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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-02 · Heft 1 (2.1.1841) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 1 (2.1.1841)
Date
1841-01-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 namentlich den Fürsten Metternich, der seinen Dank mit den schönen Worten abgelehnt hatte: „dieser Dank soll dem Staatsmann gelten, und ich muß ihn förmlich abweisen. Nur der Menscy war in dieser Sache thätig, Menschen gegen ünMenschlichkeit zu schützen. „Cremieux sprach viel vom Oriente, lobte die Rabbinen von Cairo und Alexandrien, deren Ersterer selbst arm und hochbctagt, nur unter elenden Verhältnissen in Cairo geblieben sei, um für die neuen Schulen mit aller Kraft zu wirken. Hierauf dankte seine Gattin für die letzten in der Anrede an sie gerichteten Worte. Sie habe, sagte sie, kein Verdienst dabei, ihren Gatten auf einer gefahrvollen Steife zu begleiten. Des edlen Zweckes derselben freue sie sich mit uns, wäre aber nicht minder an ihres Gemahls Seite geblieben, wenn er auch um seiner selbst willen, einer gefährlichen Reise sich ausgesetzt. Am andern und dem darauf folgenden Tage besuchte Herr Cromieux die Realschule und die Anstalt des Di-. Weil, überhörte in Letzterer die Knaben im Französischen und der Geschichte, und sprach seine Zufriedenheit in höchst schmeichelhaften Ausdrücken aus. Abends gab ihm die Gesellschaft zum Frankfurter Adler ein Fest. Der Vorsteher Herr Julius Hamburg überreichte ihm mit einer Adresse 1000 Franken (von den Mitgliedern gesammelt), für die Schule in Cairo, die Herren Trenet, Abraham Ellissen u. A. richteten schöne Worte an ihn. Dienstag Abend gab ihm die Gesellschaft zur Harmonie ein glanzendes Festmahl, wozu Herr Dr. Maas ein französisches und Herr Professor Oppenheim ein deutsches Gedicht verfertigt hatten, von welchen das erstere durch Herrn Wilhelm Speier komponirt und sehr schön ausgesuhrt ward. Herr Dr. Maas brachte Crvmieux's, Herr Moritz Getz seiner Frau Gesundheit, Herr Dr. Schwarzschild die Montesiore's, Herr Professor Oppenheim! die der Frau Betty v. Rothschild, (welche ungemein; viel zu dieser Sache gethan,) dann die Rießer's, Herr Dr. Creizenach die des Orientalisten Munk, eines würdigen Begleiters der Mission nach dem Oriente, in schönen Reden aus. Auch Herr Dr- Emden, der Vorsteher der Gesellschaft, sprach mehrmals! mit Kraft, Wahrheit und Gemüth. Abends brachte j ibm die Gesellschaft zum Adler ein Ständchen, was j schon früher von einigen Freunden und Kennern der Musik (Dondorf, Hecht, Osmund u. A.) geschehen war. Seitdem erhielten wir Briefe von Crömieux aus Metz, worin er seinen Dank wiederholt, und uns wie alle Gemeinden dringend auffordert, Beiträge für die Schulen in Cairo einzusammeln, was auch unverzüglich geschehen wird. (Schluß folgt.) Oesterreich. Pesth, im Dezember. (Privatmitth.) Aus unerklärlichen Gründen unterblieb in diesen vielgelesenen Blättern, dem Daguerreotyp unserer Zustände, bis jetzt die Erwähnung des Herrn Dr. Karl Borromäus Rump, Professor Juris an der Grauer Akademie k. , der schon längst durch seine gründlichen literarischen Arbeiten *), wie auch als gewandter^ kräftiger Kämpe für Recht und gesetzmäßige Freiheit eine notable Berühmtheit erlangt hat. Es war nämlich der für uns denkwürdige Reichstag kaum seinem Ende nahe gebracht, als Hr. Prof. Rumy in einem ungarischen Zeitblatte **) unsre Gesetzgeber ermuntert, die uns noch .drückende mittelalterliche Fessel des Schwurs mvre Judaico zu lösen, und dieses Schandmal unduldsamer Legislatur, als mit heutigem Zeitgeist unvereinbar, aus dem Codex zu bannen. Erhebend für den Menschenfreund liest sich genannte Abhandlung, wie dieser würdige Literat, ein Nestor an Jahren, mit jugendlich-feuriger Beredsamkeit seine Leser auf die Allg. Zeit, des Judenthums, und die darin enthaltenen Mittheilungen über den Prozeß zu Saverne und den bereits historisch gewordenen Anwalt Crömieux verweist. Mit edler Freimüthigkeit verlangt er von den Magyaren, daß sie die Resultate dieses Ereignisses in sich aufnehmen mögen, um sie auf heimathlichen Boden zu verpflanzen, und weist endlich nach, wie die judenfeindlich abgesaßte Eidesformel in eine zeitgemäßere umzuändern sei. Ohne hier an die auswärtigen Herren Professo- *) S. seine zahlreichen Werke und zerstreuten Aufsätze über Philosophie, Geschichte, Statistik, Philologie, j Astronomie, Oekonomie ff. j ") Szazadunk, Juniheft 1840 sub No. 45. i Corr.

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