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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-02 · Heft 1 (2.1.1841) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 1 (2.1.1841)
Date
1841-01-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 ähnliche Rücksichten, wie die jetzt eingetretenen, nicht eine allgemeine Aenderung des Bestehenden gebieterisch verlangen werden. Schon die Wormser'sche Angelegenheit hat darauf aufmerksam gemacht. (No. 23 der Allg. Zeit. d. Jud. vor. Jahres.) Ein französischer Deputirter will diese zum Gegenstand einer Kammerdiskussion machen, sobald die Schlichtung der orientalischen Frage die Gemüther in etwas beruhigt haben wird. (Es ist dies der Privatmitth. aus Paris No. 34 d. Z. d. Zud. vor. Jahres entnommen.) Sind nun auch Coercitivmaßregeln Seiten Frankreichs nicht möglich, so gestattet ihm doch das Völkerrecht den Versuch der Abhülfe auf dem Wege der Retorsion, und wer weiß, ob ein künftiges französisches Ministerium sich mit dem allen Sprüchlein: „Schlägst du meinen Juden, schlage ich deinen Juden!" begnügen wird. Auch gegen die jüdischen Unterthancn der Zollvereinsstaaten müssen die bestehenden Gesetze in Anwendung gebracht werden. (Vgl. No. 29 vor. Jahres.) Sollte nun auch vielleicht ein Theil der Meßbesuchenden, wie jetzt verlautet, um Abstellung der herkömmlichen ihres Glaubens halber angeordneten Beichränkungen dringend nachsuchen, so könnte aus diesem allen eine Verlegenheit entstehen, die, ich wiederhole es, nicht besiegt werden kann, so lange noch die jetzigen Verhältnisse der inländischen Juden zum Staate nicht gebessert sind. Wer weiß, ob nicht endlich der Drang der Umstände in der Ständeversammlung einen Sieg herbeiführen könnte, den die Humanität bisher vergeblich erstrebte!" Leipzig, 21. Dezember. Die L. A. Z. enthält einen gemeinen Artikel von Paris aus über die Reise Cremieux' durch Deutschland, und .die Fcstgebereien zu seinen Ehren. Er versucht dabei eine llistoire scandaleuse der Reise zu öffnen. Zum Glück geht es dem heinisirenden Abfasser, wie immer bei dergleichen Gelegenheiten, der Pferdefuß guckt sehr wahrnehmbar hervor. Die forcirte Ironie mit Schalet ff. charakterisiren seine Erbärmlichkeit. Die Feste, welche dem hochherzigen Cremieux, der schon bei so vielen Gelegenheiten, beim Eide moro judaico, in dem Konsistorium zu Paris ff.,, seine uneigennützige Bestrebung kund legte, galten der Sache, und nur zum Lheil der Person. Die deutschen Israeliten wollten damit ihr Interesse an den orientalischen Vorgängen kund geben, und das ist ihnen auf unzweideutige Weise gelungen. Im Uebrigen überlassen wir dies neidischen Artikelschreibern. Frankfurt am Main, 18. Dezember. (Privatmitth.) Herr Cremieux empfing, nach seiner Ankunft allhier, eine Deputation des israelitischen Vorstandes, bestehend aus den Herren B. Goldschmidt, Bernhard Beer Eskeles und Moritz Getz, von welchen Letzterer im Namen seiner Kollegen das Wort führte, und den Dank aussprach, den die Vertreter jeder jüdischen Gemeinde den ehrwürdigen Männern schuldig sind, welche, wie Montesiore und er, Leben und Beruf daran gesetzt, eine nichtswürdige Verläumdung zu Schanden zu machen, welche zum Erstaunen der Welt, in finstern Jahrhunderten tausendmal wiederholt und tausendmal als nichtswürdige Lüge anerkannt, in unsrer Zeit wieder habe auftauchen können. Hierauf trat die Deputation der Gemeindeglirder ein (Dr. I. Emdm, Dr. Schwarzschild , Professor Oppenheim (Maler), . L. Lotmar, A. Fuld, F. Hcnle, L. Halle, Mayer, Beifuß, I. Epstein, Dr. Heß, Z. Königswarter und Dr. Weil) und überreichten ihm unsere Adresse. Dr. Weil hielt die Anrede. Er antwortete in freudiger Anerkennung dessen, was für ihn geschehen, der hohen Bildung, die er überall in Deutschland bei seinen Glaubensgenossen vorgefunden, und dem Bedauern, daß grade hier die Israeliten bürgerlich noch zurückgesetzt seien. Seiner Seils verspreche er bis zum letzten Athemzuge für die Gleichstellung der Israeliten mit ihren christlichen Brüdern zu wirken. Dr. Weil erwiederte darauf, wie allerdings ein solches Streben alle Israeliten aus deutschem Boden durchdrungen, aber auch von Seiten ihrer christlichen-Mitbrüder ihnen wenigstens die wesentliche Bedingung bürgerlicher Gleichstellung, die Achtung, geworden sei, welche jene verbürge. Auch hätten eben jene schändlichen Verläumdungen, welche die Veranlassung seiner Reise wurden, in Deutschland (wenige Ausnahmen abgerechnet,) fast keinen Anklang gefunden, und das Benehmen der deutschen, namentlich der österreichischen und preußischen Regierung bei dieser Sache, dürfe die Vergleichung mit dem eines Kindes der Revolution, welches in Frankreich an der Spitze der Staatsverwaltung stand, keineswegs fürchten. Dies anerkannte er nun in bobem Grade, lobte

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