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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-16 · Heft 3 (16.1.1841) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 3 (16.1.1841)
Date
1841-01-16
Page
Seite 37 (sequence 9)
Language
German
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37 obskuren Broschüre, die vom Titel bis zur letzten Zeile voller Haß gegen alle Menschlichkeit und Wahrheit ist, all' den Unrath abzusetzen, den der Univers und einige bekannte deutsche Blatter bei dieser Gelegenheit aufgehäuft. Eine Augsburger (!) Buchhandlung hat diesen Auskehricht auf ihren Schubkarm geladen. Wir erwähnen dies nur, um mit wahrhaftestem Vergnügen das Publikum auf eine Schrift aufmerksam zu machen, die mit glühendem Eifer jene traurige Begebenheit in all' ihrer Ausdehnung, ihrem Entwickelungsgange und ihren Wirkungen verfolgt: Damascia, von L. H. Löwensteiru Rödelheim, 1840. Der Vers., den wir bis jetzt nur als tüchtigen Exegeten in seinen „Proverbien" und „Klageliedern Jeremia," und genauen Korrektor in der Lehrberger'schen Offizin kannten, hat in dieser Schrift, der der zweite Theil bald folgen soll, zuvörderst den geschichtlichen Gang in den bedeutendsten Berichten der Zeitungen, namentlich dieser Allg. Zeit, des Zudenth., zu klarer Anschauung gebracht, dann aller Orten die feindlichen Momente mit Energie, Feuer, Takt und Gelehrsamkeit bekämpft, so insonders die berüchtigten Artikel der Leipziger „von der Saale." Der Thatbestand liegt den Lesern dieser Zeitung langst vor, die Kritik ist zu umfassend, wir müssen daher uns begnügen, die Theilnehmenden hiermit auf die Schrift dringend aufmerksam gemacht zu haben. Was wir bedauern, ist, daß dem Verf. eine genauere Aufspürung der politischen Motive, die dem Trauerspiel zu ersten Hebeln dienten, und für die wir in unserm Jahresberichte einige Winke gegeben, nicht vorlag, und daß ihm das Schriftchen von David Salomons Esqu. zu London, das bald nach Beginn der Handlung erschien, und worin noch manches Faktische vorhanden ist, ent- . gangen. Ware es im zweiten Theile, oer mit der Loslassung der Gefangenen durch Mehmed-Ali's Ferman beginnen wird, nicht angemessen, die besseren Aussatze jüdischer Gelehrten, die auf diese Gelegenheit erschienen, zusammenzusiellen, um sie als Monument aufzubewahren, um so mehr da im ersten Theile sich nothwendig so viele judengehassrge Aeußerungen sammeln mußten? Möge der Vers, einiges Genüge darin finden, daß wir ihm unser lebhaftestes Interesse zusichern. Magdeburg, 4. Januar. Angekommen: — Trauerrede auf den Hintritt Friedrich Wilhelm 11l. von David Deutsch, Rabbinen zu Myslowitz. Zeichnet sich durch Klarheit und Reinheit der Rede aus, wenn auch Weitschweifigkeit in der Einleitung wie in der Ausführung nicht zu verkennen ist. Die darin ausgesprochenen Gesinnungen machen dem Redner Ehre, wie denn überhaupt die bei dieser Gelegenheit gesprochenen Vorträge in dm Synagogen auf's klarste beweisen, welche enorme Fortschritte die jüdische Masse und ihre Lehrer gemacht haben. — Predigt, gehalten am letzten S. des I. 5600 in der Haupt-Synagoge zu Mannheim, von Lindemann. Mannheim 1840. Dem Derf. ist Gewandtheit der Sprache, Bilderreichthum und Lebhaftigkeit der Rede durchaus nicht abzusprechen; auch muß diese Predigt gut vorgetragen einen sehr löblichen Eindruck gemacht haben — aber zum Abdruck derselben liegt kein Motiv vor, da sie nichts Neues und nichts Besonderes enthält. — Magdeburg, 6. Z$anmx. Angekommen: Israelitische Festpredigten und Kasualreden, herausgegeben von Maier in Stuttgart, Mannheimer in Wien, Salomon in Hamburg. B. I. H. I. Stuttgart 1840. Wenn Männer, wie die genannten, von denen insonders Mannheimer und Salomon durch größere -Predigtsammlungen schon langst in unsrer homiletischen Literatur die bedeutendsten Stellen einnehmen, sich verbinden zu gemeinsamen Zwecken, so ist wesentliche Bereicherung dieses Gebietes zu erwarten. Mancher möchte fragen, wenn eine Sammlung von Mehreren, warum nur von drei? Und sollte nicht der und jener von den jetzigen israelitischen Rednern, und Gott sei Dank! deren Zahl ist jetzt sehr bedeutend, und im Wachsen begriffen, Furcht vor einem aristokratischen Triumvirat haben? Allein davon ist gewiß nicht die Rede. Den besseren Arbeiten Aller könnte nur eine fortdauernde homiletische Zeitschrift den Raum öffnen, um so alle Richtungen zu repräsemrren und fortdauernd auszubilden. Allein zu einem abgeschlossenen Ganzen können nur Männer, die, wenn auch in ihrer Individualität, sich als iu einer Richtung bewegend erkannt haben, zusammentreten. Ein abgeschlossenes Ganzes ist aber bei „Festpredigten" immer in Aussicht, wenn auch „Kasualreden" ein unbestimmtes Maaß an die Hand geben. — Mit Recht weist Maier im Namen seiner Mitverfasser den Tadel zurück, der öfter ausgesprochen worden, daß in der neuern Zeit die homiletische Literatur zu stark angebaut werde. Er erwiedert: „Die Synagoge war lange genug zu ihrem großen Nachtheil zum Stillschweigen verdammt, und verstummte, wo zum Reden Zeit war; nun da das Wort in ihr laut geworden, sollte man 3'

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