Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1841)
- Date
- 1841-01-30
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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v» Bruderliebe. Hätte der schon in hohen Jahren stehende Greis diese Rede eben so rhetorisch ausstatten können, als er sie herzlich meinte, so würde sie noch einen größer» Eindruck hervorgebracht haben, als sie wirklich hervorbrachte. Indessen erfreut sich dieser Mann der Achtung der ganzen Gemeinde und wird von Jedermann sür loyal und tolerant gehalten. — Man sieht übrigens bei dieser Gelegenheit, daß der gegenwärtige israelitische Vorstand sich keineswegs den vernünftigen Fortschritten entzieht. Er hat seine Einwilligung zur jährlichen Konfirmation gegeben, er hat dem tüchtigen Religionslehrer Or. Kahn jetzt einen größern Gehalt ausgeworfen, er hat sich bereitwillig für den neuen Schulbau erklärt, in sofern die freiwilligen Beiträge ansehnlich ausfallen; und ist einmal das neue Gotteshaus errichtet, dann wird auch wol der Prediger und die regelmäßigen Predigten nicht fehlen. Endlich hat er ganz kürzlich die Anwesenheit Cremieux's in Mainz auf eine Weise geehrt, die ihm selbst sehr zur Ehre gereicht. (Didask.) Frankfurt am Main, 4. Januar. Unter 32) Paaren, die im Jahre 1840 Hierselbst getraut wurden, gehörten 31 der israelitischen Religion an (L. A. Z.) (Gegen das frühere Gesetz in Frankfurt sehr erfreulich!) Hamburg, im Januar. (Privatmitth.) Der Bau eines neuen geräumigen Tempels statt des bisherigen engen und bloß gemietheten ist nunmehr gesichert , da die dafür eröffnete Subscription von 100,000 Bancomark geschloffen ist. Die Unterzeichner erhalten Actien die Zwei pCt. Zinsen tragen und nach Maaßgabe der späteren Ueberschüsse des Instituts zur Rückzahlung gelangen. Man weiß übrigens, daß eine beträchtliche Anzahl dieser Einzahlungen vermöge testamentarischer Verfügungen der Inhaber nie zurückverlangt werden. Einige Actien sind sofort getilgt und Eine ist es in so fern, daß deren Zinsen zu ewigen Tagen für die Predigerwittwenkaffe des Tempels bestimmt wurde. Ein durch Liberalität und Zweckmäßigkeit ausgezeichnetes und nachahmungswerthes Beispiel! Neben diesem Bau-Fonds ist eine kleinere Subscription eröffnet zu Geschenken für die innere Ausschmückung, für eine größere Zahl von 8itre IW u. s. w., der ebenfalls schon ansehnliche Beiträge gesichert sind. Mehr noch als diese Subscriptionen selbst erfreut die Art, wie die Zeichnungen eingehen, und die nicht übertrieben mit dem Namen eines edlen Enthusiasmus bezeichnet werden können: sogar einige Männer, die in früherer Zeit das Judenthum verließen, wurden davon hingerissen und boten ihre Beiträge an. Es liegt in diesem erfreulichen Vorgänge das Bekenntniß des Glaubens an die ewige Dauer des Judenthums nicht nur, sondern auch an seine Fortdauer' bei der later Observanz und bei regerer Einwirkung der Ideen des Jahrhunderts. Leipzig, 14. Januar. Neben dieser Mittheilung aus Hamburg möge immerhin der folgende Art. Wp L. A. Z. Platz greifen, um auch hierin zur Nachah-' mung anzuregen. „Wiederum ist eine Messe vorüber, und noch ist nicht die geringste Anstalt getrofj fen zur Ausführung eines Gebäudes, das seit drei! Jahren schon projeklirt ist, fast so lange als die jü-! dischen Bewohner Leipzigs eine Gemeinde bilden, l Ein Gebäude, dessen Grundsteinlegung mancher j Wohlwollende erwartungsvoll, wenn auch bisher verl geblich, entgegengesehen hat, nicht wegen des Styls, sondern wegen des Geistes, in welchem dasselbe errichtet werden ^vürde. Was wird aus der allgemeinen jüdischen Synagoge in unserer Meßstadt? so fragt mancher unserer Fremden und unserer Einwohner desto nachdrücklicher, je mehr er sich, und wol mit Recht, von dem Einfluß verspricht, den ein solches, im Sinne des neuern Fortschrittes eingerichtetes Institut auf Lausende von fremden Israeliten, auf sehr viele jüdische Gemeinden üben könnte, und welcher mit den Segnungen einer jüdisch-theologischen Fakultät, die für jetzt im Keime erstorben, in mancher Beziehung wetteifert. Sollte auch jenes Projekt schon so zeitig zu Grabe getragen werden, und zwar aus keinem andern Grunde, wie hierund da verlautet, als weil Diejenigen, die es ins Werk zu setzen beabsichtigten, unnöthige Schwierigkeiten machen? So übergebe man doch die Sorge für diese Angelegenheit einer Zahl von tüchtigen jüdischen Kaufleuten, sie mögen Leipzig oder dem Ausland angehören j und lasse, ehe der Bau' unternommen ist, jede vor-! läuflge Erörterung über die künftige Einrichtung des! Gottesdienstes aus dem Spiele. Von dem gesunden