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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. Seite 758

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Date
1840-12-26
Page
Seite 758 (sequence 10)
Language
German
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758 daß ohne sie das Land verlieren, und daß Handel und Gewerbe noch mehr darnieder liegen würde. Ob eine Emanzipation, d. h. eine völlige Gleichstellung in ihren Rechten mit den Christen, rathsam-sei, und zum Wohle des Landes ausschlagen würde, das ist wol noch ein Problem, dessen Losung der Zukunft Vorbehalten bleibt. — Anspruch darauf haben sie allerdings schon aus der angeführten Ursache, und dieser Anspruch wächst noch, wenn wir die Thatsache in die Waagschale legen, daß sie in vielen Gegenden die Träger der Civilisation unter einer Bevölkerung sind, die noch auf einer sehr tiefen Stufe geistiger Kultur steht. Vielleicht bietet sich mir in der Folge noch Veranlassung, einiges zur Ergänzung dieses Gegenstandes zuzufügen." Diese Veranlassung hat sich nun später nicht dargeboten; aber die Leser, die die Verhältnisse der ungarischen Israeliten kennen zu lernen wünschen, würden bei Hrn. Elsner schwerlich Aufschluß und Belehrung gefunden. Ein Reisender, und sei er noch so unterrichtet und wahrheitsliebend, bleibt doch gar zu oft bei der Oberfläche der Erscheinungen stehen; das innere Getriebe des Menschen- und Völkerlebens offenbart sich nur dem prüfend verweilenden, nicht dem flüchtig vorübereilenden Blick. Hat ja erst im vergangenen Jahre ein sehr berühmter Reisender in Beurtheilung ungarischer Zustände und Verhältnisse arge, scharf gerügte Blößen gegeben, welche in der Flüchtigkeit und Leichtfertigkeit ihren Grund haben, mit welcher Fremde die Eigenthümlichkeiten eines, ihnen nicht genug bekannten, Landes zu loben oder zu tadeln pflegen, je nachdem sie früher dafür oder dagegen eingenommen waren, oder, was nicht selten der Fall ist, je nach der Ausnahme, deren sie sich zu erfreuen haben. Dazu kommen die häufigen Fehlschlüsse, welche dadurch veranlaßt werden, daß der Reisende einzelne Begegniffe und Aeußerungen sofort generalisirt, und dieselben ohne weitere Prüfung zum Typus der allgemeinen Gesinnung und Stimmung erhebt. Was insbesondere die Zustände der ungarischen Israeliten betrifft, so sind dieselben in neuester Zeit dem Auslande bekannter geworden. Die AUg. Zeit, des Judenthums hat in vielen, mit höherer oder geringerer Einsicht geschriebenen Aufsätzen nicht wenig dazu beigetragen, innere und äußere Verhältnisse zur genauem Kenntniß auswärtiger, und auch einheimischer Leser zu bringen. Nicht minder hat dieses, in Ungarn sehr verbreitete, Blatt zur Anregung und Erweckung der neueren Bestrebungen viel, sehr viel beigetragen, was in allen Gemeinden anerkannt wird. Aber — eine genaue Statistik der israelitischen Gemeinden in Ungarn bleibt doch immer ein frommer Wunsch, dessen Erfüllung manche schö. nen, künftigen Resultate kräftig vorbereiten könnte. Die Emancipation der Inden und die Holstein schen Stände. Nach einem Aufsatze in Kjiibenliavensposl von D. Rubin in Kopenhagen. (Fortsetzung.) Um dem Eindringen fremder Juden vorzubeugen, bedingt der Gesetzentwurf, daß nur eine Königliche Resolution dem fremden Juden beständigen Aufenthalt in den Herzogthümern sichern kann. Fügen wir zu dem bereits Angeführten nur noch hinzu, daß die Juden in den Handelsstädten unter den gewöhnlichen Bedingungen Bürgerschaft gewinnen und daselbst am Wählen der Bürgerrepräsentanten theilnehmen, ohne jedoch selbst gewählt werden zu können, so haben wir hiermit den wesentlichen Inhalt des Gesetzentwurfesangeführt, und es tritt deutlich und klar hervor, daß der Gesetzentwurf keine vollständige Emanzipation erzielt. Zum Beweise dürfen wir nur an die Einschränkungen, die mit dem Erwerb von Grundstücken auf dem Lande verbunden sind, an die Ausschließung von der Wählbarkeit zum Kommunrepräsentanten, wie überhaupt von allen ständischen Gerechtigkeiten und Staatsämtern, erinnern. Es ist ferner klar, daß die Regierung von 1840 nicht geglaubt hat, den Herzogthümer-Juden dieselben Rechte einräumen zu dürfen, welche die von 1814 den Juden des Königreichs ertheilt hat. Obgleich wir also bekennen müs. sen, daß der Gesetzentwurf noch immer nicht die Forderungen, die wir an ihn da, wo eine durchgeführte Liberalität statt haben sollte, stellen, erfüllt, so wäre allenfalls dennoch sehr viel für 3700 Menschen, deren Väter sich unter dem unduldsamsten Joche gebeugt haben — der Intoleranz — gewon-

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