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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. Seite 753

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Date
1840-12-26
Page
Seite 753 (sequence 5)
Language
German
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753 Frankreich. Paris, 10. Dezember. (Privatmitth.) Die Stoffanhäufung in jüngster Zeit verhinderte uns in den letzten Wochen, aufmerksamere Blicke auf die Israeliten Frankreichs zu werfen. Wir holen dies noch zum Beschluß des Jahres nach. Es bietet sich uns hier das eigenthümliche Schauspiel dar, neben einer bedeutenden Zahl erleuchteter und eifriger Männer die eigentliche Masse unsrer Glaubensgenossen in ihrer Apathie noch immer verweilen zu sehen. Jndeß weiß man aus der Erfahrung der letzten Decennien, daß, je mehr sich die Intelligenz in immer größerer Zahl der Individuen Raum schafft, desto naher liegt auch die Zeit, wo eine größere geistige Regsamkeit die Masse und das Allgemeine durchdringen wird. Das Erscheinen der Archifes israelites de France von Herrn Cahen, die sich immer mehr heben, an Interesse gewinnen, und auch im nächsten Jahre sorgsamst fortgesetzt werden, tragt hierzu bedeutend bei. Die Oeffentlichkeit zeitigt auch hier die Früchte um so schneller, und weckt mit kräftigerm Finger die schlummernde Willenskraft und Thätigkeit. Folgen wir diesen, als einem verständigen Führer in dem, was die letzten Hefte brachten. — Der Reform - Ordonnanzentwurf, nach der, vulen eingegangenen Rathschlagen gemäßen Umgestaltung macht noch immer einen Gegenstand heftiger Debatten aus, ohne daß darum die Angelegenheit einen wesentlichen Schritt weiter gekommen. Vielleicht daß die baldige Ankunft Cremieux' in Paris neues Feuer in die Sache bringt. — Am 27. Aug. fand die Preisvertheilung in den beiden israelitischen Schulen von Paris statt. Zuerst hielt der Maire, alsdann der Groß-Rabbine eine Rede; ganz vorzüglich siel der Gesang der Schüler beider Anstalten aus. — In Marseille zeichnen sich auch zwei Israeliten als Schiffskapitäne aus, H. Patto vom Dreimaster George, und I. Julian von der Nathalie. — Wir nehmen insonders auch Akt von folgendem Schreiben auf, welches der Privatsekretär von Mehmed-Ali dem bekannten Ferman, durch welchen die zu Damaskus gefangen gehaltenen ^Juden in Freiheit gesetzt wurden, hinzusügte: „Die politischen Zustände in der Gegenwart gestatten nicht, einer strengen Untersuchung das Betragen, welches die Lokalbeyörden in dieser .traurigen Begebenheit gezeigt haben, zu unterwerfen. So mögen Sie sich, meine Herren, für den Augenblick, mit diesem Fermaw begnügen, welcher nicht aus Gnade, sondern, aus Gerechtigkeit entsprossen, und ge» nauen Nachforschungen, die an Ort und Stelle angestellt wurden, gemäß ist." —. Im Feuilleton des Temps wunderte sich ein (christlicher) Berichterstatter sehr, daß Dem. Rachel am FoI-imIre-Abend im Tlieätre IVanrais spielte.— Am 19. Okt. ('“iay 'mo) wurde ein Te Deum in der Synagoge wegen der Rettung des Königs von dem Attentat des 1». Okt. gesungen. — Am 22. Sept. fand zu Air die Einweihung einer neuen Synagoge statt. Die Ceremonie war sehr feierlich, und wohnten ihr unter Anderm auch der Maire und sein Adjunkt, der General-Prokurator, der Rektor der Akademie, die Tribunalräthe, der Platzkommandant und die anderen höheren Garnisonoffiziere bei. Nach verschiedenen religiösen Gesängen hielt ein Synagogcnvorstcher H. Milhaud eine Rede, in der er von historischem und philosophischem Standpunkte, einfach aber sehr würdevoll, den Wechsel der Schicksale der französischen Israeliten in den letzten 70 Jahren darstellte. Nach ihm predigte der Groß-Rabbine von Marseille, indem er energisch und in bestem Französisch die Religion Mosis in ibren unerschütterlichen Basen vertheidigte. Gebet für den König und Gesänge mit Orgelbegleitung beschlossen die Feier. — Unter den portugiesischen Israeliten vorzüglich herrscht die löbliche Sitte, Legate für wohlthätige Anstalten auszusetzen. In den letzten Jahren wurden in Bordeaux legirt: 1838 von A. Lopes Dias 1000 Fr. für den Tempel, 500 Fr. für die Knaben-, 400 Fr. für die Mädchenschule; 1839 von Isaak Mendes 500 Fr.; 1840 von Josua Perpignan 500 Fr.; von Gabriel Weil 500 Fr.; von Azevedo 500 Fr. — Zuletzt wollen wir doch nicht übergehen, daß es wahrhaft sonderbar ist, wie die jüdischen Konsistorialbehörden in Paris Herrn Cahen in keiner Weise zur Hand gehen, und meist seinen Gesuchen um Mittheilungen kein Gehör schenken. Die Oeffentlichkeit scheint ihnen noch nicht zu behagen. Algerien. Paris, 10. Dezember. (Privatmitth.) Die Arch, israel. de France enthalten mehrere Berichte

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