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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-23 · Heft 4 (23.1.1841) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 4 (23.1.1841)
Date
1841-01-23
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 zu einer Partei Hinzuneigen, würde ich doch den Zweiten für passender halten, das Nabbinat zu fungiren, da hier wenigstens eine deutliche Ansicht, ein Gefühl fürs Hohe — indem seine Borträge, die er meist am Abende des Sabbats vor einer zahlreichen Versammlung von Chasidim, einem Menschenschlag, der, sich stets vergrößernd, auch hier jedwedem Fortschritte alles Ersprießlichen Einhalt thut, hält, bei allen schwärmerischen Ansichten dennoch ein Odem der lebendigsten Fülle, ein Geist des hohen Edelsinns und einer innigen Menschenliebe durchweht, die allenfalls eines jeden Menschen Seele in Anspruch nehmen — anzutreffen ist, wogegen der Bortrag des Rabbinen, den man kaum zweimal im Jahre hört, höchst abgeschmackt und fade ist, und höchstens auf eine spitzfindige Konklusion ausgeht. Die Art des Streitens der erwähnten Männer geschieht oft auf eine recht lächerliche Weise; und der Gegenstand des Kampfes ist nicht immer der wichtigste. So wurde durch 2 Jahre hindurch von beiden Parteien über die Fähigkeit eines Schächters mit einem Eifer gestritten, der auf etwas Ersprießlicheres gewendet zu werden, wol verdient hätte. Was dieser für erlaubt erklärte, verbot jener unter den Drohungen des Bannes, zu genießen. So wurde höchstens die Fleischbank die Palästra ihrer theologischen Debatten. Die Streitfrage, wann das Sichtbarwerden des Mondes als reif betrachtet werden kann, um den üblichen Segen über ihn zu sprechen, setzte mit einem bewunderungswürdigen Enthusiasmus die Masse beider Parteien in Bewegung. Solche und dergleichen Gegenstände machen den Antagonismus beider Männer aus; das wahre Uebel faßt Niemand auf. Auch die übrigen hiesigen Vorsteher (Komitäten) sind meistens aus dieser Klasse Menschen gewählt, denen kein Begriff von Staats-Uebel oder Staats- Wohl inne wohnt. So versäumt man auch hier den öfter» günstigen Zeitpunkt der Deputirten-Sitzung, die alle paar Jahre mit Bevollmächtigung von den hohen russischen, österreichischen und preußischen Höfen stattsindet. Da sah man keine einzige Deputation von Seiten der Juden erscheinen, als hätten sie sich des besten Wohlstands zu erfreuen, wogegen die Christen sich zum Guten noch Besseres bewirkten. Mit dem edelgesinnteren Theile der hiesigen Juden muß man theils wegen ihrer eignen Geschäfte, die ihnen nicht Zeit lassen, einen Blick nach ihren leidenden Mitbrüdern zu werfen, theils wegen der entmuthigenden Erscheinungen, die jede Kraftäußerung unterdrücken, Jndulgenz haben, wenn auch sein ganzes Benehmen nicht billigen. Auf Einige wiederum, deren günstige Lage Niemanden erfreut, ließe sich mit Recht die Worte des Propheten anwenden: „dein Auge und dein Herz sind nur auf deinen Gewinnst geheftet." (Fortsetzung folgt.) Großbritannien. London, 28. Dezember. Der Glasgow Argus theilt einen ausführlichen Bericht über die siebente Jahresversammlung der Gesellschaft für Beförderung religiöser Freiheit mit, bei der unter Andern ein Beschluß gefaßt wurde, wonach sich die Mitglieder verbindlich machen, im Fall einer Parlamentswahl ihre Stimmen und ihren Einfluß allen Kandidaten zu entziehen, die nicht die förmliche Ver, pflichtung übernehmen, daß sie Alles aufbicten wollen, die Beschränkungen, unter welchen die Dissen, ters bisher immer nur zu Aemtern zugelassen wurden, zu beseitigen und zu verhüten, daß man von Seiten der Regierung oder der Gesetzgebung jemals wieder auf den Geist der glücklicherweise aufgehobenen Test- und Korporationsakte zurückkomme. London, 29. Dezember. Gestern fand eine zahlreiche Versammlung mosaischer Glaubensgenossen in einer der londoner Synagogen statt, um zu berathen, auf welche Weise man am besten dem Sir Moses Montefiore bei seiner Rückkehr aus dem Orient den Dank für dessen Bemühungen zu Gunsten der verfolgten Religionsgenoffen in Syrien abstatten könne. Unter den Anwesenden befanden sich alle jüdischen Notabilitäten der Hauptstadt. Man faßte einige vorläufige Beschlüsse und ernannte ein Comite, welches der nächsten Versammlung in dieser Beziehung Vorschläge machen soll. Indien. London. Die HaubeundSpener'sche Zeitung liefert folgende Fortsetzung über die Beni-Israel in Indien (No. 2): „Ich fahre in meinen Auszügen aus vr. Wilson's Bericht über die Beni-Israel fort. Die Sprache der Beni-Israel ist das Marathi;

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