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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-13 · Heft 7 (13.2.1841) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 7 (13.2.1841)
Date
1841-02-13
Page
Seite 92 (sequence 12)
Language
German
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Belletristik. Orientalische Szenen. I. Der Kampf. (Fortsetzung und Schluß.) Vierter Auftritt. Die Vorigen. Der Aga. Türkische Soldaten. Thirza (zu Benoni.) Er ist's! Ich seh' ihn wieder! Benoni (zu Thirza.) Sei nur gefaßt! Mit meinem Leben schütz' ich Dich! Elazar (zum Aga.) Was führt Dich, Herr, zu meinem niedern Dach, Und welch' Verlangen schafft mir diese Ehre? Aga. Dies Deine Tochter, Alter? Elazar. Ja, Herr, sie ist's, und dies mein Sohn. Aga. Als Letztem hast Du mich jetzt anzusehen. Denn Deine Tochter nehm' ich mir zum Weibe. Elazar. Wie? was? was meinst Du, Herr? Aga (sich umblickend.) Du hast Dir's weidlich eingerichtet, Jude, Und vielversprechend ist des Hauses Schmuck. Nun, meinen Theil am Erbe nehm' ich gern Als Eidam gleich nach meiner Wohnung mit, Des Bakschisch") sollst Du übechoben sein. Elazar. Ich weiß mir Deine Rede nicht zu deuten, Und bitte Dich, sprich mit dem Greise klar. Was steht zu Deinen Diensten? sag' es an. Und freudig bring' ich, was ich nur vermag. Aga. So höre aufmerksam, ich sagt' es schon, In spätrer Zeit seh' ich dem Schwäher nach. Doch heut' ist nichts zu fragen und zu saumen. Der neue Pascha, einem alten Brauch Zufolge, hat, zu seines Regiments ') Trinkgeld. Anfang, drei Frauen seinen dreien Aga Zu freier Wahl geschenkt, und meine» Blick Hab' ich in hoher Gnad' auf Deine Tochter, Die vor uns steht, geworfen — gieb sie her, Und tausend Beutel füg' als Erbtheil zu. Elazar. Herr, meine Tochter — Aga. Gut. Du scheinst Dein Glück Noch gar nicht zu begreifen — Freund, nur zu. Wir wollen doch schon leidlich uns vertragen. Elazar. Du scherzest, Herr! die tausend Beutel geb' Ich gern, und sollten sie mein ganz Vermögen Umfassen, nimm's — doch meine Tochter kann Ich nimmer von mir trennen, diese nur Laßt mir, dem Greise, als stin einzig Gut — Aga. Du stehst noch an. Du zauderst, Jude — Elazar. O zürne nicht — sieh, dieses Haus, mit Allem, Was es enthält, was funfzigjahr'ger Fleiß Zusammenschuf, ich will es gern verlassen. Den Wanderstab in meine alte Faust, Die zitternde, mit Dank und Freude nehme», Die Tochter nur laß dieser müden Brust! Aga. Was treibst Du, Jude, unter'm wirre» Schädel? Ein Aga will sich Deine Tochter wählen. Und du küßt zitternd nicht des Kleides Saum? Doch weg mit Worten, gieb die Tochter her. Und laß als guten Freund mich von Dir gehen! (geht auf Thirza lo«.) Elazar (wirft sich ihm entgegen.) Nur meine Leiche kannst Du überschreiten — Aga (schleudert ihn fort.) Was heulst Du, Judenbrut? der Pascha spricht. Der Aga will, Du wagst zu widersprechen? (will Thirza ergreifen.) Benoni. Du willst die Braut — so nimm Dir dies zum Weibe! (ersticht den Aga mir dem Dolche,) Aga. Soldaten, straft den Hund — ich bin ermordet! (Die Soldaten stürzen fich lärmenauf Benoni und hauen ihn schnell zusammen.)

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