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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-30 · Heft 5 (30.1.1841) · p. Seite 63

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 5 (30.1.1841)
Date
1841-01-30
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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153 politischen Verhältnisse durch eine lebhafte Vorstellung ihrer mißlichen Position bei unseren erlauchten Schutzherren, bemerkt hätte. Eine Verschönerung des Gottesdienstes läßt sich nur da denken und wünschen, wo man von der intelligenten Klasse befruchtenden Saamen zur Civilisation im Volksleben ausstreuen sieht; aber da, wo man täglich von Leuten Ächter Bildung und wahrer 'Aufklärung der Verkehrtheit und der Superstition, blos aus selbstischem Eigennutze, das Wort reden hört, wer kann sich da nach einer erheblichen Andacht sehnen? An Euch also, deren Herz nicht die Schädlichkeiten der herkömmlichen Jrrthümer eingesogen hat, an Euch die Ihr schon irgend einmal vom Gedeihen edler Bestrebungen in Entzückung gerathen seid, j Dnde ich mich, um die Mittel, die in Euch selbst j zur raschen Hebung unserer Stellung liegen, in Erj wägung zu ziehen und sie Euch in ein helleres Licht j zu setzen. Es wäre nun wol schon an der Zeit, mit Euren staatlichen Verhältnissen genauer bekannt zu sein; an der Zeit wäre es, einen wirksamen parteilosen Mann an Eure Spitze zu stellen, der in seii ner eignen Person alle mangelhafte Rechte seiner! hiesigen Glaubensbrüder concentriren sollte. Es war i eine Zeit, da schmeckten uns jene Bedrückungen süße,! wir schrieben sie dem Verhängnisse der Verbannung j (Galut) zu, und wir ertrugen sie mit Ergebung; j jene Zeit ist nun einmal dahin, und wir haben er-! fahren, daß es auch ein Recht, wenigstens Rechte s für uns giebt; und billig ist es von uns, jene san-! guinische Erwartungen, da wo sie unserem Wohlsein! Hemmnisse legen, bei Seite zu setzen. I (Schluß folgt.)! Belgien. Brüssel, 3. Januar. Unter den glückwünschenden Collegien, welche der König der Belgier am j 1. Jan. empfing, war auch das israelitische! Konsistorium. Der Oberrabbine von Belgien j hielt folgende Anrede: „Sire! An einem Tage, wo alle Vertreter des Staats und der Kirche am Fuße j des Throns sich vereinen, eilt auch .das israelitische; Consistorium, dort zu erscheinen. Ew. Majestät Regierung verdanken wir den Genuß der völligen : Gleichheit unter allen Bürgern, welche die belgische j Konstitution uns verbürgt. Auch zählt, wir dürfen j es sagen, Ew. Majestät keine treuern Diener, der Staat keine eifrigem Bürger als diejenigen, in deren Namen wir sprechen. Die Israeliten flehen zur Vorsehung, daß diese Belgien vor jeder Gefahr behüte und dem Könige, der Königin und der ganzen königlichen Familie ihren himmlischen Schutz und ihren ewigen Segen verleihe." Der König antwortete sehr huldreich: „Es ist Mir angenehm, Sie bei Gelegenheit des Jahreswechsels zu empfangen und Ich kann diese Feier nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen zu bezeugen, wie angenehm es Mir ist, zu wissen, daß ausgezeichnete Männer unter Ihnen sind. Sie können auf Meinen Schutz zählen wie auf den Meiner Regierung. Stets werden Wir was in Unfern Kräften steht, für das Wohlsein Ihrer Gemeinde thun." . (Es ist dies die einzige Antwort des Königs, welche die Journale mittheilen.) Niederlande. Aus dem Haag, 5. Januar. In Folge eines in dem Haag von der obersten Kommission für israelitische Angelegenheiten im Plenum gefaßten Beschlusses ist am 26. Dezember in allen Holländischen Synagogen ein feierlicher Dank und herzlicher Segen für die Herren Montesi'ore und Cremicux ausgesprochen worden. Auch sollen sämmtliche jüdische Gemeinden zum ewigen Angedenken diesen Segenswunsch in ihre Register eintragen. Deutschland. Leipzig, II. Januar. Auf hiesiger Universität studiren in diesem Winter 4 Israeliten. (L. Bl.) München, 8. Januar. (Pnvatmitth.) Auch hier hat ein israelitischer Studirender den Preis durch seine Arbeit: de transplantatione corneae gewonnen. Mainz, 28. Dezember. Am hohen Geburtsseste unseres geliebten Großherzogs fand in der hiesigen Synagoge ein sehr erbaulicher Gottesdienst statt. Gebete für das Wohl des Landesfürsten drangen zum Himmel, Choralgesänge wurden von den Knaben vorgetragen, und die Predigt, die Herr Rabbine Ellinger hielt, war voll der edelsten Gesinnungen, der Unterthanentreue, der Menschen- und

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