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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-27 · Heft 9 (27.2.1841) · p. Seite 117

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 9 (27.2.1841)
Date
1841-02-27
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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glauben, daß dieser Mann in der gelehrten Welt zu bekannt ist, als daß wir über seine vorzüglichen Eigenschaften ein rühmendes Wort aussprechen sollten. Seine Probepredigt am 12. Dezember v. I. (raus nburi 's) über den in diesem Wochenabschnitte enthaltenen Texte Gen. 32, 27., in welchem er trefflich das Verhältniß des Rationalismus zum Supernaturalismus, so wie das Verhältniß zwischen ihm und der hiesigen Gemeinde, auseinandersetzte, erweckte wahrhaften Enthusiasmus. Bei der gleich darauf am 17ten stattgehabten Rabbinenwahl wurde Herr vr. Hirscbfeld aus 5 Kandidaten mit einer Majorität von 119 Stimmen gegen 6 gewählt, und wird er zu dem bevorstehenden Osterfeste mit Hülfe Gottes sein Amt antreten. Von seiner Wahl können wir nur Segensreiches erwarten. Die seltene Einhelligkeit unsrer Gemeinde kann dem Herrn vr. Hirschfeld den Beweis geben, wie sehr man auch hier für das Edle erschlossen ist, und wie man hervorstechende Geistesfähigkeiten zu würdigen weiß. I. Sch. Magdeburg, 14. Febr. (Privatmitth.) In diesen Tagen gelangte eine Notiz aus sehr authentischer Quelle in unsre Hände, die wir der Kuriosität wegen mittheilen wollen. Im Jahre 1827 ward in einer Aufstellung des Bestandes der königlichen preußischen Armee auch die Zahl der Soldaten jüdischer Konfession zusammengestellt. Es fanden sich unter 109,40V Mann Feldtruppen (die Garde ausgenommen) 1097 Mann jüdischen Glaubens, wobei wol zu daß die Juden des Großherzogthums Pose n^dürcharMk eine Mannschaft stellten. Unter jener Zahl bef^M sich 4 Ingenieure, 5 Artilleristen, 25 KavallDM, die übrigen Infanteristen und Landwehr. H^r^n, 12. Febr. (Privatmitth.) Es thut mir wirklich leid, über viele Dinge, die ich aus den besten Quellen weiß, Ihnen nicht berichten zu können, weil fie, erst in der Entwickelung begriffen, noch in den höchsten Kreisen vorliegen, und ich für eine nothwendige Lugend der Oeffentlichkeit die Diskretion erachte, besonders von unsrer Seite. Um so. mehr werden Sie mir Vertrauen schenken, wenn ich Ihnen sage, daß die Unparteilichkeit unsres Königs in Religionssachen über alles Lob erhaben ist, und diese sich sowol auf unsre rheinischen Brüder, als überhaupt bald in bedeutenden Resultaten äußern wird. Allerdings kömmt es daher in religiösen Angelegenheiten, was die Reform betrifft, sehr auf die Majorität der sich Aeußernden an, z. B. in der Rabbinenwahl, wie jetzt ein Beispiel davon vorliegt. Wie gesagt, ich hoffe, mich recht bald deutlicher und faktischer aussprechen zu können. Jedenfalls gehen wir einer guten Zukunft entgegen, und können wir uns freudig dieser Aussicht überlassen. Berlin, IL. Februar. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei ein Exemplar des Schristchens: „Das jüdische Schullehrer-Seminarium in Berlin. Eröffnet am 18. November 1849. Berlin." Dasselbe enthält nach einem, von Julius Stern komponirten Liede, die Rede des Aeltesten vr. M. Veit, die in Hellem, anschaulichem Tone den Standpunkt beleuchtet, von welchem aus ein gesondertes jüdisches Schulwesen motivirt ist. Ihr folgt die Rede des Dirigenten des Seminars, des vr. L. Zunz. Derselbe spricht sich individueller über die Nothwendigkeit von Seminarien aus, und fordert die Beihülse der preußischen Gemeinden auf.. jEndlich wird der Lehrplan, der bereits im Oktober 1839 vom I)r. Zunz entworfen worden, mitgetheilt. Ich hebe die Hauptparagraphe hervor. „10. Die Anstalt nimmt zwölf Zöglinge unentgeldlich auf, sich die Zulassung einer Anzahl Zahlender vorbehaltend. Die Erfordernisse zur Aufnahme sind: I) körperliche Gesundheit; 2) ein Alter nicht unter fünfzehn Jahren; 3) die Berechtigung zum hiesigen Aufenthalte; 4) sittliche Führung; 5) Vorbildung, Lust und Tüchtigkeit zum Schulfach; 6) ein Minimum von Kenntnissen, so daß der Aufzunehmende das Deutsche geläufig und sinngemäß lese, Diktirtes ohne sonderliche Fehler niederschreibe, in den vier Spezies die nöthige Uebung, und Bekanntschaft mit den ersten geographischen Begriffen habe. Außerdem muß er Pentateuch und Raschi lesen und verstehen, Mischna-Stellen lesen, die täglichen Gebete übersetzen können, die gewöhnlichen gottesdienstlichen Gebräuche kennen und im Lesen und Schreiben der jüdischen Eursivschrift geübt sein. — 11 Hierüber hat der zur Aufnahme sich Meldende bei dem Direktor sich auszuweisen, »4 1. durch ärztliches Attest, ad 2. durch Gebnrts-

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