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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. Seite 750

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Date
1840-12-26
Page
Seite 750 (sequence 2)
Language
German
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750 erlassen, worin er alle jüdischen Gemeinden ausfordert, Schulen zu errichten, und besonders die türkische Sprache mit Fleiß und Eifer zu betreiben. ^Oesterreich. Aus Ungarn, 2. Dezember. (Privatmitth.) Der wackere Rabbine, Herr L. Königsberger zu Stein am Anger hat in einem mit Einsicht und Warme abgefaßten Aufrufe alle Gemeinden des Comitats zur Gründung einer, mit einem Pensionate verbundenen Centralschule in Stein am Anger aufgefordert. Die zu gründende Lehranstalt soll sowol den Elementarals auch den höhern Unterricht umfassen; (später soll auch eine Gewerbschule damit verbunden werden.) Die Gemeinde zu St. a. A. ist mit gutem Beispiele vorangegangen, und hat zu diesem Behufe einen Verein gebildet. Auch in anderen Gemeinden hat der Aufruf Anklang gefunden, ynd es steht mit aller Zuoersicht zu erwarten, daß dieses zeitgemäße, dringend nothwendige Institut bald in's Leben treten werde. Durchgreifende und radikale Verbesserungen lassen sich in den meisten Gespannschaften Ungarn's nur durch Centralschulen, welche durch und für alle Israeliten des Komitats bestehen, durchführen und für die Dauer begründen; da die einzelnen Gemeinden bei ihren schwachen Mitteln, beim Mangel aller Antecedentien, bei ihren anderweitigen Kommunal-Bedürfnissen, und bei der dermaligen Verfassung und Verwaltung des Rabbinats, nicht leicht im Stande sind, eine nur halbwegs genügende Volksschule zu gründen und zu erhalten. Auch lehrt die Erfahrung der letzten Jahre, daß die Versuche mehrer Landgemeinden, in ihrer Mitte und aus ihren Mitteln für Verbesserung des Volksschulwesens zu sorgen, entweder schon in, oder bald nach dem Beginnen gescheitert und mißlungen. Die frühzeitige Entfernung aus dem elterlichen Hause würde — wie jeder, der die Umstände und Verhältnisse genauer kennt, einräumen wird — auf die physische, intellektuelle und religiöse Erziehung der Jugend nur höchst wohlthätig einwirken, und die schnellere und zweckmäßigere Entwickelung und Ausbildung vorhandener Fähigkeiten und Anlagen mächtig fördern. Ebenso unermeßlich ist der wohlthätige Einfluß, den ein solches Institut, mit welchem ein würdiger, anregender Gottesdienst verbunden werden müßte, auf die zeitgemäße Umbildung des Synagogen-Ritus ausüben könnte. Bei der vereinten Mitwirkung aller Komitats-Gemeinden ist es nicht schwer, die Mittel zu erschwingen, um die Centralschulen auf eine solide, unerschütterliche Basis zu stellen. Wir wünschen vom Herzen, daß die ungarischen Gemeinden, welche die neue Zeit zu erneuerter, gesteigerter und rastloser Thätigkeit dringend aufsordert und ermahnt, das Gesagte seinem ganzen Umfange und seiner ganzen und vollen Wichtigkeit nach würdigen mögen! Wien, 3. Dezember. (Privatmitth.) Die Gemeinden von Nikolsburg und Prag haben Hrn. Crömieux die „Morenu" verliehen. Da die von Prag Herrn C. nicht mehr hier angetroffen, ist sie ihm nach Frankfurt a. M. nachgesendet worden. Deutschland. Fürth, 4. Dezember. (Privatmitth.) Den traurigen Angelegenheiten der Juden in Damaskus wurde in diesen Blättern eine so verdiente Aufmerksamkeit gewidmet, daß ein gedrängter Bericht über eine hierauf bezügliche Feier der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde hier eine passende Stelle finden dürfte. Am 2. d. traf nämlich Herr Cremieux nebst Gattin in unserer Nachbarstadt Nürnberg ein, und Jeder, der die Theilnahme der hiesigen Israeliten an allen Schicksalen ihrer Glaubensbrüder kennt, wird leicht ermessen, mit welcher Freude dieselben die Gelegenheit ergriffen, um diesem kräftigen und muthigen Kämpfer für Israels Ehre und Recht ihre Dankbarkeit und Verehrung darzubringen. Durch eine Deputation zu einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahle gebeten, wurde Herr Crömieux nach gefälliger Annahme dieser Einladung von derselben Deputation hierher geleitet und am Portale des Festhauses von den übrigen Gemeinderepräsentanten feierlichst empfangen. Bei dem Mahle selbst wurde durch den Rabbinen, Herrn Dr. Löwi eine angemessene Dankadresse vorgetragen und dem verehrten Gaste nebst einem schön geschriebenen Exemplare der Megila in einer werthvollen antiken Kapsel überreicht. In jener Adresse wird der Verdienste gedacht, die sich Herr Crömieux um seine Glaubensgenossen im Allgemeinen und durch die Rettung der schwergeprüften Märtyrer in Damaskus insbesondere erworben; es wird die Selbstverläugnung und Hin-

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