Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1840)
- Date
- 1840-12-19
- Page
- Seite 742 (sequence 14)
- Language
- German
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742 kommt unter dem verbuchten Judenbesitzthum im Jahre 1385 Hanna die Jüdin Peltlems des Juden von Salzburg Wittib als vergewährte Inhaberin eines Wachstisches am Hohenmarkt, und im Jahre 14Ö0 ©lernet der Jud von Misteldorf über eine Krem sVerkaufstand) am Hohenmarkt vergewährt vor. — Streng geschieden war und blieb im 13ten, I4ten und ersten Viertel des täten Jahrhunderts die Gerichtsbarkeit der Juden von der der Christgläubigen, ebenso hatten sie ihren abgesonderten Vorstand. Man weiß aus dem im Stadt Wiener Eisenbuch eingetragenen Revers wegen der abzunehmenden jüdischen Zinsen vom Jahre 1338 ihre drei Maister l Vorsteher) mit ihren Wahlsprüchen: „Hadgimi „seine Seele sei in den sanften Garten der Ver- „schämten, als er nie ward, der betrübte Sadgia „Hadgimi Sohn Seors, sein Gedächtniß soll sein „in der zukünftigen Welt, dann der betrübte Moise „Sohn eines Meisters Gamaliel, dessen Seele soll „umfangen sein mit der lebendigen Seele." Von Interesse ist dagen, die Unterschriften der „Eltisten" und Vorsteher „der ganzen jüdischen Ge- „main allhier ze Wien," in dem bei Einräumung der Leopoldstadt 1626 ausgestellten Revers gehalten, als: Leu Lucerna Hebraeus aulicus trium facaltatum tiocior. Moses Jeremias Gerson Sohn des Moses Kohn Rest von Furth Abraham Sohn des verstorbenen Hr. Markus. Muril Lewyte von Eting, Israel Jsserl Sohn des Rabi Zacharias von Eisenstadt, David Sohn des verstorbenen Hr. Nephtaly Schlesie von Neumarkt und David Sohn des verstorbenen Herrn Pinkus Lewyte vom Stamme Horwitz. Die Judenvorsteher werden auch im Verkaufe des I4ten Jahrhunderts „Zechmeister der Judenzeche" genannt; hier oben bei dem Gemeinde-Eigenthum der Judenschaft sind vier solche Zechmeister namentlich angeführt. Was nun den Gerichtsbestand der Juden betrifft, so läßt sich zwar aus den Worten des Privilegiums Herzog Rudolph des IV. vom Jahre 1361, daß das Judengericht in Wien in seinen Kräften bleiben solle, über dessen eigentliche Beschaffenheit nichts Näheres abnehmen, allein schon nach der goldenen Bulle vom Jahre 1247 und Handoeste 1286, wo die Juden von allen Aemtern in Wien ausgeschlossen wurden, schienen sie auch bei ihrem Judengerichte kein Amt bekleiden zu dürfen, und wirklich finden sich unter den urkundlich Vorkommen» den Judenrichtern blos Christen in diesem Amte, ebenso, wie bei dem unter dem Judenrichter stehenden Judenschreiber vor, von welch letzteren übrigens nur der einzige „Wolfgang der Gerhart dietzeit Ju» denschreiber in Wien" vom Jahre 1403 aufzusinden war, zeigt sich in der Urkunde vom Jahre 1406 (in Rauch script. rer. Aast. 111. (Seite 439), wo er unter den herzoglichen „Amptleuthen," welche der herzogliche Vormund zu ernennen hatte, vorkommt. Aus den vorsindigen Urkunden zeigen sich zweierlei Abgaben der Juden, nämlich gewöhnliche und außergewöhnliche. Unter die erstem gehört die jährliche Judensteuer, welche von dem zeitweiligen I'"- denrichter eingehoben und unmittelbar in die herzogliche Kammer abgeführt wurde. Wie viel diese Judensteuer in der zweiten Hälfte des 13ten Jahrhunderts unter Kajser Friedrich dem IV. in Oesterreich, Steyermark, Kärnten und Krain, und „Borderperg" eintrug, ist aus der hier unten gegebenen Anmerkung °), einem Auszuge aus dem eigenhändigen °) Aus dem eigenhändigen Tagebuche Kaiser Friedrich des Hl. (k. k. Hofbibliothek, hist. prof. Nro. 427. Blatt 59.) Vermerkh mein Nucz und gült. Jt. Josep Jud zeit 40 Gulden alle jar von der neustat. Jt. Selmanin von marpurg 32 Gulo all jar. Jt ain Jude von veltere 10 gülden. Jt von der hauptmanschaft von trieft zeit man heraus alle jar hundert Gulden Jt. von der hauptmanschaft von partenau alle jar 400 Gulden Jt die Juden aus der Steirmarg zu Kernden vnd ze krain gebeut albeg ober fir jar vlm <6000)Gulden, ze versuchen ob man darraus mer macht Prinzen. (!!) Jt. die Juden vor dem perg albeg ober fir jar 100 gülden ze versuechen als for (sic) 2 m. <2000) Gulden. Jt. Hans maller dient all jar von der tafern 12 //. dl. Jt. der Hansgraf sol mir dienen von dem Hansgrafambt all jar 20 Gulden. Jt. die Juden in osterreich gebeut alljar 200 guld. Jt die Juden ze steir keernden vnd krain all Jar V° (500) Gulden. Jt zu versuchen das die Juden zu trieft vnd partnau auch Steuern. (!!) Jt. von dem Ungelt von medling geil der Straffer 900 ü. dl.