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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-09 · Heft 2 (9.1.1841) · p. Seite 22

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 2 (9.1.1841)
Date
1841-01-09
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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22 Leipzig, 26 Dez. (Privatmitth.) Da wir den Art. in der Leipz. Allg. Zeit, kurz zurückgewicsen haben (No.!.), der Cromieux' Verdienste herunterzusctzen versucht hatte, so sühlen wir uns ermüssigt folgenden Artikel der Mainzer Zeitung hicrhcrzustcllen, um so mehr, da derselbe mehrercs Eigenthümlichc und Richtige enthalt. „Wir erhalten von einem geachteten uns befreundeten Manne folgende Zuschrift: „In die Nummer vom 22. Dezember ist eine Pariser Korrespondenz aus der Leipziger Allgemeinen Zeitung, Cromieux betreffend, übergegangcn, welche nach Gehalt und Gestalt eine Widerlegung zur Pflicht macht. Die Redaktion hat durch eine angcfügte Bemerkung auf die Person des Verfassers hingedeutct, der, wie hinzugesetzt werden muß, seiner Zeit von Frankfurt nach Paris übcrsiedcltc. Welches Gewicht in der Persönlichkeit des Verfassers liegt, bleibe dahingestellt; cs bleibt aber immer bejammernswert!), wie die offenbaren persönlichen Motive des Schreibers, die Sucht zu skandalisircn, seine Gereiztheit und sein Grimm gegen seinen früheren Aufenthalt hier einen hochherzigen Mann und sein edles Streben, so wie die ihnv gewordenen Huldigungen, verzerrt und in's Lächerliche zu ziehen sucht. Die wieder cufgewärmte Heinc'sche Manier hat in! der letzten Zeit ihre verdiente Zurechtweisung auch in der Mainzer Zeitung gefunden. Wenn aber der Nachtreter in der Sucht nach Aufsehenmacherei selbst das Unantastbarste, das Familienleben in pikanter Klatschsucht, vor die Oeffcntlichkeit zieht, wenn er die Gattin Crömieux's, eine edle Matrone, fast unumwunden in die niedrigste Sphäre hinabzudrücken sucht, so muß hierüber wiederholt die offene Verachtung der Bessergesinnten ausgedrückt werden. Cröruieux war von seiner Gattin begleitet, wie auch Professor Schubert auf seiner Reise in den Orient in München von seiner Gattin begleitet war, und wie noch viele Andere. Der Korrespondent zeiht Crömieux der Eitelkeit, da er sich überall feiern ließ; aber Cromieux hielt sich nur in den Städten auf, wo er Verwandte hatte. Das ist die einfache Erklärung; hätte er die Huldigungen seiner Glaubensgenossen von sich gewiesen, gewiß hätte der Korrespondent hierin eine noch größere Eitelkeit'erblickt. — Egoismus, Eitelkeit, Gefallsucht, das sind die stereotypen Vorwürfe, die unzufriedene Radikale und Finsterlinge den Edlen nachschreien; aber ein starkes Gemüth wird sich dadurch nicht beirren lassen; Ruhm und Ehre müssen zu allen Zeiten mächtige Hebelndes Großen und Außerordentlichen sein; wehe der Zeit, die in überschraubter Selbstkasteiung, in philosophischem Dünkel sich die besten Sehnen ihrer Kraft unterbinden oder durchschneiden wollte. Die wahre Liebe zum Ruhme ist Tugend, und wahrer Ruhm ist nicht Lohn der Tugend, er ist die Lugend selbst. Die Zeit, die dem Vollbringer ihrer Wünsche und Bestrebungen Ruhm und Ehre spendet, lohnt und verklärt ihr besseres Selbst. Cromieux durfte, ja er mußte die Huldigungen seiner Glaubensgenossen annchmen, denn nur so war es diesen gegeben, ihre Zustimmung und ihren Einklang zu bekunden. Schließlich sei hier noch eine Bemerkung über das Vcrbältniß Cromieux zu den deutschen Juden und dieser zu den Damascenern gestattet. Es könnte aus den genannten Vorgängen, der so oft widerlegte alte Vorwurf von einer sogenannten jüdischen Nationalität gefolgert werden. Aber wenn irgend etwas, so könnte gerade die Damastener Geschichte diesen Vorwurf widerlegen. Ein französischer Jude, der kein Wort Deutsch spricht und versteht, reist durch Deutschland und wird hier von seinen GtaubenSbrüdern geehrt, weil er im Oriente die unsinnigste Mißgeburt des Fanatismus an den Pranger gestellt; da ist kein nationales Band, das Franzosen, Deutsche und Orientale ineinander verschlang, nicht der Nation, nicht den Orientalen, nein der Konfession ward eine schaudererregende Lüge aufgebürdct, und darum mußten Deutsche und Franzosen und Alle, die dieser Konfession angehörten, sich mit gerechter Entrüstung dagegen erheben; deutsche und französische Juden kommen den orientalischen Juden zu Hilfe, wie deutsche und französische Christen ihre Glaubensgenossen aller Länder zu unterstützen suchen, wie man. hier und dort ständige oder jeweilige Sammlungen für sie veranstaltet. Die jüdische Konfession sucht sich durch innere und äussere Läuterung zu erhalten und zu wahren, das jüdische Volk ist längst aufgegangen in der Geschichte aller Nationen."

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