Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1841)
- Date
- 1841-02-13
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Raum dieser Blätter gestattet uns nicht, auch über die übrigen Anstalten, wie z. B. über den sehr segensreich wirkenden Stipendien-Verein für israelitische Studirende (S. 47—53), zu referiren, und wir begnügen uns, mit der Empfehlung des ganzen Merkchens den Beschluß zu machen. Die Hamburgische jüdische Gemeinde kann auf den größten Theil ihrer wohlthatigen Anstalten stolz sein und ihren Gtaubensgenosien zum Muster dienen." Wir empfehlen das Werkchen außerdem allen jüdischen Gemeinden: da es eines Theils hinweist auf die vielen Zweige, für die Ln den Gemeinden gesorgt werden muß, andern Theils bei Stiftung von Vereinen eine Menge von Modalitäten für die in-, nere Einrichtung an die Hand giebt. Addirt man die Summen, welche diese Vereine jährlich consumiren, zusammen, so kommen die enormesten heraus. Uebrigens zeigt ein Blick auf das Ganze noch, daß die Stiftung wohlthätiger Anstalten durchaus nicht abgenommen in den letzten Zähren, sondern im Wachsen begriffen ist, ja daß dabei eine viel praktischere Richtung als früherhin zu erkennen steht. Es ist dies eine erfreuliche Wahrnehmung. Magdeburg, 2. Febr. Angekommen: Drei verschiedene Ausgaben des hebräischen Gebetbuchs, zwei mit deutscher Uebersetzung, von der neuen Verlagshandlung von I. S. Adler in Frankfurt am Main. Klarer, reiner Text, gutes Papier, große Typen, wortgetreue Uebersetzung. Zu empfehlen ist die Duodezausgabe für Israelitinnen wegen ihrer eleganten Form, ausgezeichneten Typen und hinzugefügten guten deutschen Gebete bei besonderen Gelegenheiten, deren nur mehre hatten sein sollen. — Zwei Reden, gehalten zur Gedachtnißfeier rc. und Huldigungsfeier rc. in der Synagoge zu Halberstadt von Gerson Lasch > Oberlehrer. Zum Besten der Armen. Halberstadt, 1841. Zn Halberstadt Predigt — wir hätten dies dem sel. Präs. Jakobson zu erleben gewünscht. Es ist dies gewiß eine sehr erfreuliche Erscheinung, die mit Liebe aufzunehmen, und Lei der kleinliche Kampfe nicht mit noch kleinlicherer Gehässigkeit ans Licht zu schaffen, sondern zu übersehen waren. Um so mehr Dank hat man dem Herrn Lasch zu wissen, der sich dieser Mühewaltung gern und mit Glück unterzogen, so daß wir ihn herzlichst ermuntern können, der Gemeinde auf diesem Wege fortzuhelfen. Magdeburg, 3. Februar. Angekommen: Mahnungen an Gott und Ewigkeit. Von Dr. I. L. Saalschütz. Erste Gabe. Königsberg 1841. Der Vers, hat in einer „Zueignung" an die „edlen Männer und Frauen Israels, an die Jünglinge und Jungfrauen meines Volks" in ziemlich dithyrambischer Sprache die Nothwendigkeit der religiösen Belehrung dargethan, erstens als Schutzwehr gegen die Sünde, zweitens als Trost im Unglücke. Weiter Nichts? Soll an die innere Entwickelung des Geistes, an die Entfaltung unsrer psychischen Fähigkeiten, an die Rectificirung unsres Denkens und Fühlens, mit einem Worte, an die Bildung nicht gedacht werden, welche die Beschäftigung mit der Religion, die religiöse Beschauung hervorbringt und fördert? Allerdings wird dieses Moment in der Gegenwart zu sehr vernachlässigt, und ist doch, richtig verstanden, das hauptsächlichste Resultat, wenigstens das reinste und primärste, denn bei den von dem Vers, gedachten Momenten influiren gewöhnlich noch viele Potenzen im Menschen. Dennoch ist gerade der Verf. vorliegender Schrift einer der neueren Theologen, die der religiösen Theosophie huldigen, und im religiösen Menschen den Denker insonders hervorheben. Nicht Predigten, sondern Betrachtungen werden in der vorliegenden Schrift geboten, und zwar in dieser „ersten Gabe" über die israelitischen Feste, die 5 Hauptfeste. Immer an einen bestimmten Ausgangspunkt, der in der Tendenz, dem Motiv des Festes liegt, gebunden, fließen diese Betrachtungen in reinster, hellster Sprache, warmer Begeisterung und sonnenklarer Frömmigkeit dahin, fern von aller Weitschweifigkeit und Gewöhnlichkeit, und eben so weit entfernt von Schwulst, Gezwungenheit und Uebertadung. Zum stillen, traulichen Nachlesen am Festnachmittag empfehlen wir sie frommen Gemüthern aufrichtig. Die erste Betrachtung (am Schebuot) laßt sich über ofe Ewigkeit Gottes und der Menschenseele aus; die zweite (an demselben) über Seelenfrieden; die dritte (am Sukkot) und vierte (am Schmini Azeret) über die wahre Freude; die fünfte (am Passa) über israelitische Religiosität; die sechste (am R. hasch.) über die Pforten der Ewigkeit; die siebente (am I. Kippur) über Sündhaftigkeit. Wir wünschen, daß ein reicher Absatz dieser ersten Gabe bald eine zweite Nachfolgen laßt. Ausstattung ganz nach Wunsch.