Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1841)
- Date
- 1841-01-23
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
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48 hbib zubereitet warWelche traurige Betrachtungen lassen sich nicht an diese, in konkreten Fällen gewiß einzig dastehende, Begebenheit knüpfen. Es ist wahrlich schon ziemlich weit mit der Civilisation unter den soi-disaiit gebildeten Juden gekommen, daß sie — um einem der edelsten Männer in Israel, der von einer Reise zurückkehrt, deren Hauptzweck nicht sowol eine die Humanität im Allgemeinen, als die Juden in's Besondere betreffende Sache war; — deren Hauptzweck die Verfechtung und Vertheidigung der jüdischen Religion vor den Augen aller Völker war; — daß sie einem solchen edlen Manne, welcher für den Glauben seiner Väter so große Opfer gebracht, — ein öffentliches Festmahl veranstalten — mit trevener Küche und mosaisch verbotenen Speisen! Noch mehr zu beklagen ist's aber, wenn wir sehen, wie selbst ein Religionslehrer und Prediger, sowie noch mehre frommgläubig sein wollende Israeliten Theil daran genommen. Unseres Erachtens ist eine solche Ehrenbezeugung für das Iudenthum entehrend, und wir zweifeln keineswegs, daß Herr Crümieur, aus leicht zu errathenden Gründen, eine solche Ehre höflich zurückgewiesen haben würde, wenn er gewußt hätte, welche reich besetzte Lasel er antreffe, so wie er sich in der That Tag's darauf sehr mißbilligend desfalls geäußert haben soll. War es in Wien oder in Fürth — Gemeinden, denen man neben zeitgemäßen Reformen, Anspruch auf ächte Bildung nicht abzusprechen vermag — auch eine trevene Mahlzeit, zu der Herr Crömieux eingeladen worden? Wir können eine solche eben so religiös verpönte als unpolitische Handlungsweise nicht ohne Rüge pafsiren lassen, und stellen es jedem unsrer jüdischen Leser anheim, sich die Frage zu beantworten, ob solche Beispiele — in einer Stadt wie Frankfurt, die vormals v* osi genannt wurde — der Sache der jetzt allgemein gefordert werdenden Reformen förderlich seien. 0 towpora, o woros! X... *) Ist doch das, bei ihrer Schwefteranstalt, der hiesigen Loge „zum frankfurter Adler" gleichfalls zu Ehren Cr's veranstaltete Souper von einem jüdischen Restaurateur besorgt worden. Warum geschah hier nicht ein gleiches? — Corresp. Magdeburg, 10. Januar. Um unsere Nachrichten über den Empfang Cremieux' in Deutschland vollständig zu machen, tragen wir noch Folgendes nach. Zu Triest fanden Gastmäler ihm zu Ehren statt, man verehrte ihm zwei silberne Kandelaber mit Inschriften, die den Dank für seine Bemühungen aussprachen, man ließ ein Oelgemälde von ihm anfertigen, das nachher lithographirt ward. In der Synagoge hielt der Oberrabbine eine Anrede an ihn, Cremieux antwortete ihm, nachdem er ihn umarmt. Einem großen Diner, welches ihm zu Ehren gegeben wurde, wohnten alle Militärbehörden, unter Anderen der General Wimpfen und zwei Regierungsräthe bei. (-Ircli. israel.) Aus Mainz vom II. Dezember. „Gestern weilte Cremieux, der edle Vertheidiger der Damastener Juden, einen halben Tag in unserer Stadt. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde überreichte Herrn Cremieux eine Dankadresse im Namen sämmtlicher jüdischen Bewohner von Mainz, nebst einem prachtvollen Ehrengeschenk, zu welchem ein großer Theil der Gemeinde auf das bereitwilligste beitrug. Cremieux dankte auf die herzlichste Weise für diese Zeichen von Anerkennung und Wohlwollen, und äußerte namentlich, daß es ihn hoch erfreue, von der jüdischen Gemeinde der Stadt Mainz diese Herzlichkeit entgegennehmen zu können, da diese Gemeinde in den Annalen des Judenthums berühmt dastehe, wie überhaupt die Stadt Mainz in Aufklärung und Bildung stets vorangeleuchtet habe. Man sagt, daß noch eine zweite Sammlung veranstaltet werde, um die von Cremieux zu Cairo errichtete Armenschule zu unterstützen." (Fr. Journ.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, II. Januar. Aufforderung. Wir haben vor Kurzem Auszüge aus der zu Posen erschienenen Biographie des seligen David Caro, dieses im hebräischen Fache ausgezeichneten Literaten, gegeben. Derselbe hat eine beträchtliche Maste von Manuscripten hinterlaffen, die meist für unsere Literatur ein bedeutender Gewinn waren, wenn sie zum Drucke