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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-03-06 · Heft 10 (6.3.1841) · p. Seite 139

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 10 (6.3.1841)
Date
1841-03-06
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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139 Praeterea ii, qui graeca lingua recitant, Septuaginta interpretuin utentur translatione, quae omnium aecuratissima et ceteris praestantior iudicata est5 propter id maxime, quod circa interpretationem contigit, scilicet quum in Kinos divisi essent et diversis in locis interpretarentur, unam onmes compositionem simul ediderunt. §. I. Ad haec quis non in viris illis etiani iliud admiretur, quod, quum multo antiquiores essent salutari apparitione magni dci et servatoris nostri Iesu Christi, tarnen eam quasi futuram videntes sacrorum librorum traditionem ediderunt, prophetica quasi gratia eos illustrante? Et hac quidern j omnes maxime utentur. Verum ne illos a reliquis I interpretationibus secludere videamur, licentiam concedimus, ut etiam Aquilae versione utantur, etsi ille j extraneus sit, et in lectionibus quibusdam inter ipsum et Septuaginta interpretcs non modica sit dissonantia. Quae vero ab ipsis deuterosis (secunda lex) dicitur, eam omnino prohibemus, ut quae sacris libris non comprehensa, nec divinitus per proplietas tradita, sed inventum sit virorum ex sola terra loquentium, nihilque divini in se habentium, Ipsas j autem sacras litteras recitent, librosque ipsos evol- I vant, nec occultent quidern quae in illis dicuntur, ' extraneas vero non scriptas nugas ad simpliciorum perditionem ab ipsis excogitatas recipiaut. Hac igi-! sie, wenn sie wollen, ihre Böswilligkeit mit der Unkenntmß Aller verhüllen. Sondern die, welche griechisch vorlesen, sollen die Uebersetzung der sieben zig Dolmetscher (Septuaginta) gebrauchen, welche für die genaueste und beste Mer erachtet worden, besonders deshalb, was bei der Uebertragung geschah, daß jene paarweise abgesondert, an verschiedenen Orten übersetzten, dennoch aber Alle eine und dieselbe Uebersetzung gaben * * * * 5 * 7). §. I. Wer wird außerdem nicht das bei jenen Männern (der Septuaginta) bewundern, daß, da sie viel früher lebten, als Jesus Christus erschien, dennoch ihngleichsam voraussehend die Ueberlieferung der heiligen Schriften ausdrückten, indem sie diese gleichsam in prophetischem Geiste erklärten? 0) Und dieser bedienen sich daher Me am Meisten. Damit Wir aber die Juden nicht von den andern Uebersetzungen auszuschließen scheinen möchten, gestatten Wir auch, die Uebersetzung des A q ui la zu gebrauchen, obgleich dieser nicht von ihrem Stamme ist, und in einigen Lesarten ein nicht geringer Unterschied zwischen ihm und den 70 Dolmetschern statt findet^). Was aber von ihnen selbst Deuterosis (Wiederholung) genannt wird, verbieten wir völlig, da sie in den heiligen Schriften nicht enthalten, auch nicht von Gott durch die Propheten gegeben, sondern eine Erfindung von irdischen, nichts Gott- Kaiser das Hebräische mit dem Aramäischen verwechselt, kann ihm leicht entschuldigt werden. Inwiefern vom Mißhandeln des Urtextes in den Targumim gesprochen werden kann, ist wenigstens so weit sicher, als die Targumim eher Umschreibungen als Uebersetzungen sind, und viel Traditionelles hineinmischen, was dem christlichen Theologen widerstrebt. Daß dann die Tradition mit dem Urtext in gleiche Autorität gestellt ward, konnte dem christlichen Theologen eben so als eine Mißhandlung erscheinen, wie uns die christo-typischen Erklärungen orthodoxer Christen. 5) Es ist dies eine von den Fabeln über den Ursprung der Septuaginta, die der Pseudo-Aristeas und Josephus noch gemeinschaftlich berathen, Philo hingegen abgesonderte und dennoch wörtlich übereinstimmende, inspirirte Uebersetzungen anfertigen laßt. Justin der Märtyrer (geb. 89) aber läßt sie gar in *72 Zellen sperren, und dennoch eine Uebersetzung vollenden, Epiphanius (geb. 307) vereinigt sie wieder paarweise, und laßt sie in 36 Zellen arbeiten. Dieser letzten Fabel folgt das kaiserliche Dekret. 0) Daß die Septuaginta als inspirirt angesehen wurden, ging schon aus der vorigen Anmerkung hervor. Kein Buch des Alterthums ist aber so viel und so häufig korrumpirt worden, als die Septuaginta, so daß zur Zeic des kaiserl. Dekretes bereits vier Recensionen nöthig gewesen. Wie nun einige Kirchenvater den Juden vorwarfen, die Septuaginta verfälscht zu haben, ohne es im Mindesten erweisen zu können, so schallte auch der Vorwurf wieder gegenseitig hinüber, und die Septuaginta geriethen bald in Mißkredit bei den Juden, so daß sie sich lieber der Uebersetzung des Aquila bedienten. 7) Außex den Septuaginta ist die älteste griechische Uebersetzung die des Aquila. Ueber seine Persönlichkeit erzählt nur der fabulirende Epiphanius, der ihn als Heiden, aus Sinope am Pontus, Christ und dann Jude werden läßt. Als solcher habe er zum Vortheil der Juden seine Uebersetzung gefertigt, die sich durch knechtische Wörtlichkeit abzeichnet. Daß Aquila den Text zu verfälschen gesucht, konnten nur gehaffige, des Hebräischen völlig unkundige Kirchenvater behaupten, denen seine wörrlich-treue Übertragung viele Argumente gegen die Juden entzogen hatte.

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