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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-13 · Heft 7 (13.2.1841) · p. Seite 94

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 7 (13.2.1841)
Date
1841-02-13
Page
Seite 94 (sequence 14)
Language
German
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Elazar. Du sprichst es aus! Benoni's Dolch Hab' ich im Gürtel! Thirza. Ich segne Dich! £), droben werden wir Am Thron der Gnade freudig uns vereinen. Und unsrer Liebe ewig uns erfreuen! Dort wird kein Henker seine freche Faust Zn unser stilles Glück verhöhnend schleudern. Und Deine Thirza unbefleckt Dir winken! Elazar. Die Vaterhand, o Graun! soll selbst zerstören Das eigne Weck, das sie so zart gepflegt, Den kalten Stahl in's Herz der Tochter stoßen! Die Hand, die segnend einst erkalten sollte Zn Deiner warmen, soll des Todes Frost Dem theuren Kinde durch die Seele führen — O welche Opfer legst Du, Juda, auf! Thirza. Sei stark, mein Vater! sieh, es ist das letzte Geschenk, das du der Tochter übergiebst. Es ist das größte und willkommenste. Soll ich dem Sklaven dort zum Eigenthum, Zur Sklavin werden? Laß mich sterben! Die Mutter winkt, Benoni ruft mir zu, Des Himmels Pforte ist so schnell durchschritten — Mach' schnell, eh' seine Schergen nahen. Und meine Angst, die namenlose, ende! Elazar. Ich wanke nicht, es war mein eigner Witte! Grüß' mir die Theuren, laß in Eden mir Den Platz sie bald bereiten, wo wir bald Um unsre Vater uns vereinen werden. Dort wohnt die Freiheit, die man uns versagt, Und Kön'ge sind wir, die hier Sklaven waren! (Er umfaßt Thirza, küßt sie, und stößt ihr dabei den Dolch in's Herz. Sie sinkt lautlos um. Ein Schrei des Entsetzens entfährt den Umstehenden,) Elazar (zu Achmed.) Dort liegt sie, nimm sie auf in Deinen Harem! Achmed. Verräterischer Schurke, Du follst's büßen! Elazar. Meinst Du, ich wollte Zuda's reine Taube Dem feiten Knechte in die Hände legen? Meinst Du, ich wollte Jsrael's Gazette Dem geilen Jager in die Hürde treiben? Unreine Sklaven eines Lastersklaven, Zsmaeliten, mit dem Fluch der Väter Längst in gemeiner Wollust Pfuhl gestoßen, Jsrael's Sohn verachtet Euch so tief! Bald kömmt der Tag, der Euch den Einsturz bringt Der morschen Herrschaft, nur auf Blut gegründet, Mit Blut erhalten und mit Blut ersäuft. Nehmt dann der Sünden vollgemeßnen Lohn, Jndeß sich frei erhebet Juda's Sohn!- Führt mich zur Ruhe nun — es ist heut' Sabbat. Achmed. Knüpft ihn am Fenster seines Hauses auf. C o r r e s p o n d e n z e u. Provinzialberichte. (Schluß.) St. Miklos (Liptauer Comitat in Ungarn), im Oktober. Schon seit mehreren Jahren wird bei uns das Bedürfniß einer neuen und größern Synagoge dringend fühlbar. Die Anzahl der Einwohnerschaft, die mit jedem Jahre zunimmt, ist heute schon so groß, daß sie das alte, morsche und baufällige Gebäude kaum aufnehmen kann. Um dieser Noth abzuhelfen, und auf das mehrmalige Ermahnen unsers Rabbinen, unternahmen es die Vorsteher unserer Gemeinde, wenn auch bei den schlechten pekuniären Umständen, einen Fond zu gründen. Die Wohlhabendsten gingen mit dem edlen Beispiele freiwilliger Spenden voran, dem dann Mehrere verhaltmßmaßig nachfolgten. Es häuften sich kleine Gaben bei jeder Gelegenheit, so daß wir schon im Stande waren, den Bau zu beginnen. ' Demzufolge wurde am 11. Juni der Grundstein zu der neuen Synagoge auf einer solennen und herzerhebenden Weise gelegt. Diesem Akte einer seltenen Feierlichkeit wohnten nicht blos die Elite unserer Einwohnerschaft sammt allen Magistcatualen bei, sondern auch sammtliche Komitats-Behörden und der größte Theil unsers benachbarten Adels.

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