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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-23 · Heft 4 (23.1.1841) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 4 (23.1.1841)
Date
1841-01-23
Page
Seite 51 (sequence 11)
Language
German
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51 Da wir aber in den früheren Th eilen, in der Genesis und dem vorsinaischen Stücke des Exodus schon gottesdienstlichen Vorkehrungen begegnen, so müssen wir diese als Anknüpfungspunkte erwägen. Noach, Abraham, Jizchak, Jakob, Mosche errichten an den Orten, wo eine Offenbarung ihnen geworden, oder die unmittelbare Einwirkung . Gottes auf ihr Geschick in die Erscheinung getreten war, einen Altar, darauf zu opfern, um dadurch die Verbindung mit Gott theils kund zu thun, theils fernerhin, theils überhaupt zu vermitteln. Diese Bestimmung hatte auch im ausgearbeitetsten Sinne der Altar im Heiligthume. Da dieser aber nun permanent sein sollte, wie die Verbindung Israels mit Gott durch die Offenbarung eine permanente geworden und bleiben sollte, so mußte er an einen Ort gestellt werden, der die permanente Verbindung mit Gott vorstellte. Der Altar wurde daher vor ein Gebäude gestellt, das die Beständigkeit der göttlichen Offenbarung enthielt. Es ist nämlich die Lade des Bundes, welche einen Theils die Zehn-Worte auf den Zwei-Tafeln enthielt, also die bereits geschehene Offenbarung, das abgeschlossene Grundgesetz umschloß, andern Theils von der Sühnplatte (rrtsr>) bedeckt war, von welcher Sühnplatte die zukünftige, fernere Offenbarung herab geschehen sollte Tnan üö "jb vwm 'm tön ba dn — masn bi*a 2 B. Mos. 25, 22), somit der ganze Fokus der Offenbarung, wie diese theils unveränderlich gegeben war, theils in Zukunft gegeben werden soll, der Sitz der ganzen Offenbarung, und somit der Unmittelbarkeit Gottes. Vor diesen Sitz Gottes ist also der Altar gestellt. Während demnach der Altar das Hinanstreben des Menschen zu Gott repräsentirt, stellt die Lade das Hinabstreben, die Annäherung Gottes zum Menschen vor. Während aber der Mensch in allen seinen Erscheinungen in die sichtliche Wahrnehmung treten muß, und dann erst zu einer Wesenheit wird: so kann hingegen das Wesen Gottes, wenn es auch durch die Offenbarung Objekt der Erkenntniß ward, dennoch nicht Objekt der sichtlichen Wahrnehmung werden. Daher steht der Altar frei und sichtbar im Hofe, nur vor der Entheiligung des materiellen Lebens geschützt, jedem Israeliten zugänglich; hingegen der Sitz der Offenbarung, die göttliche Unmittelbarkeit, muß bedeckt sein, im Dunkel, unnahbar, nur von der Spitze der israelitischen Vermittelung bei deren höchstem Akte, der Versöhnung, berührt. Dies ist der einfache Grundgedanke des mosaischen Heiligthums, der eben so im Tempel Salomonis bewahrt blieb. Wir haben hier den Altar außerhalb des eigentlichen Heiligthums, während er bei den Heiden gerade der integrirende, eigentlichste Theil der inneren Tempel war. Bei genauer Erwägung erkennt man hierin schon den enormen Unterschied des Heidenthums von der Religion Israels, da jenes nie zum Begriff der göttlichen Unmittelbarkeit kam..' Außerdem aber, daß die Offenbarung Gottes, und somit auch der Fokus derselben der sichtlichen Wahrnehmung entrückt bleiben: so können auch Gott und Mensch in ihrer Wesenheit nicht unmittelbar an einander treten, sondern das Hinstreben des Menschen zu Gott, und die Offenbarung Gottes an den Menschen bedürfen der vermittelnden Momente, um zur Heiligung des Menschen zusammenzutreffen, und somit mußte zwischen den Altar und die Lade noch ein Raum (das Heilige) treten, 'in welchem die vermittelnden Momente repräsentirt waren. Dieser Raum mußte daher auch nur denen zugänglich sein, welche die Vermittelung zwischem dem weltlichen Israel und Gott zur Aufgabe hatten, den Priestern. Die Vermittelungsmomente sind aber von Seiten der Offenbarung: die Erkenntniß und die Geschichte. Durch die Erkenntniß erreicht die Offenbarung ihren Zweck wirklich, erleuchtet den Menschen, und wird in ihm zur ausstrahlenden Wahrheit — ihr Repräsentant ist das Licht aus dem siebenarmigen Leuchter. Die Geschichte Israels aber ist der faktische Beweis der Offenbarung durch die unmittelbare Führung und Einwirkung Gottes — ihr Repräsentant ist das „Brod des Angesichts" in der Zahl der Stämme Jsrael's auf dem „Tisch des Angesichts." Von Seiten des Menschen aber ist das Räuchern der höchste Akt der Vermittelung, schon dicht an das Geistige tretend. Dies ist denn der Begriff des „Heiligen" und seines Inhalts, das zwischen die Lade und den Altar, verbindend und trennend zugleich', tritt. So haben wir den Gedanken des mosaischen Heiligthums in den drei Momenten: Altar, das Heilige, die Lade, d. i. das Anstreben des Menschen, die Heiligung, die Offenbarung. Es ist dieser Gedanke in strengster Konsequenz durchgeführt, wir haben' ihn in Volk, Priester, Hoher-

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