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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 737

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 737 (sequence 9)
Language
German
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737 übrigen europäischen Brüder berufen und vcrpflich- | tet, den langgehegten Dankgefühlen unseres Herj zcns Wort und Ausdruck zu leihen; denn wir ha-! den nicht nur, wie die Israeliten aller Welttheile, > die Qualen und Martern unserer unschuldigen und unglücklichen Brüder zu Damask mitgefühlt und mitempfunden, nicht nur hat jene schändliche Anklage uns, gleich jeden besseren Menschen im Innersten der Seele empört; sie hat zugleich unsere höchsten, bürgerlichen Interessen auf die empfindlichste Weise zu gefährden, und unseren Himmel, da er am heitersten war, zu trüben gedroht.— Denn als von den furchtbaren Verfolgungen im Oriente die erste Kunde kam, war die Emanzipationsfrage der Israeliten in den gesetzgebenden! Versammlungen unseres Vaterlandes noch schwe-! bend, und jüdischer Glaube und jüdische Sitte! waren mehr denn je der Gegenstand öffentlicher! Diskussion geworden. — Wol müssen wir es nunj mehr zum Ruhme dieser edlen Versammlungen bei kennen, daß die gehässigen Insinuationen der j auswärtigen Presse nicht den geringsten Einfluß j auf ihre Stimmung ausgeübt; wol müsse» wir! es zum Ruhme der ungarischen Presse bekennen,! daß kein öffentliches Organ jene Anklage der geringsten Beachtung würdig gefun-! den, ließe sich aber diese Unbefangenheit, diese! edle Haltung der Legislatur wie der Presse erwarten nackdem jene schändliche Anklage unseres Glaubens und Stammes selbst in dem erleuchteten Frankreich, in dem aufgeklärten Deutschland, offene Ohren, vorurtyeilvollc Herzen, und böswillige Verbreiter gefunden hatte? Darum haben uns die Schreckensscenen zu Damask doppelt schmerzlich ergriffen, und in dem demüthigenden Bewußtsein, daß es uns an Männern des Wortes und der Lhat fehle, haben wir unseren hoffenden Blick auf jene edlen Männer Israels in Frankreich und England gerichtet, die sich bei ihrer ehrenvollen sozialen Stellung die Anhänglichkeit an ihre väterliche Religion, und bei ihrer unbe. grenzten Vaterlandsliebe die Sympathie für ihre Brüder im Glauben zu bewahren wissen. — Unsere Hoffnung hat uns nicht getäuscht. Sie Hochzuverehrender Herr, immer der Erste in den Reihen, wo es den Kampf für Israels Glauben gilt, und für Israels Ehre, ließen keinen Augenblick auf sich warten, und gleich dem Weisesten und Edelsten Israels, gleich einem Menasse den Israel und Moses Mendelssohn, durch Wort und Eid die freche Anklage von unserer heiligen Religion zurückgewiesen. — Und als der Gang der Ereignisse und des Resultates einer orientalischen Prozedur ein unmittelbares Einschreiten erforderten, waren Sie es wieder, der sich edclmüthig an den edlen Sir Moses Montesiore anschloß, um wie einst jene göttlichen Abgeordnete, den Herrscher Mizraims im Namen des Rechts und der Gerechtigkeit aufzufordern, daß er schuldlos Gefesselten die Freiheit wieder gebe. — Unsere besten Wünsche, unsere inbrünstigsten Gebete folgten Ihnen über das Meer. Und nun Sie Ihre Mission so ehrenvoll und glänzend haben erfüllt,- und in Frieden sind zurückgekehrt, preisen wir den Gott unserer Väter, der seine Engel hat für Sie entboten, Sie zu behüten auf allen Ihren Wegen, und der Sie nicht nur den Gefesselten Freiheit, den Bedrängten Erlösung bringen, sondern auch den, in der Finsterniß der Unwissenheit und Barbarei Schmachtenden eine schöne Morgenröthe vorberriten ließ. — In jenen Gegenden, an welche sich Israels heiligste Erinnerungen knüpfen, wo Israels Gottesmänner verkündet haben, die Wahrheit und das Recht, und in Aegyptcn's Städten, wo sich unter dem Scepter der Ptolomäer Juden und jüdische Wissenschaften eines königlichen Schutzes zu erfreuen hatten, und wo Jahrhunderte später jüdische Gelehrsamkeit wieder hat geblüht, da rufen Sie, edler Menschenfreund, in heiliger Begeisterung Schulen und Lehranstalten ins Leben, wo sich die Tiefge, sunkenen-wieder Hhoben, die Blinden wieder das Helle Sonnenlicht schauen und in dem Strahlen einer bessern Erkenntniß zu einem neuen, schönerm Leben erwachen werden. — So werden ernst Asiens und Afrika's Israeliten Sie, den Sie freudig als Ihren Befreier begrüßen, auch als den Gründer ihrer Civilisation, dankbar verehren, wie schon jetzt das europäische Israel Ihren Namen in dankbarer Pietät, in segnender Anerkennung nennt. Israels Geschichte aber wird Ihren gefeierten Namen mit goldenen Zügen in Ihre Blätter scyreiben, und Sie zu den Besten, Edelsten zählen, die für ihr Volk und ihren Glauben mu- 51°

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