Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1841)
- Date
- 1841-01-23
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
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53 Geliebter Braut Entgegenschaut, Beseligung in heißer Brust, Und doch in der Gewißheit Lust Au milderm Sehnen angefacht. So fallet nieder, dunkle Wirren, Die aus dem düstern Schacht Des Alltagslebens aufwärtsstreben. Umnebelnd irren Wie Geister um des Geistes Leben, Bis sie's verstrickt in ihre Bande, Verschlei'rt mit dunkelem Gewände —- Fallt nieder vor des Sabbat's Wink! Da hauchet Sicherheit, Besonnenheit und Freudigkeit Durch's Thor der Seele flink, Man fühlt den Dämon weichen. Den Engel nah'n, Man schreitet wie zu Himmelsreichen Auf ebner Bahn — So muß dem Frommen, dem Gerechten Der Tod einst öffnen seine Pforte: Er schwebt hinhurch, ohn' Schreiten, ohne Worte, Bis zu der Sel'gen Rechten- Wie fühl' ich mich erwertet Im niederen Gemach, Als halt' ich mir erbeutet Des Pascha's Dach: So Alles rein und fleckenlos. Der Schwester lieblich Walten Bis auf des Teppichs kleinste Falten, Bis auf des Gartenfensters Moos — Wo bleibt sie doch? Jndeß der Vater Zum Haus des Herrn den Schritt gelenkt, In der Gemein' den Sabbat zu begrüßen. Bis sie zurückgekommen von der Base, Sollt' ich das Haus vor Fremdlingen bewahren — Es wird schon dunkel, müßten doch Die Lampen langst gezündet sein, Die freundlich strahlen zu des Sabbats Feier — Zweiter Auftritt. Thirza (stürzt herein.) Benoni. Thirza. Dem ein'gen Gotte Dank! Benoni. Was ist Dir, Schwester? Thirza. Ich bin geborgen! Benoni. Und wovor? Thirza. Der freche Muselmann! Benoni. Was ist Dir widerfahren? Thirza. Wie bebt mein Herz! mein Athem stockt! Benoni. So sprich, ich zittre vor Erwartung! Sprich, Schwester, was begegnet' Dir? Thirza. j Laß mich erst zu mir kommen! i Benoni/ | Wer wagte Dir zunah' zu treten? I Thirza. j Ach, theurer Bruder, welche Angst bewegt : Mich, Aermste, ach! unsäglich, unaussprechlich! j Ben oni. I Beruh'ge Dich, Du bist hier sicher, Thirza! i Dein Bruder hält Dich, ist Dir Schutz und Wehr! Thirza.! Ach, schützt ein Zelt vor eines Sturmes Wüthen!; Wie Fieber schüttelt's durch die Adern mir!! Benoni. ' So sei nicht grausam, und vertrau' cs mir — i Sieh da, Dein Schleier ist zerrissen — ha, i Wer war's? Erkühnte Einer — | Thirza. : Seit kurzer Zeit, Benoni, sah ich einen Aga - An unserm Hause oft vorüberschleichen, j Mit aufmerksamen Blicken still es musternd. Wenn ich, wie selten es auch kömmt, die Straße Betrete, um zur kranken Bas' zu wandeln, Kömmt mir der Aga stets entgegen, bleibt, Mich frechen Augs anstarrend, vor mir stehen,! Bis flücht'gen Schrittes ich vorüber bin: E Zch achtet v nicht, und eilte um so schneller. . Wie ich nun eben heut' die Sabbatspeisen Der Base zugebracht, und um die Ecke Der Straße lenke, steht der Aga da, Und hemmt den Weg: ich biege aus, er wirft Sich mir entgegen, und mit glatter Zunge