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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-20 · Heft 8 (20.2.1841) · p. Seite 103

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 8 (20.2.1841)
Date
1841-02-20
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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IÜ3 fluß auf sie ausübt. Man trifft wol unter Juden sowol als unter den Christen hier und da Einige, die sich gern in Religionsstreitigkeiten einlaffen, doch muß man den Grund davon nur in der kalten Argumentensucht der Engländer suchen, keineswegs aber ihn einem reifern Nachdenken über die geistige Existenz zuschreiben. — Was die moralische Erziehung der Kinder betrifft, so muß ich die Schule des Herrn Salomon (Ihnen bereits als Prediger bekannt,) herausheben, da er sich bemüht, seinen Schülern ächt religiös-moralische Grundsätze beizubringen, zu welchem Behuse die Bihssl in englischer Sprache jeden Samstag gelesen und erklärt wird. In den übrigen Schulen, muß ich mit Bedauern gestehen, wird nur wenig Derartiges gethan. — Es läßt sich auch durchaus nichts besseres in dem Felde der Erziehung erwarten, bis das größere Feld des öffentlichen Gottesdienstes und Unterrichts besser bestellt sein wird, und man Fortschritte gemacht hat. Das Eine muß nothwendigerweise auf das Andere wirken, und nur, wenn der Volkslehrer mit dem Jugenderzieher Hand in Hand gehet, kann das heilbringende Werk der religiösen Kultur gedeihen. Spe vivimus. Nächstens über die Freischulen, die einer besondern Aufmerksamkeit würdig sind. D. A. Deutschland. Leipzig, 29. Januar. (Privatmitth.) In No. 5. dieser Zeitung lautet eine aus Leipzig vom Ilten datirte, und L. Bl. Unterzeichnete Notiz dahin, daß in diesem Wintersemester hier vier jüdische Studirende wären. Diese Angabe ist jedoch grundfalsch, indem Schreiber Dieses allein deren dreizehn kennt, und ohne Zweifel sind noch mehrere hier. (Jene Notiz stand in der Leipz. Allg. Zeitung, und war von dieser in sehr viele andere Blätter übergegangen. D. Red.) 0. -Oesterreich. Aus Ungarn. (D. Bl.) Bei der befohlenen Rekrutenaushebung zeigen sich die Bürger vieler Städte ungeneigt, ihre Söhne zu den Waffen zu stellen; hingegen erscheinen die Juden überall sehr bereitwillig. St. Nicolau (an der Waag in Ungarn), 20. Januar. (Privatmitth.) Sehr viel Aufsehn erregt in unserm Kreise gegenwärtig ein Israelit, Herr Moses Mauksch, der eine neue, eigenthümliche Methode erfand, taubstumm Geborene in kurzer Zeit recht deutlich und verständlich sprechen und lesen zu lehren. Ein Verwandter dieses Mannes nämlich hatte einige taubstumm gcborne Kinder, und dieser, seine Theilnahme erregender Umstand, brachte ihn zum Nachsinnen, wie den Unglücklichen das, was ihnen die Vorsehung versagt, zu ersetzen sei. Seine Liebe und sein Genie ersetzten ihm das Studium, und ohne etwas über diesen Gegenstand gelesen oder gehört zu haben, brachte er ihnen in einem Jahre geläufig und deutlich hebräisch und deutsch Lesen, Sprachlehre und Rechnen bei. Dies erregte die allgemeine Aufmerksamkeit so sehr, daß ihm der Komitats-Magistrat gestattete, im Komitatssaale eine öffentliche Prüfung abzuhalten, die er im Beisein mehrerer ausgezeichneter Aerzte und anderer Sachverständigen rühmlichst aussührte. Die vom Magistrat beorderte Deputation stellte ihm ein höchst belobendes Zeügniß aus. Wer mit Herrn Mauksch in Verbindung zu treten wünscht, beliebe sich in portofreien Briefen an ihn zu wenden. In No. 193. S. 673 Jahrg. 1839 d. Z. wird von dem Manuscript einer talmudischen Konkordanz, versaßt und geschrieben von R. Sina Lamdan, zu Pcsth, berichtet. Dieser Gelehrte, gestorben 1827 lebte aber hier als Rosch Bet-din, und ich kann versichern, daß niemals ein Manuscript seiner Feder entflossen. Allerdings war er einem solchen Werke gewachsen, aber zu seiner Zeit würde es in Ungarn wenig Aufhebens gemacht haben, man forderte damals von einem rabbinischen Werke nichts als thurmhohe, auf haarfeinen Distinktionen stehende Chilukim, und eine Konkordanz des Talmud's, wäre sie noch so vollständig gewesen, würde ungefähr in gleichen Rang gestellt worden sein, mit einem — Kalender. Gottlob vermindert sich dieses Chilukwesen von Tag zu Lag. Allerdings kann man diesen Chilukim einen so hohen Grad von Scharfsinn und Produktivität, daß er Bewunderung erregt, nicht versagen, hingegen zogen sie ihre Verehrer von allem außertalmudischen Wissen, selbst vom Studium der Bibel, als geistlosen Gegenständen ab, und flößten einen Dünkel ein, von welchem aus man auf Alles geringschätzig hinabsah, und der einfachen Wahrheit sich gänzlich entfremdete. Hingegen scheint man ge-

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