Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1841)
- Date
- 1841-01-09
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zue Allgemeinen Zeitung des Judeuthums No. 2 Danzig, November 1840. Vorwort zum nachstehenden Aufsatze. In Nr. 41 des Orients erschien ein mit D—» Unterzeichneter Aufsatz über Danzig. Unterzeichneter hat an die Redaction des nämlichen Blattes den nachfolgenden Aufsatz als Erwiederung eingesendet. Herrn vr. Fürst hat es aber beliebt in Nr. 44 seines Blattes die Arbeit der Art zu verstümmeln, daß aus einer die fraglichen Punkte widerlegenden und berichtigenden Erwiederung zerstückelte Geschichts-Notizen geworden, die nicht der ursprüngliche Zweck des Berichts gewesen. Zweitens hat es Herrn vr. Fürst beliebt, den eingesendeten Artikel, den er aufzunehmen oder zurückzuweisen hat, in einer Anmerkung zu censiren, und zwar dahin, daß er nur zu oft das historische Element und die männlich richtige Haltung aufgegeben. Inwiefern aber dem Herrn vr. Fürst ein Recht zusteht zu dem einen wie zu dem andern Verfahren, und inwiefern er hierbei sein Judicium und die sublime Tendenz seines Blattes rechtlertigt, das, persönlichen Angriffen offenstehend, sich dem Worte der widerlegenden Wahrheit, verschließt, mag der Leser bei Vergleichung der nachstehenden Erwiederung mit Nr. 41 und 45 des Orients selbst beurtheilen. A. H. „Die jüdischen Gemeinden in Danzig." Unter diesem Titel findet sich in Nr. 41 dieser Blätter (Orient) ein mit D— n Unterzeichneter Aufsatz. Diese Arbeit als Absolutum betrachtet, wäre keiner weiteren Erörterung mehr würdig; und wenn dennoch zu ihr zurückgekehrt wird, so geschieht dies keinesfalls in dem Sinne einer Gegenschrift, nach der schlechten Bedeutung des Wortes, um etwa an einem pitoyablen Anonymus Satissaction zu nehmen, sondern der betreffenden Sache wegen, die einer Erörterung wol werth ist. Die Sache ist die Judenschaft der Stadt Danzig. Die Juden Danzigs haben das eigenthümliche Schicksal durch ihre Berührungslosigkeit mit der Fremde und dem eigentlichen Territorium der jüdischen Zeitgeschichte aller Orten hundert verkehrten Urtheilen ausgesetzt zu sein. Nichts destoweniger aber haben auch sie ihre Entwickelung und ihre Geschichte; und wer es sich zur Ausgabe macht, diese vor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen, der sollte es fühlen, daß er kein profanes, selbstsüchtiges Geschäft vor sich habe, sondern daß es ihm obliege, in historischer, objectiver Unpersönlichkeit ein abgerissenes Stück Geschichte einzugliedcrn in die allgemeine Bewegung der Zeit. Die Arbeit des Anonymus hat nichts gemein mit einer solchen Aufgabe, denn die darin niedergelegte Auffassung der objectiven sactischen Punkte ist eine bornirte, knabenhafte, und die noch zum Ueberfluß hineingebrachte persönliche Gesinnung ist eine unreine, böswillige. Mag jedoch die Sache für sich selber reden. Es wird bisweilen mit Aufopferung des logischen Zusammenhanges geschehen müssen, daß Ref. den gedachten Aufsatz nach seinen Hauptpunkten begleite, da hier die Begründung der Wahrheit mit der Vernichtung der Lüge und Unverschämtheit zusammcnfällt. Danzig besteht wirklich, wie Anonymus berichtet aus 5 Gemeinden; doch daß ihre räumliche Vertheilung an den Motlau-Ufern und ihre Bcerdigungsverwaltung der Fremde minder wissenswerth erscheinen könnte als ein Blick in die factische Nothwendigkeit dieser Sonderung, in das Charakteristische derselben, und endlich auf den Einfluß, den diese Sonderung auf die zeitige Entwickelung übt, das konnte natürlich dem hohen Ingenium des Anonymus nicht einfallen. Es sind diese Punkte bereits vom Verf. dieser Zeilen in den Blättern der Allg. Zeit, d. Judenthums behandelt worden, daher nur hier eine evatour-artige Zeichnung derselben. Danzig hat vermöge seiner Handelsbetriebsamkeit von jeher eine große Anzahl Juden an sich gezogen;