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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 735

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 735 (sequence 7)
Language
German
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755 Häuser und sei es auch in der ärmlichsten Hütte, Alles, was uns mit lebhaften Erinnerungen daran erfülle. Jeder sei Priester in seinem Hause. Er unterweise seine Kinder in dem Buche aller Bücher, weihe seinen Tisch zum Altar des Herrn und bete mit ihnen, breche nie Brod, ohne sich und sie daran zu erinnern, daß die einst im Tempel paarweise ausgestellten Schaubröde Bruderliebe andeuteten und übe diese Pflicht in ihrem ganzen Umfange. Was in diesen Beziehungen der Hausvater seinem Familienkreise sei, das müsse der Rabbine seiner Gemeinde sein. — Sine ira ac Studio. —. Die Probepredigten für unser vakantes Landrabbinat sind nun beendet. Von den 17 Kandidaten waren nur 3 eingeladen worden. Nach der Sachlage und der Stimmung in der Provinz zu urthcilen, wird der Rabbine Hirsch aus Oldenburg gewählt werden. S. i. a. s. -Oesterreich. Wien, 30. Nvv. (Privatmitth.) Folgendes ist der wörtliche Inhalt, der an Crömieur gerichteten, von Mannheimer abgefaßten Adresse der hiesigen Gemeinde: „Die Gemeinde der Israeliten zu Wien, beseelt von der regsten Theilnahme, für die heiligen Interessen und Rechte ihres Volkes und Glaubens, durchdrungen von der innigsten Hochachtung und Bewunderung für die edlen Männer des Wortes und der That, die sich für die Interessen und Rechte herausgestellt, und im heiligen glorreichen Kampfe, bewahrt haben, ergreift mit aller Bereitwilligkeit die Gelegenheit, die sich ihr bietet, Ihnen, hochzuverehrender Herr! der sich in diesem Kampfe in die vordem Reihen gestellt, und siegreich den Lorbeer errungen hat, Ihre innigste Hochachtung und Bewunderung zu bezeugen. Wenn wir die Gabe des Wortes und. die Kraft und Gewalt der Rede, die Ihnen Gott in Fülle verliehen hat, um so mehr bewundern, je umfassender und eindringlicher ihr Erfolg ist, und darin die Gnadenwaltung Gottes erkennen, daß er in einer Zeit, wo Geist und Talent sich zur herrschenden Macht erhoben, auch in unfern Reihen Männer hat auferstehen lassen, die des göttlichen Geistes voll sind, und das Wort in Wahrheit, Klarheit, mit Freimuth und siegender Kraft zu führen wissen; wenn wir mit Einem Worte, das Talent bewundern, das Ihren Ruf begründet, Sie als Redner und Anwalt, den Gefeiertesten Ihres Standes gleich gestellt hat, so achten und ehren wir doch mehr noch die edle Gesinnung, den heiligen Eifer 'für das Recht, der Sie in der Erfüllung, Ausübung Ihres göttlichen Berufes, und in der Veredlung dieser unschätzbaren Geistesgabe, bisher so glücklich hat geleitet. Sie haben das Recht vertreten, wo und wann es gefährdet war. Sie haben den Mächtigen Ihren Schutz angedeihen lassen, als sie das Glück verlassen, und der gefallenen Größe sich ritterlich angenommen. Sic sind für Ihre Glaubensgenossen in die Schranken getreten als man ihren Eid und Schwur, und somit Treue und Glauben in Israel verdächtigen wollte, und haben die Schmach von ihnen abgewälzt, den letzten Schimpf getilgt, der ihnen noch anhing in dem Lande, wo man ihnen alle Schranken geöffnet, aber nicht das Vorurthcil besiegt; dem Juden Besitz und Recht, Amt und Würde hatte vergönnt und cingeräumt, und dennoch den Zweifel und Verdacht in seine Rechtlichkeit und Treue nicht hatte beseitigen und überwinden können. Sie haben seine Ehre gerettet und gezeigt, daß von Abraham und seinem Stamme, der zuerst hat die Hand emporgehoben zu dem allmächtigen Gotte, der Himmel und Erde hat geschaffen, der Glaube ist ausgezogen, der die Welten füllet und sie auf die Grundsäulen des Gesetzes, des Rechtes und der Sitte fest und sicher stellt. Diese edeln Bestrebungen, haben Sie nun, Hochverehrter Herr, gekrünet, und Ihren Namen in die Jahrbücher der Geschichte unseres Volkes, die so alt ist, als die Geschichte der Welt, unvergänglich eingetragen, indem Sie für die unglücklichen Schlachtopfer der Tyrannei und der Glaubenswuth, deren furchtbares Geschick nicht nur alle Stamme Israels, sondern auch alle Edeln und Wohldenkenden in der Welt mit Grausen und Entsetzen fützt, ritterlich und brüderlich sind in die Schranken getreten. Sie haben Haus und Heimath verlassen, wie einst die Propheten der alten Zeit, sind übers Meer gezogen, hin in's alte Aegypterland, wo Seuchen wüthen, Krieg und Zerwürfniß das Leben bedrohen; Sie haben vor dem Gewaltigen das Wort geführt, und für Ihr Volk und Ihren Glauben, und, wie

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