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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 745

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 745 (sequence 17)
Language
German
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vorne anfangen, denn es ist das nächste Mal schon ganz wieder erloschen. — Was den zweiten Punkt betrifft, die Versöhnung, so ist der Mensch ihrer in jeder Beziehung am bedürftigsten, und das jüdische Publikum weist ja selbst darauf hin, da es der Versöhnungstag allein noch zum wesentlichsten Bindemittel und Verbandswerkzeuge mit dem Judenthume macht. — Nächst dieser ist es der Peßach, der als Spezialität wahrzunehmen und zu pflegen ist, nicht in seinem sekundären Momente als Fest der Befreiung, sich knüpfend an die zu alte, zu weit hinter uns liegende Befreiung aus Aegypten — seinem eigentlichen, vernachlässigten Inhalte als Weihefest der Bekenner des einigen, geoffenbarten Gottes zu solchen, und indem diese Würde Jsrael's ganz positiv aus seiner ganzen Geschichte gefaßt wird, enthält es eine höchst bedeutsame Spezialität, deren Wirksamkeit sehr groß ist. So wie aber in der Lehre, so muß auch in der jüdischen Moral zu speziellen Standpunkten gekommen werden. Und hier ist es abermals ein wahrhaft israelitisches Moment, das zur Grundlage gemacht werden muß, nämlich: die Heiligung. Die ganze Ethik muß aufgebaut werden auf den Eckstein der Heiligung und Hinführung zu Gott. Dadurch erhält sie einen ganz andern Hintergrund, als die frostige menschliche Tugend. Ihre Aussicht wird dadurch unermeßlich, und dennoch individuell. Ich brauche wol nicht erst zu bemerken, daß dies auch die vom Worte Gottes gegebene, und von der oberflächlichen, so genannten Vernünftigkeit (ich vermeide das Partheiwort „Rationalismus," denn was soll uns das?) zurückgedrängte ist. Es heißt aber etwas ganz anderes, wenn ich dem Menschen sage: thue das Gute, weil es dich zu Gott führt, dich vergöttlicht, als, weil es deinem Gewissen schmeichelt, von dem du dann keinen Vorwurf zu erwarten hast. Denn es ist ja leider! zu gewiß, daß viele Menschen gar kein Gewissen haben, und zeitlebens auf seine Stimme warten. Ich begnüge mich heute mit diesen Andeutungen. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, daß, wenn die jüdischen Lehrer nicht zu den wesentlichen, lauteren, aber individuelleren Momenten unsrer Religion zurückkehren, sie dieselbe aus die unverantwortlichste Weise verflüchtigen. Sie machen sie zu einer tabula rasa, über die man hinwegschlüpst, als wäre sie nicht da. i Fortsetzung folgt.) Die Ema ucipati on der Inden und die holstcinschen Stände. Nach einem Aufsätze in Kjiibenhavenspost von D. Ikubiir in Kopenhagen. (Wir theilen hier einen Aufsatz mit, der, von der Hand eines Christen, im Geiste wahrhafter Humanität, verfaßt, klar und offenmüthig, den Charakter der Verhandlungen in der holstein'schen Ständeversammlung zeichnet. Er muß das höchste Interesse aller unsrer Glaubensgenossen anregen, da er gewiß das Armseligste betrifft, was in neuester Zeit irgend faktisch in die Deffentlichkeit über die Gleichstellung der Israeliten getreten ist. Wir wissen wirklich nicht, ob es mehr Widerwillen, als Mitleiden in uns erregt.") Redakt.) Um zur Einsicht zu gelangen, ob die Juden in den Herzogthümern emanzipirt werden, oder ob sie noch fernerhin verharren sollen, unter dem Joche zu seufzen in welches ein intoleranter unwissender Zeitgeist sie gespannt hat, wird es ohne Zweifel norhwendig sein, zuvor die am bedeutsamsten sich herausstellenden Momente, ihrer jetzigen bürgerlichen Stellung in den Herzogthümern in wenigen Zügen hier anzugeben. Dem Juden, der in den Herzogthümern entweder Aufenthaltsrecht, durch einen Geleitsbrief, oder Staatsbürgerrecht, durch den Ankauf eines Hauses und die Ausbezahlung von dessen Kaufsummen u. dgl. erlangt hat, ist es dennoch nicht erlaubt, sich da niederzulassen, wo er am günstigsten seine Nahrung zu finden glaubt. Er ist vielmehr auf einige wenige Schollen Erde angewiesen, «) Um den Ausdruck des dänischen Originals so treu als möglich wieder zu geben, haben wir mancher nicht ganz oeutschen Wendung nachgesehen, und erbitten dies auch von den Lesern. Re darr. 51"»

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