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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 744

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 744 (sequence 16)
Language
German
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744 den Worten an: „Anno Domini 149» wurden die! „Juden in Steyermark abgeschafft, darauf wart solhs „in dem Landte Kärndtm fürgenommen da gab das j „Land dem römischen König 4009 Pfund Pfenning." j Daß sie endlich erst im Jahre 1622 wieder die! Erlaubniß zur Erbauung einer Judensynagoge in Wien erhielten, ihr Ueberzug in den untern Würth 1626, die neuerliche Abschaffung im Jahre 1670 und ihr zeitherigcs Unterthans-Vcrhältniß in Oesterreich, ist in der Verfassung der Juden vom Grafen Barth Barthenheim zusammengesaßt, nur muß hier noch angedeutet werden, daß ungeachtet ihrer Abschaffung sehr bald darauf in den städtischen Kammerrechnungen schon wieder Toleranzgelder von tolerirten Juden jährlich in Empfang erscheinen. Theologie. Religiöse Bekenntnisse und Skizzen in freier Form. II. Ein ganz neues Licht ging mir auf, als ich folgende Wahrheit gesunden. Je allgemeiner eine Religionsansicht sich halt, desto weniger begeistert sie ihre Anhänger, je specieller sie sich hinstellt je mehr individuelle Momente sie sich verschafft, desto glühender ist der Eifer ihrer Sektirer. Dies ist ein Satz, den man bloß hinzustellen braucht, um ihn anerkannt zu sehen, denn die Geschichte aller Religionen erweist ihn, und gleicherweise wird durch ihn diese Geschichte klar und durchsichtig. Auch in der Geschichte des Judenthums bis auf heute giebt es uns Aufsil luß über das Verhältnis; seiner Bekenner zu ihm. Nur durch das specielle Gesetz band die Offenbarung Israel an ihre Lehren, und von der Zeit erst an wurde der Enthusiasmus der Juden heiß für ihre Religion, als das specielle Gesetz wirklich in volle Kraft trat, seit dem 2ten Tempel. Die größte Begeisterung, die inbrünstigste Anhänglichkeit fand das Judenrhum aber, als es sich innerhalb des Talmuds und Rabbinismus völlig spezialisirt hatte. Ein Glaubensbekenntnis;, das bloß in einigen allgemeinen Sätzen besteht, wird Viele finden die ihm beistimmen, aber Wenige, die ihm anhangen, die Feuer für dasselbe fangen. Und diese Wenigen wann? — so lange sich Opposition findet. Eine jede reformirte Kirche findet Begeisterung nur im Protestiren, wehe ihr, wenn ihr erst die Gegcnpart fehlt — sie schläft dann ein! Daher auch die beständige Klage über die Lauheit und Gleichgültigkeit der modernen Juden. Es geht gar nicht anders. Die Lehrer des modernen Judenlhums haben dieses so alles speziellen Gehaltes entkleidet, und Alles auf einen oder zwei Satze reducirt, daß es gar nichts Fesselndes und und Belebendes, nichts Beschäftigendes und Erwärmendes enthält. Wenn man in einer Viertelstunde mit einem Glauben fertig ist, so kann man nicht verlangen, daß er länger fest hält. Das moderne Judenthum lebt daher bis jetzt fast nur von seiner Opposition gegen das alte und gegen die nicht-jüdischen Glaubenspartheien. Man wird mich tadeln, daß ich dies so nackt hinstelle; aber es ist Zeit, daß man daran denke, ein Mehreres zu schaffen, um nicht Alles zu verlieren. Auch kann man mit Grund sagen, daß die jüngeren jüdischen Theologen auf dem Wege sind, die Fehler ihrer Vorgänger zu verbesseren. Aber man hat ihnen ihren Weg sehr schwer gemacht, weil man ihn unfahrbar werden ließ. Die hauptsächlichsten Momente, die das neuere j Judenthum in sich lebenskräftig aufnehmen und zu; ihren Lebenspunkten machen muß, sind: die Offen-; barung und die Versöhnung. Die erstere ist auf ' so unverantwortliche Weise auf Null reduzirt wor« . den, daß das Publikum, wenn der jüdische Lehrer : von ihr spricht, es nur für ein Compliment ansieht,; das er seinem Stande bringt. Mich, einer wahrhaften Bekenner der Offenbarung, durchdrungen von der Ueberzeugung, daß sich Gott dem Menschen un-; mittelbar offenbaren mußte, hat dies oft völlig zer-; knirscht. Daher muß der jüdische Lehrer, der die ' Offenbarung zum Bewußtsein und zur Ueberzeugung seinen Zuhörern bringen will, immer wieder vo»

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