Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1841)
- Date
- 1841-02-20
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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xuo Sätzen, wie sie dem Derf. einsielen, statt fand. (Anfangs scheint der Vers, die Satze alphabetisch haben ordnen wollen, was er aber bald aufgegeben.) Eine Hebersicht ist daher eben so unmöglich, als eine systematische Benutzung. Eine Anschauung ist nicht daraus zu ziehen, da selbst Satze über einen und denselben Gegenstand zerstreut zu finden sind. Die Uebersetzung ist meist paraphrasirend, was zum Berstandniß der kurzen Satze freilich oft nöthig war. Die Erläuterung ist viel zu weitschweifig ausgefallen, und anstatt auf die eigenthümliche Anschauungsweise der Alten dabei einzugehen, wird Alles flach an die Zustande der Neuzeit herangerückt. Wie leicht hatte der Vers, allem Dem abhelfen, und sein Werk, welches immer das bekannte umfassende talmudische Wissen des Vers, bezeugt, viel nützlicher machen können! Magdeburg, 8. Februar. Angekommen: Predigt, gehalten in der Synagoge zu Brilon zur Huldigungsfeier rc. rc. von Jos. Friedländer, Landrabbiner. Zum Besten der Stadtarmen. Brilon, 1840. Unter der großen Fluth von Predigten, die dieser Tag herbeischwemmte, geziemt es wol, einen aufmerksamem Blick auf die vorliegende zu werfen. Sie ist aus dem Munde und der Feder eines vierundachtzigjahrigen Greises (S.6), der eine Huldigungsftier zum dritten Male mit feiner Gemeinde begeht, nämlich zuerst zu Brilon zur Huldigung Ludwigs I. von Hessen, bald darauf zu Volkmarsen zur Huldigung Hieronymus' von Westphalen (S. 5.) Dieser noch jugendlich feurige, bekanntlich der neuern Gestaltung des Judenthums eifrig zugethaene Nestor der deutschen Rabbinen spricht hier kräftig, höchst angemessen, aus der Fülle der Erfahrung und Lebenseinsicht, fern von aller Kriecherei, über das Thema: „Wie kann ein König sein Volk beglücken?" und beantwortet diese Frage: „durch Liebe zur Gotteserkenntniß, zur Gerechtigkeit, zum Frieden." Wir wünschen dem würdigen Greise, der Enkel schon in den ersten Klassen des Gymnasiums sieht, ein noch Langes, gedeihliches Leben und ein seliges Eingehen zu Dem, der ihm ein schweres Amt in die treuen Hände gelegt. Magdeburg, 8. Februar. Angekommen: Zur Charakteristik des Retigionswechsels. Sendschreiben an einen jüdischen Familienvater. Von Dr. I. B. Lowositz. Königsberg, 1840. (Erster Artikel.) Die vorliegende Schrift ist eine der wichtigsten, die neuerdings auf unserm Gebiete die Presse verlassen, wie an sich, so noch mehr durch ihren Gegenstand. Der Religionswechset! Der Uebertritt aus dem Judenthum zum Christenthum! Berührt dies nicht die höchsten Interessen beider Religionen? ist dies nicht eine Lebensfrage für beide? nicht aber insonders für das Judenthum, zu dem überzutceten in den meisten Staaten gesetzlich verboten, aus dem überzutreten in vielen Staaten mit bürgerlichen Vortheiten verknüpft ist? Niemandem kann die Pflicht näher liegen, über diesen wichtigen Gegenstand sich auszusprechen, als der Allg. Zeit, des Judenthums. Sie, die das wirkliche Leben dieser großen Glaubensgenossenschast in der Gegenwart nach allen Richtungen zu besprechen, zu vertreten hat, kann über den angeregten Gegenstand am wenigsten schweigen. Allerdings hat sie auch schon an vielen Stellen Gelegenheit gehabt und wahrgenommen, sich über dieses Thema auszulassen. Von der einen Seite aber waren es dennoch nur derartige caussae occasionales, daß es leicht zudringlich erscheinen konnte, des Breitern darüber zu verhandeln. Von der andern Seite ist es vielfach dem Gemüthe, das in der Fülle der Ueberzeugung sich beglückt fühlt, widerstrebend, diese Thatsache nicht zu ignoriren. In diesem Augenblicke aber wird uns durch die vorliegende Schrift die ganze Angelegenheit so nahe gerückt, daß wir uns ihr am wenigsten entziehen können und mögen. Indem wir daher dieser Schrift sowol als ihrem Gegenstände mehrere Artikel zu widmen gedenken, um sowol ersterer kritisch, als letzterem besprechungsweise Genüge zu thun: soll dieser erste allein dem Referate über das vorliegende Schristchen (von 125 Seiten) überantwortet sein. Das „Sendschreiben" ist an einen jüdischen Familienvater gerichtet, der den Entschluß geäußert, seinen Kindern die christliche Taufe ertheilen zu lassen (S. 2.) Wie aus der Besprechung der individuellen Verhältnisse dieses Familienvaters (S. 42 ff.) hervorgeht, ist dies nicht eine suppositorische Einkleidung, sondern beruht auf einem Faktum, und werden wir ganz nach dem Verlagsorte dieser Schrift, Königsberg, hingewiesen. Diesen Familienvater von der Sündhaftigkeit seines Entschlusses zu überzeugen, ist der Zweck des Sendschreibers. Das Schreiben zerfällt in acht Abschnitte, deren Inhalt sich kurz so charakterist'ren läßt. I. Nachdem der Vers, von vorn herein diejenigen beseitigt hat, welche gänzlich befangen vom sogenannten Geschaftsteben gar keinen Begriff davon haben, daß, wenn