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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 738

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 738 (sequence 10)
Language
German
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738 thig und siegreich sind in die Schranken getreten. — Möge die göttliche Vorsehung Sie noch viele Jahre in der Fülle Ihrer Kräfte erhalten, zum Heil und zur Ehre Israels, zur Zierde Ihres Vaterlandes! Mögen Sie, Hochzuverehrender Herr, in freundlichem Andenken bewahren Wien, d. 24. Nov. 1840. die Sie hochverehrende Vorsteher und Repräsenten der Preßburger Jsraeliten-Gemeinde M. H. Singer, S. Schwabachersohn, Herman Dukes, Adolph Kohn. Vorstehende Adresse wurde dem, von allen seinen Glaubensbrüdern so hochgeseierten, Gaste in sehr eleganter Ausstattung überreicht. Die Deputation bestand aus den Herren, welche die Adresse unterzeichnet hatten, und an die sich noch auf Einladung des Gemeindevor randes Herr Rabbinats-Kandidat Leopold Löw (Verfasser der Adresse), anschloß. Der edle Empfänger hat der Deputation in sehr bescheidenen Ausdrücken seinen Dank ausgedrückt, und vor seiner Abreise von Wien ein Schreiben an die hiesige Gemeinde zurückgclassen, welches in größeren Kreisen bekannt zu werden verdient, und das ich Ihnen nächstens vollständig mittheilen werde. Ich schließe meinen heutigen Brief mit der Nachricht, daß auch hier ein Verein zur Veredlung des Gottesdienstes im Werke ist, welcher nur aus Unzulänglichkeit der Mittel an die Organisirung des neuen Kultus, der nach dem Muster des Wiener Bethauses eingerichtet werden soll, noch nicht schreiten konnte. Die erste Anregung dieser wichtigen, für unsere Gemeinde so dringend nothwendigen Verbesserung ging von Herrn Leopold Trietsch °), einem gebildeten und geachteten Gemeindemitgliede, aus. Viele gebildete Gemeindemitglieder, — namentlich alle unsere Doctoren der Medizin, haben sich an die Bestrebungen des Hrn. T. angeschloffen, und man sieht der Realisirung des neuen liturgischen Planes mit aller Zuversicht entgegen. Unser junger Rab- ®) Sein Daker, Moses Trietsch, war einer der ersten und scharfsinnigsten Talmudisten Oestceichs, und schon vor 50 Jahren durch eine liberale Gesinnung bekannt. bine will sich den neuen Einrichtungen nicht widersetzen, was ihm gewiß zur Ehre gereicht. Preußen. Koblenz, 6. Dezember. (Privatmitth.) Mit vollem Rechte ist in No. 44 aus Bonn der falsche Berichterstatter in No. 43 abgcwiesen worden. Möge es allen Denen so ergehen, die eine schleckte Sache mit Lügen übertünchen wollen. Denn von den gerühmten bewirkt sein sollenden „neuen Anordnungen und heilsamen Vorschlägen zur Veredlung und Verbesserung unserer religiösen Zustände k. rc." ist noch nicht bei uns laut noch sichtbar geworden, und dürfte es auch wol schwerlich, noch sobald werdenbei der bekannten Herzens- und Geistesbeschaffenheit derjenigen, die dazu berufen und verpflichtet wären. Vornämlich betrübend und schmerzlich für jedes fühlende ächten jüdischen Herzens, ist der bei uns noch gar sehr im Argen liegende Zustand des religiösen jüdischen Jugendunterrichts. So z. B. in der hiesigen Koblenzer, 50 bis 55 Familien starken Judengemeinde, befindet sich kein einziger jüdischer, weder öffentlicher noch Privatlehrer; und entbehrt folglich, die betreffende Jugend, nicht nur alle und jede Unterweisung in der Religion selbst, sondern auch aller auch der geringsten Kenntniß der hebräischen Sprache und Literatur. Auch bleiben die herben Früchte dieser, für den hiesigen Vorstand unverantwortlicher Verwahrlosung nicht aus. Denn krasse Ignoranz, und religiöser Jndifferentismus, in steigender Progression, sind leider, die charakteristischen Eigenschaften unserer solchergestalt wild aufwachsenden Jugend. Und welche traurige Aussichten für die Zukunft, bietet nicht eine solche heillose Vernachlässigung, ohne baldige nachdrückliche Abhülfe, dar! — Literarische Nachrichten. Magdeburg, 8. Dezember.— Die herrliche Dichtung von Anastasius Grün: „Schutt" — hat in der vierten Auflage so eben die Presse verlassen. Um so-naher liegt es, das der Allg. Zell, des Judenthums aus ihr rinzuverleiben, was unS angcht. Diese Dichtung, die auf dem Schutt der Zeiten, auf den Trümmern aller bestehenden Menschenspaltungen eine allgemeine

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