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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-20 · Heft 8 (20.2.1841) · p. Seite 107

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 8 (20.2.1841)
Date
1841-02-20
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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iUi desselben km Speziellen blieb unbearbeitet, wie dies auch Zar nicht im Plane des vorliegenden Werkes lag. Aber es war somit einer wissenschastUchen Bearbeitung des Talmuds die Bahn gebrochen, der Impuls gegeben, und dies ist ein großes, überaus zu würdigendes Verdienst. Zn demselben Jahre 1832 und den beiden nächsten erschien die vollständige deutsche Uebersetzung der Mischna von einer Gesellschaft zu Berlin, unter Hauptleirung des vr. Jost, mit punktirtem Text, Kommentar (ab'Q nfti tp) und Inhaltsangabe. Wie Ln diesem Werke Ln unzähligen einzelnen Punkten Berichtigungen und Aufklärungen der Mischna wurden, und diese Bearbeitung frühere Lateinische und deutsche Versionen unendlich hinter sich ließ: so rückte sie überhaupt die Mischna dem wissenschaftlichen Verstandniß, insbesondere unter den Juden, um Vieles naher. An diese schloß sich später eine ähnliche englische Ausgabe der Mischna, von Herrn de Sola und Morris I. Raphall zu London besorgt. Neben diesen Werken haben wir eine gleichzeitig entstandene Schrift zu erwähnen, welche in ihren Absichten weit ausgreifender, in ihrem Inhalte bei weitem zurückgeblieben ist: Compendium des Hierosotymitanischen und Babylonischen Talmud. Ein Beitrag zur Geschichte der Israeliten und eine Probeschrift der zu erscheinenden deutschen Uebersetzung des ganzen Talmud. Uebersetzt und erläutert von M. Pinn er Dr. phil. Mit einer Vorrede von Z. I. Bell ermann. Erster Band. Entstehung, Sprache, Aechrheit des Talmud, Leben und Thaten des Rabbi Simon, des Sohnes des Jochai. Berlin, 1832. 4. So konfus dieser Titel ist, (zuerst ein „Compendlum," und dann wieder „übersetzt und erläutert," und endlich der Inhalt dieses „ersten Bandes" —) so konfus, und dem Titel inkonform ist der Inhalt. Bon angemessner Ordnung, von wissenschaftlicher Auffassung keine Spur. Neben recht vieben guten einzelnen Bemerkungen ein vages, planloses Umherschweifen. Der Verf. hatte nämlich den riesenhaften Plan gefaßt, den Talmud mit seinen Kommentaren in's Deutsche zu übersetzen. Er berechnete bas Werk auf 27 Foliobände von 10,200 Seiten — dem noch ein 28ster Folioband „System des Talmuds" zugegeben werden sollte, der allein schon mehr Dinge enthalten sollte, als, in gründlicher Bearbeitung, ein Menschenleben leisten könnte. Dabei unternahm der Verf. noch eine mehrjährige Reise , Subscribenten zu sammeln, und wollte seine Beobachtungen in sechs Banden veröffentlichen! Deshalb über diesen Plan kein Wort. Die vorliegende Schrift giebt nun nach mancherlei Vortruppen einen Abriß der Geschichte und des Inhalts des Talmuds, jedoch ganz materiell und flach gehalten, in welchem er den oben genannten Plan des Weitern auseinandergelegt. Ihm folgt eine Lebensbeschreibung des R. Simon den Jochai, aus den verschiedenen Stellen des Talmuds, in Text und Uebersetzung nebst Anmerkungen, zusammengestellt. In der Erläuterung sucht der Verf. viele, die Bearbeitung des Talmuds betreffende Fragen zu beantworten. Es folgen in einem Anhang noch Beispiele, geographische und geschichtliche Bemerkungen. Der versprochene zweite Theil ist, unsers Wissens, nicht erschienen. Aus dieser Darstellung des Inhalts kann man leicht entnehmen, daß an ein wirkliches talmudisches Compendium dabei gar nicht zu denken, und daß der Verf. seines Stoffes durchaus nicht Herr war. Bei einer großen Menge von Fragen, ist keine genügend gelöst, von vielen Beobachtungen keine gründlich erwiesen und durchgeführt. Wenn wir daher dieser Schrift das Verdienst vielfacher Anregungen nicht absprechen, so hat es doch die Wissenschaft des Talmuds durchaus nicht weiter geführt. Im Jahre 1834 erschien: Rabbinische Anthologie, oder Sammlung von Erzählungen, Sprichwörtern, Weisheitsregeln, Lehren und Meinungen der alten Hebräer. Ein unterhaltendes und zugleich belehrendes Buch für Jedermann. Aus den Quellen entnommen, übersetzt und erläutert und mit den nöthigen Registern versehen von R. I. Fürstenthal. Breslau, 1834. Verkündet überhaupt dieser Titel keim wissenschaftliche Tendenz, so verrath er sie auch nicht, denn von „alten Hebräern" kann bei einer „Rabbin. Anthologie" nicht mehr die Rede sein. Im Grunde ist der Zweck des Werkes meist apologetisch, indem es die hochmoralischen Elemente des Talmud dokumentiren soll. Eine Sammlung von 504 Sentenzen, Legenden, Parabeln, zum kleinern Theil den Midraschim, zum großem dm Talmuden entnommen, von den meisten (kürzeren) der punktirte Text, die Uebersetzung und eine Erläuterung, muß in den Händen Vieler, zu mannigfachen Zwecken eine sehr willkommne Gabe fein. Sehr zu tadeln ist jedoch an dieser Sammlung, daß auch nicht eine Ordnung, Abtheklung, rubricirte Zusammmstellung beobachtet worden, sondern ein planloses Zusammmwürfeln von

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