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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-06 · Heft 6 (6.2.1841) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 6 (6.2.1841)
Date
1841-02-06
Page
Seite 76 (sequence 8)
Language
German
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76 Eurer Kinder legen, wenn Ihr die Augen willkürlich über ihr künftiges Schicksal zuschließt, und es so dem Ungefähr überlasset?. Heißt das laut den Vorschriften Eurer Gesetzgeber vernünftig handeln?2 3) Oder, sollt Ihr Euch dessen schämen, was Eure Weisen frei auszusprechen sich nicht scheuten? ') Oder soll das Jemandem zur Schande gereichen, wenn er die ihm inwohnenden Fähigkeiten auf einen rechtschaffenen Unterhalt anwendet? Bot man nicht sogar bei der Werkstätte einem unserer geachtesten Rabbinen den Fürstentitel an? 4 5 6) Und haben nicht die Rabbinen, deren Anordnungen^Jhr so ängstlich befolgt, den Handwerksstand als Ehrenstelle"), anempfohlen?''') Und das empfahlen sie im Orient, wo — bei den üppigen Produkten der Natur — die Erlernung eines Gewerbes nicht so Noth that, als etwa hier, wo das Bedürsniß es so unablässig erheischt. „Aber das stört alle religiöse Beschauung;" aber habt Ihr es vergessen, daß die Rabbinen selbst den Gewerbfleiß über Gottesfurcht gesetzt haben? 7) Ihr wollt Eure Kinder wissenschaftlich erziehen? Ja 2) So äußert schon Maimuni: wi ba*2 “pl “p -nbnra mis raoarnnn rosbn ms ab 'a2a wsrt ra h:n:iö -ircN np ^2 nnNa n^2 rr^'ar-. LN ^2 aNNa NwN npp Restart b2N in vrpnb ‘mm vw pavL ^2 anNa ms mp1' rr^ «npann *,n C'asm in man (Jad Hachsacka Tom. 1. a*D , n:2n ms , usiNn ms'N nabbps “raaN Nan pa 'asa rtan Hilachot Deol 5. Absch. 11. §.) Corresp. 3) raata Nnba N2N (Sabbat fol. 49. l>.) Corresp. 4) Berachot fol. 28. a. . Corresp. 5) mbss r,N nass?:« iasNbn tabaaa (Talmud Hiccosil. Schekalim.) An einer anderen Stelle haben die Rabbinen soweit die Rcligionsverletzlichkeit des Bacers, der seinem Sohne kein Handwerk beibringen laßt, getrieben, daß „es gleich ist, als hätte er ihn Straßenräuberei gelehrt" ab^«2 manas ans raN anbn ■pso b2 naLv^b aanbn (Kiduschin fol. 30. I>.) Corresp. 6) Gittin fol. 67. b. Wo zwei der angesehensten Rabbinen als Muster aufgestellt find, von denen der Letztere — Rabi Scheschet — wahrscheinlich sich mit Zimmerholz beschäftigte, da doch das N8aw2s pö? offenbar nicht den Sinn in sich trägt, den Raschi und die andern Kommentare — „er trug Balken" — in ihm hinein gelegt chaben. Corresp. 7) trnaa NVn arm wa nnnnia baa.a (Berachot fol. 8. a.) Beim Letzten nämlich ist es Trieb und Natur, beim Ersten aber Wille. Corresp. wol! Verdient das aber, die sittlichen Kräfte Eurer Söhne entfalten, genannt zu werden, wenn Ihr sie Leuten zur Erziehung anvertraut, deren Gesinnungen ein Gemisch von rabbinischen, kabbalistischen und chassidischen Elementen sind? — Verdient das, die Natur Eurer zarten Jugend veredeln genannt zu werden, wenn Ihr ihrer einfachen Anschauung Elemente der Jurisprudenz, Astrologie u. dgl. vorführt? — O! einst wird — die Lage der Dinge lassen es voraussehen — ein Zeitpunkt ein treffen, in dem Ihr diesen Rathschlägen gefolgt zu sein euch sehnen werdet, denn — der harte Nothfall wird dazu zwingen; aber zu spät vielleicht für die Einholung alles Versäumten. Sollte keine schleunige Veränderung in der subjektiven Haltung der hiesigen — wie auch aller polnischen — Israeliten Vorgehen, so möge uns der Herr beistehen." Deutschland. Karlsruhe, 12. Januar. Unter 156 Paaren, die hier im Jahre 184V getraut wurden, waren II israelitische. Dresden, 16. Januar. Die L. A. Z. giebt eine statistische Aufstellung von Dresden für 1840, worin die israelitische Gemeinde 4 Trauungen, 16 Geburte.n und 18 'Beerdigungen in Anspruch nimmt. Sie fühlt sich dadurch zu bemerken veranlaßt: „Trotz der Emanzipation scheint diese also, wenn auch sehr langsam, zu verschwinden." Nun, wenn das Schwinden dieser-sehr ehrenwerthen Gemeinde durch zwei Todesfälle des Jahres mehr, als Geburten, vor sich gehen soll, so hat der Berichterstatter der L. A. Z. wenigstens noch 400 Jahre zu warten. Mein bei einer Zahl von 7—800 Personen sind zwei oder drei Todesfälle mehr eben so wenig ein Zeichen des Schwindens, wie eine solche Zahl von Geburten mehr ein Zeichen, des Wachsthumes, denn es kömmt da nur auf den Zufall an, ob einige Greise mehr oder weniger von der Witterungskonstitution ergriffen werden. Jedenfalls war die sächsische Emanzipation aber noch ein zu schwächliches und schwaches Stärkungsmittel, um als ein solches für das Leben der Israeliten gelten zu können. Sie war zu sehr verwässert worden, und kam zu wenig vom Herzen, um bis zur Seele zu dringen.

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