Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1840)
- Date
- 1840-12-26
- Page
- Seite 751 (sequence 3)
- Language
- German
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751 gebung, der Muth und heilige Eifer hervorgehoben, womit er die durch schändliche Verläumdung befleckte Ehre Israels vertheidigte und die verruchte Anklage widerlegte, die, vordem eine reiche Quelle schrecklicher Verfolgungen, es in unfern Tagen wieder zu werden drohte. „Israel," wird dann weiter erinnert, „Israel hat keine Orden und keine Ehrenstellen, womit es so edle Lhaten nach Verdienst belohnen könnte; Israel hat nur Worte, womit es seinen Dank herstammeln kann. Doch nein, es hat auch ein Herz, in welchem es die Gefühle der Verehrung gegen seine Freunde und Wohlthäter nährt; Israel hat auch ein Gotteshaus, wo es die heiligsten Dankgebete zu Gott emporsteigen läßt für die wunderbare Rettung seiner hartbedrängten Glaubensgenossen. Aus diesen lieblichen Zelten Jakobs werden überall laut ertönen die Segnungen über die edlen Vermittler dieser Rettung. Zum Andenken an diese fromme Handlung wird die hiesige Gemeinde alljährig am Sabbate des Haschmonäerfestes in gottesdienstlicher Andacht den Makkabäer unserer Zeit, die Namen Cremieur und Montesiore segnen". Der Gefeierte nahm diesen Ausdruck der Dankgesühle mit fühlbarer Rührung entgegen und erwiederte solche in einer hinreißenden, improvisirten Rede mit Wärme und Herzlichkeit. Er könne aber keinen Dank, keine Erkenntlichkeit für das annehmen, was ihm seine Pflicht zu thun gebot. „Ein Jude zu Paris vernahm, daß Juden in Damaskus den unerhörtesten Martern und Foltern, ja dem Tode Preis gegeben für ein Verbrechen, das sie nie begangen, an das sie nie gedacht, und machte sich auf, ihre Bande zu lösen, ihre Leiden zu mildern. Der schönste Lohn, — daß mir dies gelungen. Meine Mission ist jedoch noch nicht vollends erfüllt; ich werde nicht rasten, bis das ganze Gewebe der schändlichen Verläumdung zerrissen, die ruchlose Ausgeburt höllischer Lügen dem Glanze der Wahrheit gewichen, und nicht nur unser Leben gerettet, sondern auch unserer Religion, Ehre und Würde hergestellt ist vor den Augen der Völker.... Aber nicht nur den damascenischen Brüdern, sonderm jedem Juden, der um seiner Religion willen ungerechten Verfolgungen Preis gegeben, jedem Dulder für den Glauben wird mein schwacher Beistand nie fehlen; sein Klageton wird stets in meinem Herzen wiederhallen. Jeder Anhänger unserer väterlichen Religion, dem seine angebomen Rechte verkümmert werden, soll stets in mir einen warmen Vertreter, einen Vertheidiger durch Wort und That finden. Und diese Gesinnungen, welche mein Herz erfüllen, so lange meine Pulse schlagen werden, auf meinen Sohn zu vererben, für diese Grundsätze ihn zu beleben, wird mein eifrigstes Streben sein".... In Frankreich, fuhr der Redner fort, sei Gottlob nur selten Gelegenheit, für Angriffe auf Gewissensfreiheit eine Lanze zu brechen; die Juden seien dort gleichgestellt und das Wort von allen Fesseln frei. Aber in andern Ländern sei noch Vieles zu wünschen, doch auch mit Zuversicht zu erwarten, da die Zeit nicht länger mehr die Rechte versagen könne, deren unsere Glaubensbrüder so sehr würdig seien,— würdig, nicht nur wegen ihrer Bildung, sondern auch wegen ihres Herzens, und die Theilnahme, welche die Damastener Schlachtopfer überall fanden, sei davon das schönste Zeugniß, und die Beweise der Achtung, die man ihm zolle, nehme er an, nicht als den Ausdruck des Dankes, sondern der Menschlichkeit und Sympathie. Während des Mahles wurden entsprechende Toaste auf das Wohl Sr. Majestät unseres Königs und des ganzen Königl. Hauses, des gefeierten Gastes, seiner das Fest verherrlichenden Gemahlin und dessen von gleich heiliger Begeisterung beseelten Mitgesand-. ten, Sir Moses Montesiore's ausgebracht und mit größtem Enthusiasmus ausgenommen. Bei deren Erwiederung von Seiten des Gefeierten bot sich der Versammlung wiederholte Gelegenheit, nicht nur das anerkannte Rednertalent, sondern auch die edlen, hochherzigen Gesinnungen desselben zu bewundern und zu verehren. Er sprach sich unter Anderm über die traurigen Zustände der Juden in Aegypten, über die von ihm angewandten Mittel zu deren Verbesserung aus, und hob hervor, daß die beklagenswerthen Ereignisse zu Damaskus auch ihre guten Wirkungen haben, indem sie beweisen, daß trotz des Jndifferentismus und der materiellen Richtung unserer Zeit, in Israel noch lebendiger Sinn für höhere Interessen, noch kräftige Theilnahme an seiner Religion vorhanden, daß es noch heute für seinen Glauben und sein Gesetz zu leiden und zu sterben bereit sei... Die Anteilnahme, mit welcher Herr Crömieux sich über die politischen und religiösen Beziehungen 52°