigt, daß ich an nichts Anderes habe denken, nicht einmal die wöchentlichen Ministerial-Konferenzen habe besuchen können. Dies möge mich entschuldigen, wenn ich für die an mich gerichteten beiden freundlichen Schreiben und die denselben beigefügten .Reden erst heut Ihnen meinen besten Dank sage. Der Abend, welchen ich neulich in der Gesellschaft der Freunde zugebracht, hat, wie ich Ihnen mit voller Aufrichtigkeit sagen kann, einen sehr angenehmen Eindruck in mir zurückgelassen. Indessen kann ich auch versichern, daß es nicht erst dieses Abends bedurft hat, um mich zu überzeugen, daß es unter den mosaischen Glaubens- - genossen höchst gebildete, edle und wohlgesinnte Männer gebe, die in moralischer und intellektueller Hinsicht mit den besten unter den Christen ganz auf gleicher Höhe stehen. In dieser Hinsicht habe ich daher meinerseits kein Vorurtheil abzulegen gehabt, wie Sie, wenn Sie meine so sehr angefochtene Schrift über die Verhältnisse