Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1841)
- Date
- 1841-01-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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V. Jahrgang. Allgemeine No. S. Zeitung des Zu-euthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. KU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Concession) Leipzig, den 9. Januar 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers«, .tv. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Spedition allhier unterzogen. ZeitungsnachrLchte«. Indien. London. Die Haude- und Spener'sche Zeitung enthält folgende Privatmittheilung aus London. „Das Comitö der General-Versammlung der schottischen Kirche hat von dem vr. Wilson einen sehr interessanten Bericht über die Beni Israel des westlichen Indiens erhalten, woraus ich Folgendes entnehme: „Der Mangel eines geschriebenen Sofer- Tora, oder Gesetzbuches, hat die Beni Israel in eine ganz eigenthümliche, von allen jüdischen Gemeinden auf der Welt verschiedene Lage versetzt. Die bis auf den heutigen Tag unter ihnen fast allgemeine Verwerfung des Namens „Juda," auf den sie, wenn sie ihn verdient hätten, ohne Zweifel stolz gewesen sein würden; die unterscheidende Benennung „Beni Israel," die sie für sich in Anspruch nehmen: das Nichtvorkommen der unter den Juden sonst beliebten Namen Juda und Esther und das Vorherrschen des Namens Rüben und anderer, hauptsächlich an die frühere Geschichte des israelitischen Volkes erinnernder Namen, scheinen für die Ansicht zu sprechen, daß die Beni Israel in derThat Israeliten sind — ein Ueberrest der Nachkommen der Stämme, welche von den assyrischen Königen aus ihrer Heimath fortgeführt wurden (1. Chron. 5, 26.)." — „Sie besitzen keine ihnen eigenthümliche Geschichts-Dokumente und ihre Ueberlieserungen sind äußerst unbestimmt und ungenügend. Ihre Vorfahren kamen, nach ihrer Angabe, vor etwa 1000 Jahren aus einer nördlichen Gegend nach den Küsten Indiens. Es waren ihrer nur sieben Männer und sieben Frauen, welche bei einem Schiffbruch in der Nähe von Tschöl, etwa 30 (engl.) Meilen s. ö. von Bombay dem Tode entgingen. Der Ort, wo sie eine Zufluchtsstätte fanden, hieß Na vag am. Sie und. ihre Nachkommen wurden von den eingebornen Fürsten im Allgemeinen sehr begünstigt, wenn sie gleich zuweilen ihren Glauben verheimlichen mußten. Als sie sich vermehrten, breiteten sie sich in den Dörfern des Kaukaw, namentlich an der Küste, so wie zwischen dem Bankot-Fluß und der das Land zwischen Panwel und dem Borghat durchschneidenden Straße aus. Hier und in Bombay, wo sie sich bald nach der Besitznahme durch die Britten niederließen, werden ihre Nachkommen noch jetzt angetroffen. Die Bevölkerung auf dieser Insel beläuft sich auf ungefähr 1932 Seelen; in den englischen Niederlassungen in dem Kaukan auf 800, in den zu Angria gehörenden Bezirken auf 870, in einigen Dörfern unterhalb des GhLt des Pant Sachira auf etwa 209, in den Bezirken der Habschi auf 444 und in dem Bombayschen Heer, mit Einschluß von Weibern und Kindern, auf etwa 1000. Die Zahlen, deren Summe 5255 beträgt, entnehme ich aus einer unter meiner eigenen Leitung angestellten Zählung: sie sind um 3000 geringer als die gewöhnliche An-