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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-13 · Heft 7 (13.2.1841) · p. Seite 89

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 7 (13.2.1841)
Date
1841-02-13
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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das Stadthaus gerufen und ihnen befohlen, innerhalb 5 Tagen Caschau zu raumen. Man ist auf den weitern Verlauf dieser Begebenheit sehr gespannt. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Februar. Angekommen: Uebersicht aller wohlthätigen Anstalten und Vereine, so wie auch aller milden Stiftungen der deutsch- und der portugiesisch-israelitischen Gemeinde in Hamburg. 1841. (Verfasser: Leopold Dukes.) Die vorliegende Schrift gkebt uns ein vollständiges Bild der wohlthätigen Anstalten von Hamburgs zwei Gemeinden. Wir glauben sie nicht besser charakrerisiren zu können, als mit den Worten des Recensenten im Hamb. Corresp. No. 23. „Ein treffliches Buch, weil es von der Trefflichkeit des menschlichen Herzens Zeugniß ablegt, denn es wird uns hier in dieser Schrift ein ausführlicher Bericht über fünfzig wohlthätige Institute mitgetheilt, die in der jüdischen Gemeinde in Hamburg fundirt und bis zu dem heutigen Tag im blühenden Zustande erhalten sind. Erwägt man, daß die Juden in Hamburg ihre sammtlichen Institute aus den eigenen Mitteln unterhalten müssen, ohne daß sie, weder vom Staate, noch von christlichen Individuen, Unterstützung bekommen; erwägt man ferner, daß die jüdischen Einwohner auch unsere, d. h. die christlichen Anstalten, wie z. B. das Armen- und Waisenhaus u. m. a. durch ihre Beitrage zu unterstützen suchen: so muß man wol den Titel, den der Berichterstatter in dem Vorworte (S. Hl) seinen Glaubensbrüdern beilegt: „Barmherzige Nachkommen der Barmherzigen/' gerecht und passend finden." „Ein großer Theil der uns genannten Anstalten hat eine rein humane Tendenz. Der leidenden Menschheit soll geholfen und ihre leibliche Noth und Kümmerniß soll vermindert werden; dahin gehören das „jüdische Armen-Kollegium," das die eingezeichneten Armen sowol mit Geld, wie auch mit Brod und Suppe versorgt, wol auch die xauyres honteux momentan und alsdann bedeutender zu unterstützen sucht. Auch arme Durchreisende dürfen nicht leer ausgehen. Dieser Anstalt liegt auch sowol die permanente, wie die momentane Krankenpflege ob (S. 99—107); der Frauenverein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen, um dessen Begründung die Gattin des wackern Moses Salomon Frankel sich sehr verdient gemacht hat. Nicht ohne tiefe Rührung konnte Ref. die Beschreibung dieser acht menschenfreundlichen Stiftung durchlesen, und es wird jedem fühlenden Christen wohl thun, Näheres, vielleicht zur Nachahmung, darüber zu vernehmen: „Jede Frau (zwei Jahr verhekrathet, gesetzlich getrauet und unbescholtenen Rufes), die Unterstützung verlangt, hat sich im neunten Monate ihrer Schwangerschaft bei der Präsidentin zu melden und zugleich ihre Wärterin zu bestimmen. Sie erhält alsdann einen Zettel an Eine der Assessorinnen, worauf bemerkt ist, zu welchem Distrikt die Frau gehört, wo sie dann eine Anweisung an die Distrikts-Pflegerin erhalt. Auf diese Anweisung erhält die Wärterin die nöthige Bett- und Leibwäsche, welche mit dem Stempel des Vereins bezeichnet ist und nach gehaltenem Wochenbette zurückgesendet wird. Auch erhält die Wöchnerin das nöthige Kinderzeug und nach der Entbindung Wasche, welches (welche) sie behalten kann." Ferner erhält die Wöchnerin 27 Mark; bei einem Zwillingspaar 40 Mark und doppelte Wäsche. Im Winter auch Feuerung. Geburtshelfer und Hebamme werden ebenfalls von dem Verein honorirt, so wie die Wärterin. Seit seinem Entstehen (1827) hat der Verein an 80,000 Mark ausgegeben (S. 124—126). Musterhaft und heilsam wirkend ist der Verein für Krankenpflege (S. 74—79); der Schillings - Verein zur Unterstützung von Wittwen und betagten Jungfern unbescholtenen Namens; die Frauen- und Mädchen-Vereine zur Bekleidung armer Kinder beiderlei Geschlechts (S. 33—36 und 128 und 129); das Kumpel-Stift ist in unserer Vaterstadt bekannt (S. 113—118); und wir wollen nurnoch, wegen der Großartigkeit der Wohlthat, des israelitischen Krankenhauses erwähnen, das dem Edlen, „der aus vollem Herzen und mit vollen Händen giebt," sein Dasein und seine Wirksamkeit zu verdanken haben wird (S. 108).' In die zweite Klasse der wohlthätigen Anstalten gehören die, die der Verarmung Vorbeugen sollen, und dahin rechnen wir 1) den Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten. Bei keiner wohtthätigen Stiftung wird so auf Hoffnung gesäet, als bei dieser, da die zünftigen Gewerbe von. den Bekennern des mosaischen Glaubens mit Nichten getrieben werden dürfen (S. 39—46); 2) das musterhaft eingerichtete, segensreich wirkende Vorschuß-Institut; so wie 3) die Hermann Heinesche Stiftung, ein Denkmal, das ein edler Vater seinem früh verklärten trefflichen Sohne gesetzt hat. Dem Talent und der Thätigkeit bietet diese Anstalt ein 7*

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