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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. Seite 757

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Date
1840-12-26
Page
Seite 757 (sequence 9)
Language
German
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757 „Mit Frkederrsgrnße treten sie entgegen. Und das Getrennte flicht sich schnell zum Kranz, Auch Du bist unser! tönt es aller Wegen, Der Glaube nicht, die Tugend nur giebt Glanz! „O, so gehört auch mir ihr, grüne Wogen, Fruchtbare Flur des freien deutschen Rheins! Die ihr der deutschen Sonne Strahl gesogen, Ihr Hellen Perlen meines deutschen Weins! „Ob einst mein Urahn auf des Jordans Sande Des flüchtigen Fußes Spuren hinterließ. Ob Deiner an des schwarzen Meeres Strande Die Lanze in des Stieres Weichen stieß: „Zu einem Volke sind wir jetzt verschworen, Zn Pflicht und Recht, in Kampf und Friedenslust, In einem Lande wurden wir geboren, Und eine Freude quillt in unsrer Brust. „Vergessen ist die frühere Wuth der Spaltung, Der Haß — begrabner Zeit verklungne Mahr', Und in der Liebe reichbegabter Waltung Wallt eine Zeit des Friedens uns daher. „Nur Denkstein seist Du, Juda's Sohn, noch Diesem: Dem Sieg der Glaubensfreiheit und des Lichts! Daß wir ihn lesen, schneller unterwiesen Hier in den Zügen Deines Angesichts." Ob Zhr nun rauscht, geschmähte Geisterschatten Der Vater, um des freien Enkels Haupt: Die Euch gedrückt, verfolgt, gemartert hatten, Auch ihnen ist das Dasein nun geraubt — So sinkt zusammen Beide in die Grüfte, Auf denen schnell das frische Leben blüht. Und eine Blume streue ihre Düste, Wo Scheiterhauf' und Haß und Schmach geglüht!- Tages-Controle. % G. Elsner über die ungarischen Inden. (Eingesandt.) In dem vor Kurzem bei Adolph Freiberger erschienenen „Ungarn, durchreiset, beurtheilt und beschrieben von I. G. Elsner, wird' gelegentlich auch der Juden erwähnt. Die Erwähnung der neu erbauten Synagoge zu Palota veranlaßt den Verfasser, auch über die ungarischen Juden sein Urtheil abzugeben, oder, wie er selber sagt, ein Paar Worte von ihrem Wesen und Treiben zu sagen. Man muß die ungarischen Juden, meint der Verfasser, in drei Klassen eintheilen: 1) die Reichen, 2) die durch ihre Betriebsamkeit reich werben wollen, 3) die Armen. Auswärtigen Lesern wird es gewiß sehr interessant sein, zu erfahren, daß es in Ungarn reiche, arme, und auch solche Juden gebe, die durch Betriebsamkeit reich werden wollen! Daß diese geistreiche und fruchtbare Eintheilung nur auf die Juden, und nicht auf den nichtjüdischen Theil der Gewerb treibenden Einwohner Ungarns, und überhaupt eines jeden Staates paffe, muß Herr Elsner freilich wissen, oder wenigstens meinen; aber schwerlich wird Jemand, der Menschen und Verhältnisse kennt, diese Meinung mit ihm theilen. Ueber die erste Klasse spricht sich nur der Vers, in sehr harten Worten aus, und man merkt es ihm recht gut an, daß der mißgönnte „Mammon der reichen Juden" ihn zu sehr geblendet habe, als daß er sich die Unparteilichkeit eines unbefangenen Reisenden hätte bewahren können. Man wird dies Herrn Elsner zu gut halten, wenn man weiß, daß er einer deutschen Provinz angehört, in welcher der Judenhaß noch in seiner alten, gespensterhaften Gestalt umherschleicht. Gegen die zweite und dritte Klasse ist er schon nachsichtiger, wiewol auch da seine Befangenheit nicht ganz verhüllen kann. Der Vers, schließt seine, zum Theil Bekanntes, zum Theil Halbwahres bietende Schilderung mit folgenden Worten, die selbst nach der Wendung, die die Judenfrage in Ungarn in Folge des letzten Reichstages genommen, vielen Lesern dieser Blätter nicht uninteressant erscheinen dürften: „Aus dem Gesagten läßt sich die Folgerung machen, daß die Juden im Allgemeinen in Ungarn sich nicht übel befinden und eine nicht ungünstige Stellung einnehmen, wenn man davon absehen will, daß sie wie überall das verachtete (hätte doch Hr. E. den Verhandlungen des Reichstages beigewoynt, hätte er die Reden eines Grasen Zay, eines Bischofs v. Barküczy, eines Dubrawecky zu Deak und anderer edler Ungarn gehört!) und zurückgesetzre Volk sind. Aber zu ihrem Lobe muß man auch sagen.

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