Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1841)
- Date
- 1841-02-27
- Page
- Seite 119 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Für außerordentliche Fälle bleiben noch immer wöchentlich gegen 8 Stunden verfügbar. — Wenn der Seminarist zwei Jahre die Anstalt besucht hat, so wird er angehalten, selbst Unterricht zu geben, und zwar Anfangs unter Anwesenheit eines Seminarlehrers, nachher ohne dieselbe. Alsdann berichtet er am Ende der Woche darüber dem Direktor. Diejenigen, welche noch genauere Kenntniß von diesem Seminar nehmen wollen, können leicht das Schriftchen durch eine Buchhandlung beziehen. Magdeburg, 16. Febr. (Privatmitth.) Nachdem durch das Erscheinen des Berichtes über das neue Schullehrerseminar in Berlin das resp. Publikum in Bezug auf Organisation und Tendenz dieser Anstalt aufgeklärt worden: ist jedenfalls demselben von den preußischen Gemeinden Vertrauen und regsame Förderung zu schenken. Anstatt aber Kollekten hervorzurufen, wäre jedenfalls angemessner, daß die Gemeinden einen proportionirten, jährlichen Beitrag auf ihr Budget nehmen. Dadurch würde derselbe stetig, dem Wechsel nicht unterworfen, und die Anstalt könnte sicher darauf rechnen. Diesen Vorschlag bitten wir die Theilnehmenden zu berücksichtigen. Oesterreich. Groß-Wardein, 2. Februar. (Privatmitth.")) Der auf den Israeliten Ungarns so schwer lastende Vorwurf, daß sie in dieser Zeit des Strebens und .Ringens nach Erleuchtung und Kultur ganz unthätig sich.verhielten, und nur freundliche Zuschauer der Thätigkeit ihrer Brüder in Deutschland und andern Ländern wären, war und ist leider! nicht ganz unverdient. Vieles das schon längst geworden sein sollte, zeigt sich erst im schwachen Werden. .Doch giebt es sich allenthalben zu erkennen, daß sie die Last dieses Vorwurfes in ihrer ganzen Schwere fühlen, und sich ihrer zu entladen bestrebt sind. In vielen Gemeinden unseres Landes — wie oft schon in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums zu lesen war — zeigt sich der hoffentlich zur Thal werdende Wille zur Beförderung israelitischer Bildung, der rege Eifer zum Weiterschreiten im Gebiete des Red. Wissens und das thätige Ringen nach Verbesserung des zu Verbessernden. So hat sich hier zu Folge des eifrigen Bestrebens der Herrn Feldmann, Magister der Chirurgie und des vielseitig gebildeten S. Friedman seit kurzer Zeit ein Verein für jüdisches Interesse gebildet, der sich schon einer Anzahl von fünfzig der angesehensten und, versteht sich der gebildetsten Mitglieder der hiesigen Gemeinde erfreuet. An der Spitze dieses Vereins steht der Hr. Nell. Dr. Groß, ein Mann angebetet als Arzt, geliebt als Wohlthäter und geehrt als Beförderer des allgemeinen Wohls. Diesem zur Seite der für das Wohl seiner Brüder nicht minder eifrige und in der hiesigen Gemeinde einflußreiche Hr. A. Rosenthal, welche Namen für die wohlthuende Wirkung des Vereins genügend bürgen. Mit Recht können wir von diesem Vereine viel Erhebliches erwarten. Die Einrichtung einer geregelten Anstalt zur Bildung der Jugend wird ganz zuverlässig seine erste Aufgabe sein, und wenn er mit der Zeit noch größeren Einfluß gewinnt, so können wir bald (wie es der Wunsch Vieler ist) auf dem nun vakanten Rabbinats-Stuhle einen, diesem Berufe gewachsenen und dem Zeitgeiste entsprechenden Mann sehen, ja können uns selbst der schönen Hoffnung hingeben, auch einmal einen geordneten Gottesdienst in unserer Synagoge eingeführt zu sehen. 0. Palota. (Wesprim. Com.) 3. Februar. (Privatmitlh.) Die feierliche Einweihung unseres schönen Tempels am II. Sept. v. I. wurde nur durch den löbl. Pesther Israelitischen Gemeinde-Vorstand, und durch den Herrn Ober-Rabbinen L. Schwab, so würdig und zeitgemäß vollführt. Ersterem verdanken wir, daß dessen Chor-Personal bei der erwähnten Einweihung mitwirkte, und auch bei uns durch seinen herrlichen erbaulichen Gesang alle Gemüther der zahlreichen Anwesenden zur höchsten Andacht stimmte. Letzterem verdanken wir, daß selbe feierliche Weise durch seine geist- und gehaltreiche Predigt vollends verherrlicht ward. In dieser Rede wies dieser geehrte Seelsorger mit der Kraft seiner Beredsamkeit dahin, daß Gotteshaus und Jugendschule eng verschwistert seien, und empfiehlt unserem Gemeinde-Vorstände, da nun selber, den ersten wich- *) Nicht von dem Corresp. kn No. 7.