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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. Seite 752

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Date
1840-12-26
Page
Seite 752 (sequence 4)
Language
German
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7S2 seiner Glaubensverwandten hierin und in allen andern Gesprächen ausdrückte, der Edelsinn und der Feuereifer, womit er Alles erfaßte, was die höhern Interessen der Menschheit, was die werthvollsten Rechte seiner israelitischen Brüder berührte; die liebenswürdige, anspruchlose Persönlichkeit, die derselbe überall auf das Freundlichste zu erkennen gab; mußten ihm die Herzen Aller in der ungeheuchelrsten Weise gewinnen, und ihn wahrnehmen und fühlen lassen, wie geehrt sich die hiesige israelitische Religionsgemcinde und ihre einzelnen Bekenner fanden, die Aeußerungen der tiefsten Verehrung und Dankbarkeit bethärigen zu können gegen einen Mann, der die ihm von Gott verliehenen Gaben des Herzens und des Geistes nur zum Heile seiner Mitbrüber, zur Rettung und Aufrechthaltung der angestammten Religion seiner Väter hochherzig zu benützen bemüht ist. Die Versicherungen des Herrn Crvmieux vor seiner Abreise geben uns auch die Hoffnung, daß die Erinnerung an den hiesigen Aufenthalt für ihn eben so angenehm, als für uns der Eindruck erhebend und bleibend sein wird. 8. Preußen. Sarlouis, I. Dezember. (Privatmitth.) Der Artikel in der Allg. Zeit, des Judenthums, datirt: Saarlouis den 6. Okt., wurde sowol hier, als auch in der ganzen Umgegend mit dem größten Unwillen ausgenommen, weil in demselben ein Mann verletzt wird, der die größte Achtung und Liebe Aller, die ihn kennen, mit Recht genießt. Im Interesse der Wahrheit fühlt sich Unterzeichneter verpflichtet, folgendes hier öffentlich bekannt zu machen. Es ist wol wahr, daß Herr Moses Levy von einigen Individuen stürmisch ersucht ward, sich um die Rabbinenstelle in Trier zu bewerben; aber standhaft wies dieser edle Mann — der neben seinen ausgezeichneten talmudischen auch tiefe und gründliche Kenntnisse in der hebräischen Sprache besitzt — derartige Zudringlichkeiten ab und nur aus edlen Motiven. Um jedem Verdachte zu entgehen, weigerte er sich am jüngst verflossenen Buß-Sabbat eine Drascha in Trier zu halten, wozu er dringend eingeladen war. Noch andere Thatsachen, welche die edlen Gesinnungen dieses Mannes charakterisiren, könnte ich mittheilen, wenn ich nicht befürchlen müßte, hierdurch der Bescheidenheit desselben zu nahe zu treten. Das Eine sei nur noch erwähnt: Er selbst munterte einen Kandidaten, welcher sich um die Stelle bewirbt, bei seiner Durchreise durch Mer» zig auf, eine deutsche Rede in dortiger Synagoge zu halten, und nahm diese auch beifällig auf. Beweist dieses nicht schon hinreichend, daß er den Bestrebungen der Zeit — so lange sie in dem Gebiete der Religion bleiben — nicht abhold ist? Jener Berichterstatter, den wol das Interesse für die gute Sache zu solchem Schmähartikel verleitet haben mag, möge doch in der Zukunft nie mehr die Sache mit Personen verwechseln. Liebe, Wahrheit und Toleranz — das sind die Waffen, vermittelst welcher wir kämpfen müssen, dennaus dem Unreinen kann das Reine nie entstehen. Zur Beruhigung aller Freunde des religiösen Fortschrittes kann ich — da ich den ganzen Regierungsbezirk durchreist habe — mit Gewißheit versichern, daß man sich allenthalben nach einem wissenschaftlich gebildeten Rabbinen innigst sehnt. Besonders wünscht man überall eine bessere Aufsicht über die Schulen und Lehrer, als diese bisher war. Deutsche Vorträge werden mit großer Liebe angehört, und wirken vortrefflich, wenn sie nur aufrichtig vom Herzen fließen. Die Liebe, mit welcher man mir überall entgegen kam, vermag ich nicht genug zu schildern, und ich statte hier den vielen Betheiligten meinen verbindlichsten Dank ab. Die christlichen Behörden und Geistlichen sind ohne Ausnahme von den liebevollsten Gesinnungen für das Interesse der Israeliten beseelt. Hier und da — ja selbst an Orten, wo man es nichl vermuthet — finden sich gebildete Männer, die tief einsehen, was uns Noth thut. — Es steht daher mit der Intelligenz der Israeliten in unserm Regierungsbezirk nicht so schlimm, als Viele behaupten wollen. — Sollten auch hie und da einige den Bestrebungen der Zeit entgegen arbeiten wollen, so werden sie gewiß an den bessern Einsichten der Menge, und dem energischen Willen unserer weisen und humanen Regierung scheitern. — Joseph Kahn, Kandidat der jüd. Theologie.

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