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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-03-06 · Heft 10 (6.3.1841) · p. Seite 133

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 10 (6.3.1841)
Date
1841-03-06
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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183 lichkeit an Frankreich werden würde, wenn unsre Klugheit unsrer Kolonie mehr Bürgschaft der Dauer geben würde. Alle wissen, daß, wenn wir Afrika verließen, es keine andre Alternative für sie geben würde, als uns zu folgen, oder unter dem Schwerte der Araber zu sterben. Auf solche Weise sind gegenwärtig die Juden unsrer Sache verbunden, sie werden sich immer mehr an sie, durch die Dienste, die sie uns leisten werden, knüpfen. Sie zeichnen sich im Allgemeinen durch eine außerordentliche Sagaritat und Listigkeit aus: die Sorge um ihre Existenz hielt ehemals diese Eigenschaften ohne Aufschub wach. Da sie ihr Leben williger in Gefahr setzten als ihr Vermögen, mußten sie, um eines mit dem andern zu wahren, mit allen Interessen und Hülfsquellen der Parteien, die das Land theilten, in Verbindung stehen: die Unterdrückung hat unter ihnen eine Association hervorgerufen, der an Sicherheit und Hingebung keine gleicht: sie sind überall, selbst oder durch ihre Verbindungen; Niemand ist schneller und sicherer von den Ereignissen unterrichtet als sie. Uebrigens, wie die Juden des Mittelalters, welche Walter Scott geschildert hat, vergessen sie weder den Schutz, den sie empfangen noch den Gewinn, den man ihnen verschafft hat: die einem Israeliten geleistete Wohlthat ist selten verloren, die ganze Genossenschaft glaubt sich für die Erkenntlichkeit ihrer Glieder verpflichtet. Gleichstellung und Duldung würden sie in dieser Beziehung bald mit den Christen auf eine Stufe stellen. Durch ihre guten wie durch ihre schlechten Eigenschaften ist die israelitische Bevölkerung berufen, in Afrika eine bedeutende Rolle zu spielen. Mächtig durch ihre Zahl, ist sie es noch mehr durch ihre Intelligenz, durch ihre Einigkeit, durch ihre Verbindungen. Von der einen Seite verschaffen ihreSprachkenntniß, die alten Gewohnheiten, die Geringachtung selbst, der sie sich unterwerfen, den Juden einen leichten Zutritt bei den Muselmännern, der uns noch lange fehlen wird. Von der andern Seite verstehen sie alle unsere Verlegenheiten zu 'begreifen, ihre Biegsamkeit schmiegt sich all' unseren Ansichten an, sie sind die fast unvermeidlichen Unterhändler bei den Verbindungen zwischen Europäern und Eingeborncn; sie haben im Augenblicke des Bedürfnisses alle Mittel nützlich zu sein, und wenn sie uns nicht zuvor kämen, müßten wir selbst sie aufsuchen. Sie waren die Agenten bei mehr als einer politischen Unterhandlung. Gegenwärtig aus dem Bereiche der Regierung verbannt, bemächtigen sie sich als Makler des Handels nach dem Innern. Ihre Kinder besuchen unsre Schulen, sprechen unsre Sprache, nehmen unsre Kleidung an; ohne ihren Kastengeist zu verlieren, werden sie die Gehülfen der Advokaten und der Notare, und im Dienste der Administration verwandt. Sie sind bereits in unsere Gesetzgebung eingeweiht, die Eingebornen haben keine anderen konsultirenden Advokaten. Das Eindringen Jsrael's in die Angelegenheiten Aftika's ist also unvermeidlich, und weil man dieses Eindringen zu bekämpfen seine Zeit verlieren würde, muß man es zu reguliren wissen, die Anwendung einer so reellen Macht zum Nutzen des Landes zu wenden, dem geheimnißvollen Stolze dieses Geschlechtes eine nützliche Richtung zu geben, , in einem Worte, sie ein Vaterland annehmen zu lassen, verstehen. Der Versuch ist mühevoll, aber nicht unausführbar, jedoch muß man nicht erwarten, weder ihn gänzlich ins Werk zu setzen, noch gänzlich zu verfehlen. Wie in Frankreich, wird man Juden in ihrer alten Absonderung beharren, andern Juden sich auszeichnen sehen unter den Christen, im Handel durch ihren Geist der Ordnung und ihre Treue, in der Verwaltung durch ihre Intelligenz, im Kriege durch ihren Muth. Diejenigen Juden in Algier, welche ^am meisten vorgeschritten sind, möchten ihre Glaubensgenossen zu den Rechten französischer Bürger zugelaffen sehen, und dieser Ehrgeiz ist gewiß ein gutes Vorzeichen. Aber, ohne hier zu untersuchen, ob der bürgerliche und politische Standpunkt der Bewohner Algeriens der der französischen Bürger sein muß, würde es ungerecht und gefährlich sein, gegenwärtig für die Juden zu thun, was man noch nicht für die Muselmänner thul. Die Juden waren nicht gewöhnlich Unterdrückte; sie nahmen ihre niedrige Stellung an, ohne jemals zu versuchen, durch die Waffen sich derselben zu entschlagen. Indem wir sie nun drängten, sich mit uns zu affimiliren, würden wir sie nicht in den Augen "der Araber zu unserem Standpunkt erheben, wir würden uns zu dem ihrigen erniedrigen, und auf der einen Seite mehr verlieren als auf der andern gewinnen. Ich befand mich in dem Fall, diese Schwierigkeit mit Personen zu besprechen, deren Wünschen sie entgegensteht: ich habe es mit

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