Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1841)
- Date
- 1841-01-23
- Page
- Seite 50 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ter gehalten: wir konnten nicht umhin, im Geiste Vater und Tochter innigst Glück zu wünschen. Daß wir diesem ersprießlichen Unternehmen, das in größerer Vollendung eine Zierde unsrer Homiletik wird, den besten Fortgang wünschen, brauchen wir nicht mehr zu versichern. Die äußere Ausstattung ist angemessen. Hamburg, 7. Januar. Wir entnehmen einer geistreichen Recension von Salomon's Elia folgende Stellen, indem wir nächstens Einiges zur Lösung der darin aufgestellten Fragen beizutragen uns Vorbehalten. „Es mag wol keinen Beobachter der Zeit geben, der nicht mit forschendem Auge auf das neue Leben hinschaut, welches der Mosaismus in Deutschland seit ein Paar Jahrzehnten entwickelt. Es drangen sich bei dieser Erscheinung, welche dem Menschenfreunde eine angenehme ist und nur dem Trübsinne der Einseitigkeit Verdruß erregen kann, gar mancherlei Sorgen auf. Es fragt sich z. 33.: trug der Mosaismus dieses neue Leben in sich selbst, und schuf er die Umgestaltung seiner Kirche, wie sie in „den neuen israelitischen Tempeln" zu sehen, aus sich selbst in dem eignen Drange der Reproductivität und Regeneration hervor? — oder aber bedurfte er dazu die Berührung mit der christlichen Kirche, wie er sie gerade in Deutschland empfindet, und würde ec in anderer Nachbarschaft und Umgebung zu solcher Bewegung nicht gekommen fein? Wir wissen ja, wie auch das Evangelium unter verschiedenen Anregungen von den Philosophieen und den Zuständen der Zeit, mit denen es rn Berührung kam, in verschiedene Theologieen ausging und in verschiedenen Eultusformen sich ausprägen ließ. Es fragt sich ferner: wird die israelitische Literatur in diesem neuen Leben des Mosaismus in Deutschland sich einen Boden suchen und aus ihm Nahrung und Charakter ziehen, oder wird sie sich von ihm getrennt und ohne wesentlichen Einfluß zu erleiden, halten? Im ersteren Falle würde sie neben der christlichen Literatur Deutschlands eine selbstständige Stellung einnehmen, im andren mit ihr zusammenfallen. Und wenn sie als eine selbstständige Geistesmacht auftritt, wird sie dann auf die christliche Literatur einwirken oder mehr von ihr empfangen, oder wird sie zu dem Einen nicht die Kraft und zu dem Andern nicht die Neigung haben und in gleichgültiger Ferne sich halten?. Es fragt sich weiter: wird das neue Leben des Mosaismus in Deutschland auf die äußerliche Lage seiner Bekenner unter uns eimn Einfluß gewinnen und die vielfach verhandelte Emanzipation, nach welcher die Israeliten sich sehnen, vor welcher ein nicht geringer Theil der Christen sich fürchtet, über welche die Staatsmänner in dem Geschiebe der sich durchkreuzenden Interessen noch nicht Rath wissen, vielleicht zu einer Entscheidung bringen helfen? Und wie viele andre Fragen drängen sich dem Zeitgenossen auf, wenn er einen neuen israelitischen Tempel sieht, eine deutsche Predigt darinnen hört, ein deutsches Gesangbuch in die Hand bekommt und dann in dem Prediger den Mann der deutschen Wissenschaft findet? Es ist daher natürlich, daß für Jeden, der seine Zeit beachtet und zu begreifen sucht, jedes Zeichen jenes neu gestalteten kirchlichen Lebens unter den Israeliten unsecs Vaterlandes von entschiedenem Interesse ist." (Miszellen.) Die Chaldäer, die wir seit langer Zeit ausgestorben wähnten, existiren noch in Mittelasien, nach der neuern Entdeckung des Herrn Boro, und zwar in den Gebirgen, welche ihre zahlreichen Zweige zwischen Mosul/Diarbekr, Wan und Suteimame ausbreiten. Sie nennen sich, und werden von den Armeniern, ihren Nachbarn, Child am oder Assork, und von den Kurden Makin genannt. Die letztere Benennung leitet Herr B. vom persischen „Mag" her (Magier.) Die chaldäische Sprache fand Herr B. im westlichen Thals des alten Mediens in der Nähe des Landes der Kurden und in den heimischen Gebirgen dieses uralten'Volkes, zwar rauh, arm undungebildet, doch frei und unabhängig. (Echo (lu Monde sarant vom 9. Dezember.) —. Die Bibelgesellschaft zu Glasgow soll gegenwärtig eine vollständige Bibel für Blinde drucken lassen, wozu die Regierung 400 Pf. St. beisteuerte; das Ganze soll aus 15 Banden mit 2470 Seiten bestehen. (Wer sind die rechten Bibetfreunde?) Theologie. Die Ansicht des Bibelwerkes über den mosaischen Kultns. (Fortsetzung au« No. 49 vor. I.) Vor Allem kömmt es daher darauf an, den Grundgedanken des ganzen Heiligthums aufzufinden.