Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1841)
- Date
- 1841-03-06
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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im und er aus der Namens-Unterschrift des Arztes merkt, daß derselbe Jude sei, so lehnt er mit vielem Bedauern die Aufnahme desselben ab, und zwar aus dem oben angeführten Grunde. Der Unterzeichnete, dem dies eben begegnete, hiedurch aufmerksam gemacht, erkundigte sich nun bei seinen Glaubensgenossen in kleinen Städten, ob oder warum sie nicht in der Gothaer Bank versichert wären?- und bekam von ihnen allen zur Antwort, daß sie als Juden nicht ausgenommen würden. Und nur zwei Fälle sind ihm bekannt geworden, wo Juden ausgenommen sind; in dem einen Falle ist, wie er gewiß weiß, das Judenthum des Versicherten dem Agenten nicht bekannt; in dem andern war es ihm zur Zeit der Aufnahme nicht bekannt, als es ihm aber bekannt wurde und er dem eben Versicherten, seinen geleisteten Beitrag zurückzahlen und ihn aus der Bank ausstoßen wollte, wollte dieser nicht gutwillig sich hierin fügen und es lieber auf einen Prozeß ankommen lassen. Da nun die Gesellschaft einen solchen nicht anstellen konnte, so mußte sie nachgeben." Es ist allerdings schon angenehm, daß die Agenten diesen rühmlichen Grundsatz abzuleugnen suchen, denn darin bekundet sich die Scham, welche sie darüber empfinden. Vielleicht daß die Gothaer Bank wesentliche Notiz davon nimmt. Preuße«. Magdeburg, 22. Februar. (Privatmitth.) Die Subscription, die wir, um die Lheilnahme der deutschen Israeliten an den bekannten Vorgängen und ihre Erkenntlichkeit für den verdienstvollen Sir ' Moses Montefiore zu bezeugen, eröffnet haben, hat einen günstigen Fortgang. Wir hatten uns brieflich an die Gemeinden der Provinz Sachsen und der Anhalt. Herzogthümer, so wie einige sonstige nahe gelegenen gewandt (32 an der Zahl, die aber freilich meist von geringer Seelenzahl sind), und haben binnen vier Tage von Vielen Listen und Gelder eingesandt erhalten. Dieser Eifer bekundet mehr, als alle etwaige Größen von Summen. Ratibor, 14. Februar. In Bezug auf das „Kuriosum aus Schlesien," welches in No. 5 mitgetheilt wurde, erhält die Redaktion ein Schreiben von dem Vers, des angeführten Artikels, worin dieser sich sehr verwundert, seine Absicht in dem gedach-! ten Artikel so ganz »erkannt zu sehen, da, wenn man ihn aufmerksam lese, nur die Ironie über die Intoleranz der Rabitorer Honoratioren erkennen müsse. Wir lassen die bitteren Ausfälle des Vers, gegen unfern Korrespondenten L. weg, da auf diese Weise die Tendenz Beider nur zusammenfällt, und führen aus dem Schreiben folgende Stelle, die die Thatsache betrifft, an. „In einer Stadt, wie Ratibor, wo sich ein Ober-Landes-, ein Stadt-Gericht, ein Landschafts- Kollegiums ein Gymnasium u. s. w. befinden, wo es mithin einen ansehnlichen Beamtenstand, eine zahlreiche Klaffe Gebildeter, giebt, da Müsse, sollte man denken, wenigstens so viel Toleranz herrschen, daß Keinem seinesGlaubens wegen der Beitritt zu einem Konzertverein versagt würde. Aber man irrt sich. Denn Einige, die an genanntem Verein Theil zu nehmen wünschten, sahen sich eben deshalb, weil sie Juden sind, zurückgewiesen. Aehnliche Beispiele von der Toleranz sein wahrhaft abscheuliches Wort!), wie sie nicht Wenige der Ratiborer Gebildeten zu üben pflegen, sind hier zu beliebiger Auswahl alle Tage zu erleben. Darüber nun sprach sich mein Bericht, insoweit er in dieser Zeitung abgedruckt worden ist, für jeden domo emuoctae nuris klar genug aus; in'Worten, die, wollte man sie buchstäblich nehmen, selbst der ärgste Judenhasser, mag er gleich anderweitig ihnen gemäß denken und handeln, für ein öffentliches Blatt zu schreiben, weder frech noch stupid genug sein dürfte. Und reichte dies noch nicht zur Auffassung des wahren Sinnes hin, so' wäre etwa noch zu bedenken gewesen, daß man hie und da nachgerade gelernt haben sollte, zwischen den Zeilen zu lesen, da oft mancherlei Ursachen, besonders häufig aber die hauptsächlichste von allen, schwarz als weiß und umgekehrt zu bezeichnen nöthigt." Literarische Nachrichten. Paris, Januar. Die Arch. isracl. theilen den Katalog der Manuskripte mit, welche Herr Munk von Kairo mitgebracht, und die jüdische Literatur berühren. Außer No. 6, 7, 8 und 12 sind sie sämmtlich in arabischer Sprache, aber in hebräischen Buchstaben, geschrieben.