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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-16 · Heft 3 (16.1.1841) · p. Seite 36

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 3 (16.1.1841)
Date
1841-01-16
Page
Seite 36 (sequence 8)
Language
German
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36 Deutschland. Braunschweig, 31. Dezember. (Privatmitth.) Der Herr Dr. Levy Herzfeldt ist vor einigen Tagen durch einstimmigen Beschluß der hiesigen Gemeinde zum Adjunkt und definitiven Nachfolger, des jetzigen Herrn Land-Rabbinen (den Gott noch lange erhalten möge), erwählt worden. Es macht uns diese Erfüllung unserer Wünsche um so mehr Freude, als wir seit einiger Zeit in Gefahr waren den Dr. Herzfeldt durch den Ruf als Rabbine an einer oder andern auswärtigen Gemeinde zu verlieren. Sein Wirken seit vier bis fünf Jahren, in welchen wir ihn als vortrefflichen Menschen, Gelehrten und Prediger zu bewundern Gelegenheit hatten, berechtigt nun, da wir ihn für immer den Unfern nennen, zu den schönen Hoffnungen, daß unserer Gemeinde ein neuer erfreulicher Zeitpunkt sowol für das Schulwesen als in sittlich-religiösen Beziehungen überhaupt, bevorstehet. .s. Dresden, 27. Dezember. (Privatmitth.) Der kühne Entschluß, den jene zwei Männer in Israel faßten und mit Erfolg ausführten, hinzugehen in weite Ferne und mit einer Sicherheit und Klarheit, die nur das bessere Selbstgefühl gewährt, im Angesichte des Orients und Occidents laut zu sprechen für die Unschuld der Gefesselten zu Damaskus und so mit Wort und Thal öffentlich zu heiligen den Namen des Herrn, wahrlich diese großartige Handlung, die man leider in den letzten Jahrhunderten des Drucks und der Zerknirschung fast entwöhnt war noch unter uns zu sehen, hat einen so allgemeinen Aufschwung der Gemüther hervorgebracht, daß auch wir von unsrer kleinen Gemeinde darüber zu berichten uns nicht versagen mögen. Der würdige Oberrabbine und der Gemeinde«Vorstand begegneten sich in dem Wunsche jene hochherzige That in unsrer gottesdienstlichen Versammlung nicht spurlos vorübergehen zu lassen und so. fand sich an gestrigen Sabbat Chanuka .die geeigneteste Veranlassung die Gefühle des Danks und der Theilnahme, welche sich kund gaben, zum klaren Bewußtsein zu bringen. — Nachdem der Hallelgesang, mit neuen, den Wechsel von Leiden und Freuden innig ausdrückenden Melodiken von unsrem Sängerchore mit vieler Präcision ausgeführt worden war, bestieg Herr Oberrabbine Dr. Frankel die Kanzel, schilderte zuerst, — den passenden Text Ps. 118, v. 16. 17. f„Die Rechte des Herrn erhaben, die Rechte des Herrn erkämpft den Sieg! Nein, noch sterbe ich nicht, ich lebe, erzähle die Thaten der Gottheit!") zur Grundlage nehmend, — die große That der seit 2000 Jahren hochgefeierten Makkabäer, deutete dann wehmüthig auf die gewaltige Kluft hin, welche unsre Tage von jenen Tagen scheidet, eine Kluft, die Alles was groß und schön in Israel, fast verschlang; doch bfcW1 pb« Nb, „noch sind wir nicht ganz verwaist, noch giebt es edle biedre Kämpfer für Recht und Unschuld in unsrer Mitte," und da erschollen vom Allerheiligsten herab die Namen jener Edlen, Moses Montefiore und Adolph Cremieux, deren Wirken für die heilige Sache unsrer Religion der Redner jetzt lichtvoll auseinandersetzte, dabei auch aus diesem glänzenden Beispiele nachwies, wie Liebe zum Vaterlande mit der Liebe und Wirksamkeit für Rdligion und Stammgenossen wol vereinbarlich sei und beides vereinigt erst den Schlußstein wahrer Religiosität und Humanität bilde. — Das auch aus einer großen Anzahl christlicher Glaubensgenossen bestehende, überhaupt sehr zahlreiche Auditorium ward durch diesen mit edler Begeisterung gehaltenen Vortrag sehr ergriffen und das Gefühl der Theilnahme steigerte sich bei Vielen zum Enthusiasmus für jene gefeierten Männer als im allgemeinen Kirchengebete, nächst den Mitgliedern des hohen Königl. Hauses, diesmal auch die Namen Montefiore und Cremieux eingeschaltet und der Segen des Himmels auf sie herab erflehet wurde. (Wir können diesen Artikel nicht ohne die Bemerkung verlassen, wie überhaupt die Bemühungen der Herren M. und Cr. bei den deutschen Israeliten einen wahren und tiefen Eindruck gemacht haben, und aller Orten mit aufrichtiger Anerkennung belohnt wurden. So kam uns vor Kurzem von Heidelberg von Herrn Dr. Rehfues ein schönes Gebet zu, welches derselbe auf diese Veranlassung gehalten. Red.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 3. Januar. Die Damasker Angelegenheit hat Veranlassung gegeben, in einer sehr

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