Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1841)
- Date
- 1841-01-09
- Page
- Seite 20 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Riga 2× ep/1000826
- Odesa 1× ep/1000834
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20 dem, Aufklärung und Wohl bezweckendem Willen der hohen Regierung, zu prüfen und auszulegen verstehen;" 3) daß diese Rabbinen am Orte der Fakultät ein Konsistorium kreiren, daß über alle religiösen und gemeindlichen Angelegenheiten die Aufsicht führe, den Kultus regele, über die Besetzung der Rabbinate mit würdigen Männern wache." „B. Um den allgemeinen Unterricht der israelitischen Jugend zu verbessern, ist es nöthig: 1) baldigst ordentliche Schulen, wie in Odessa, Larnopol und Riga, zu errichten, und mit guten Lehrern versehen, in jeder Kreisstadt zu vrganisiren. Hier soll jeder Jüngling in der Bibel, in hebräischer, russischer und deutscher Sprache, im Talmud und den nutzbarsten Wissenschaften nach seinem Begriffsvermögen unterrichtet werden, um entweder auf der Rabbinenschule weiter sortzustudiren, oder 2) auf zu errichtenden Industrieschulen elementarisch die Gewerbe zu erlernen, unter denen Einem er sich für sein Leben widmen möge, indem in solchen Schulen jeder Zweig der Industrie und Technik systematisch gelehrt werde." „C. Um die chassidäischen Sekten so viel als möglich aufzuräumen, müßte von allerhöchster Stelle ein Befehl ergehen, ihnen so viel als möglich den Garaus zu machen, und dem Konsistorium aufgegeben werden, ihnen in jeder Hinsicht entgegenzuarbeiten, und ihre Lehrer zu beseitigen." „Dies sind die Mittel, die allein eine durchdringende Besserung in den Zuständen der russischen Israeliten zu Wege bringen können. Wir haben dieselben einstimmig als die zweckmäßigsten erkannt, und haben dieselben die Billigung ausgezeichneter israelitischer Gelehrten, wie des Herrn Dr. Lilienth al zu Riga, des kais. Censors Herrn Tugendhold zu Wilnau") und Anderer erhalten/' „Aber unsre Hoffnung und alle unsere Bemühungen können leicht an dem Fanatismus derer scheitern, die mit den Waffen des Wahns jedeNeue- °) Diesen verehrungswücdigen Mann kennen die Leser dieser Zeitung schon aus mehrfachen Recensionen seiner poetischen Werke, die in einem frühem Jahrgange gestanden. Seinen Bruder in Warschau hat der dortige Berichterstatter uns Allen bekannt und zum Gegenstand der Liebe gemacht. Corresp. rung bekämpfen, und es schmerzt uns sehr, schon jetzt Menschen wahrzunehmen, die mit schwärmerischen Reden die Masse gegen jene Pläne einzunehmen und sie als die Ausrottung unsrer Religion zu verschreien suchen. Es schmerzt uns sehr, zu sehen, wie die Feinde der wahren Religion und Weisheit Hindernisse und Hemmnisse aller Art aufzubauen trachten, um den weisen Verbesserungen den Eingang zu verwehren. Da wir aber dennoch die Majorität im Lande besitzen, die hohe Regierung unsre Maaßregeln gewiß unterstützen wird, so könnten wir gewiß die Schleichwege jener Gegner aufdecken. Es ist aber unser Zweck, die Ehre Israels zu erheben, und weil die Weisheit stets mit dem Frieden verschwistert ist, so wollen wir gegen die Thoren tolerant sein, sie nicht im mindesten angrcifen, sondern nur unsrer hohen Regierung zeigen, daß wir das Bessere wünschen, verlangen und erstreben, daß die israelitische Jugend nach Weisheit und Unterricht schmachtet, und daß ganz Israel Lehrer der Vernunft, Tugend und reinen Religion haben will. Daher fühlen wir uns bewogen, die Gebildeten einer jeglichen Stadt aufzufordern, daß sie die Zeit und Gelegenheit zu schätzen wissen mögen, um ihre Meinungen ihrer Stadtbehörde und dem Herrn Minister des öffentlichen Unterrichts -unterthänig vorzulegen, und auch ihrerseits den Beweis zu geben, daß die Israeliten den Werth der (Zivilisation kennen, und daß es in jeder Stadt Männer giebt, denen' das Wohl ihrer Glaubensgenossen am Herzen liegt. Wir rufen Euch daher zu: Brüder! Erleuchtete! die Ihr die Weisheit liebet und unterstützt, vereinigt Euch, pfleget Ratss, kämpft nach dem Willen unsrer hohen Regierung für Licht und Aufklärung! Säumet nicht! damis dies Euch zum Ruhme, Euren Nachkommen zum Segen werde! Versammelt die Gebildeten Eurer Stadt, daß sie aus ihrer Verborgenheit hervortreten, daß sie aus eitler Furcht nicht mehr zurückstehen, sondern im Gegentheil durch offne Darlegung ihrer Wünsche für die geistige Emanzipation Jsrael's sich den Schutz und das Wohlgefallen unsres erhabenen Beherrschers erwerben. Bestätigt daher diese Eure Gesinnung Eurer erleuchteten Behörde." „Wrr zweifeln gar nicht, daß unsre Worte Euren Sinn für religiöses und nationales Wohl geweckt haben, unsre Bitten zu erfüllen, und so es