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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-19 · Heft 51 (19.12.1840) · p. Seite 734

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 51 (19.12.1840)
Date
1840-12-19
Page
Seite 734 (sequence 6)
Language
German
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734 nigen Jahren in Hamburg wohnt, ist dieser Edle, der mit freigebiger Hand die hiesige Armuth bedachte. Schon vor mehreren Jahren hat er der hiesigen Gemeinde 10,000 Thlr. geschenkt, von denen ein Thcil dazu verwendet werden sollte, die Synagoge im Inneren zu verschönern, und die beabsichtigte Verschönerung ist durch andere Beisteuern so beschafft worden, daß die Synagoge sich kühn den schönsten an die Seite stellen darf. Hiermit war aber seinem wohlthatigen Sinne noch nicht genügt, er übergab im vorigen Jahre dem Gemeindevorstande eine sehr bedeutende Summe Geldes, um von den Zinsen derselben eine Reihe von Wohltharen spenden' zu können. Nur die hauptsächlichsten derselben sollen hier angegeben werden, um den großartigen Sinn des edlen Gebers zu bezeichnen. Die hiesige Freischule für Knaben wurde durch ihn in den Stand gesetzt, daß sie jetzt ein sehr schönes Haus besitzt, in welches auch Waisen ausgenommen werden sollen, und führt dieses Haus den Namen „Isaak Hartwigsches Schul- und Waisenhaus." Durch einen Anbau ist jetzt auch die Freischule für Mädchen dorthin verlegt worden. Der Vorstand der Freischule ließ den Geber malen und sein wohlgctroffencs Bildniß im Konferenzzimmer aufhängen zu dankbarer Anerkennung für immer. Einen anderen Lheil der Zinsen bestimmte der Legatarius zu Miethe für 15 Leute, von denen Jeder vorläufig auf 5 Jabre jährlich 50 Mark erhält. Jährlich werden zwei Mädchen durchs Loos gezogen, von denen die eine 300 Mark und die andere 200 Mark erhält, wenn sie Braut wird. Außer einem anständigen Gehalt für einen Talmudlehrer in der Freischule wurden 100 Mark für den Religionsunterricht in der Mädchenfreischule und eben so viel für Prämien zur Vertheilung an die Kinder dieser Schule bestimmt. Außerdem bekommt das Krankenhaus jährlich 200 Mark zur Verbesserung des Mobiliars und sind 150 Mark dazu bestimmt, an einige verschämte Arme Feurung zu vertheilen. Dieses sind die Hauptzüge des Legates des Herrn Hartwig, von dessen Privatwohlthatigkeit wir nur das Eine herausheben wollen, daß er bei sehr vielen armen Knaben Gevatter gestanden, und für jeden dieser Knaben 100 Mark deponirt hat, die derselbe erhält, wenn er so weit herangewachsen ist, daß er suchen muß sich selbst zu ernähren. Noch ist zu erwähnen, daß die kleine Gemeinde Wandsbeck von demselben Geber 10,000 Mark erhielt, so daß sie eine sehr hübsche Synagoge sich erbauen konnte, die vor einigen Monaten aus sehr feierliche Weise eingeweiht wurde. Solche Thaten verdienen es gewiß in einer Zeitschrift mitgetheilt zu werden, die sich einer so weiten Verbreitung erfreut, damit sie gleichsam einen linden Balsam für die Wunden legen, die dem fühlenden Herzen durch Berichte widerwärtiger Art oft geschlagen werden. Wenn dem Schreiber dieses es etwa zum Vorwurfe gemacht würde, als habe er den ganzen Artikel nur um des Einen willen geschrieben, so will er es nicht ganz ableugnen, indem er es für eine Pflicht hielt durch die Anerkennung des Werthes der Gabe im Namen seiner bctheiligten Brüder, versteht sich ohne dazu beauftragt zu sein, den wärmsten Dank auszusprechen, und auch den Lesern dieses Blattes eine Freude zu bereiten, vielleicht auch den Einen oder Andern zu veranlassen., wenn auch nicht so Großes, doch was in seinen Kräften steht, für die leidenden Brüder zu thun. ' X. Emden, 20. Nov. (Privatmitth.) Am 14.November, am Sabbat Wajera, erfreute uns Herr Hirsch, Großherz. Oldenb. Landrabb. mit seiner Probe-Predigt. Man erwartete viel, und man konnte viel erwarten von dem in der literärischen Welt bekannten und anerkannten Manne, dessen Ruf als Redner schon lange zu uns, aus dem Nachbarlande herüberschallte; aber seine Leistungen übertrafen unsere großen Erwartungen. Volle zwei Stunden fesselte der Redner in einem durchaus freien Vortrage unsere Aufmerksamkeit, sich über die wichtigste Scene der heutigen Parascha, die Akeda verbreitend. In einer geist- und sinnreichen Sprache schilderte er diesen Morija-Vorfall, das juimum movens des Judenthums in seinem ganzen Umfange, und erschöpfte, indem er noch zeigte, welche Aufforderungen für uns in dieser Versuchung des Patriarchen liegen, dieses reichhaltige und bedeutungsvolle Thema. Bon dieser Morija-Betrachtung ging er, durch ein lokales Moment geleitet (Zion erhob sich der Tradition nach, auf dem Berge Morija) zur Betrachtung des Tempels und seiner Heiligthümer über, und sprach in einer schönen allegorischen Deutung über Altar, Leuchter, Tisch und Schaubröde. Wenn uns nun auch der Tempel mit seinen Emblemen fehle, so fänden wir doch zwischen den vier Wänden unserer

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