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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-09 · Heft 2 (9.1.1841) · p. Seite 14

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 2 (9.1.1841)
Date
1841-01-09
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 gäbe. Die Beni Israel gleichen in ihrem Aeußern den arabischen Juden, obgleich sie es für einen Schimpf halten, wenn man sie „Jehudi" nennt. Sie sind schöner als die Eingebornen, die mit ihnen auf gleicher Stufe stehen, unterscheiden sich indeß in ihrer Tracht wenig von diesen. Sie haben nicht, wie die Hindu, ein Schendi auf dem Scheitel des Kopfes, sondern lassen zu beiden Seiten der Ohren einen Haarbüschel stehen. Ihr Turbane, Angrakhas und Schuhe gleichen denen der Hindu, ihre Beinkleider denen der Mohammedaner. Sie essen nicht mit Personen von einem andern Glauben, trinken indeß ohne Anstand aus Gefäßen, die einem Christen Mohammedaner oder Hindu gehören. Bor und nach dem Mahl sprechen sie ein hebräisches Tischgebet. Zeder unter den Beni-Zsrael hat in der Regel zwei Namen, einen aus der Schrift und einen andern, den sie sich nach dem Gebrauch der Hindu beilegen. Der hebräische Name wird bei der Beschneidung gegeben, der Hindu-Name einen Monat nach der Geburt; letzterer meistens nach den Dörfern, in welchen sie sich ursprünglich niederließen. lSchlu ß folg t.) Nordamerika. Boston, 15. Nov. (Privatmitth.) Allerdings ist Nord-Amerika das Land der religiösen Unbeschränktheit, der religiösen Borurtheilslosigkeit! Allerdings erleidet der Jude hier im vollsten Sinne des Wortes auch nicht die geringste bürgerliche und politische Benachtheiligung. Und als Gegensatz giebt es dennoch keine Bolksmasse, die im Allgemeinen biblisch-religiöser ist, als die nordamerikanische. Der Umstand, daß die bedeutendsten Niederlassungen ursprünglich aus Religionsverfolgungen, und zwar solcher Sekten, hie einen biblischen Charakter trugen, hervsrgegangen, wirkt in beiden Richtungen noch heute nach. Es kann wol nie die Zeit kommen, wo die Glaubensfreiheit in Nord - Amerika angetastet würde. Alle Parteien wissen, daß dies der Lebenspunkt ihrer Existenz ist, und daß mit der Gefahr für eine, .auch die Gefahr für alle hereinkäme. — Auch leidet die Masse des Volkes durchaus nicht an jenen mit der Muttermilch eingesogenen Vorurtheilen und Abneigungen. Dennoch giebt es auch hier Männer, die den aus Europa so häufig herüber-! klingenden Judenhaß ausbeuten möchten, hungerleidende Journalisten, die jedoch keinen Platz greifen können. Der Uebelstand ist nämlich die in den letzten Jahren ungeheuer gewachsene und immer mehr anschwellende Einwanderung aus Europa. Da führet sich denn einerseits eine große Anzahl solcher Europäer ein, die, aus Mangel an ersprießlicher Thätigkeit, es aus die Ruhe ihrer fleißigen Nachbaren absehen, und sich nicht der Versuche scheuen, selbst Eingeborne in den Augen der Menge zu verdächtigen. Andrerseits kommen allerdings auch viele jüdische Individuen herüber, die mit dem Geiste des nordamerikanischen Lebens nicht im entferntesten vertraut und zu ihm geschickt sind, ein Umstand, der zu beklagen, der aber nicht vom geringsten Belang sein kann, sobald man die ungeheure Anzahl der Christen erwägt, die einwandern, und eben so wenig von dem wissen und begreifen, was sie hier finden, und was sie hier sollen. Nein! für Nordamerikaner ist der freie und würdige Bestand der Juden in den vereinigten Staaten keine Frage — aber europäische Eindringlinge und Setzlinge möchten ihn gern dazu machen. Ich führe Ihnen Folgendes zum Beispiel an, weil die Allg. Zeit, des JudenthumS es mit der Geschichte, also mit der Wirklichkeit zu thun hat. Jüngst haben sich mehrere Journale mit den Juden, namentlich mit den eingewandcrten und eimvandernden sehr weitläufig beschäftigt. Ein in Lancaster im Ohiostaate erscheinendes Blatt, der „Volksfreund," suchte das Gehässigste heranzubringen. Es beschuldigt die Juden, daß sie keine Feldarbeiten trieben, daß sie, wenn sie nach Amerika kämen, hausirten oder sich für „Gelehrte, Prediger und Dichter" (!) ausgäben, zum Betrug gegen Christen geneigt wären, daß man nicht Ehen zwischen Juden und Christen dulden solle (!), sie könnten keine guten Republikaner werden, und man solle sie nach Palästina schaffen (!), wozu sich eine Gesellschaft bilden sollte. Dies sind die Behauptungen und Rathschläge des „Volksfreundes," und Sie ersehen daraus, daß der Judenhaß auch unter der Sonne Amerika's in den Herzen leben könne, wenn auch nicht in amerikanischen. Sie verstehen mich. Gegen diese Anschwärzungen des demokratischen „Volksfreundes" erhob sich ein andres Blatt „die alte und neue Welt," und warf jenem insonders vor, daß es hierbei seine ganze demokratische Färbung aufgegeben. Es ist dies ein

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