Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1840)
- Date
- 1840-12-12
- Page
- Seite 715 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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715 Norwegische Konsul, sondern der Holländische sei es gewesen, für dessen Thun die Türkische Regierung Grund zur Beschwerde zu haben geglaubt."" Ich erwartete dieses um so mehr, da die allgemeine Achtung, welche Herr Masse, Schwedischer und Norwegischer Konsul auf Rhodus, dort genießt, und das gute Verständniß, welches zwischen den Türkischen Behörden und ihm stets gewaltet, hier wohl bekannt ist." —. Wohl dem, der sich vertheidigen kann! Rußland. Petersburg, 17. Nov. Das bereits früher ergangene Verbot gegen die Niederlassung und den Geschäftsbetrieb fremder Israeliten in Rußland ist neuerdings in geschärfter Weise erlassen worden. Dänemark. Kopenhagen, 15. Nov. sPrivatmitth.) Wenn in der Roeskilder Ständeversammlung, wie ich Ihnen jüngst bemerkt habe, die Wählbarkeit der mosaischen Glaubensgenossen in die Stände wieder in den Konstitutionsantrag ausgenommen ist, so hat sie auch in der jütl an bischen ihre Stimme gefunden. In derselben sprach sich, bei ihrer neulichsten Eröffnung der Justizrath Witt, der warme Sprecher für unsere Sache in der vorigen Versammlung, ungefähr so aus: „Die Wählbarkeit meiner mosaischen Mitbürger wage ich nicht mehr in diesem Sale zu beantragen, nachdem es mir das vorige Mal mißlungen ist, diese höchst gerechte Forderung anerkannt zu sehen. Ich hoffe aber, daß die Regierung meinem Wunsche zuvorkommen wird, mit einer Proposition, di« zur Zufriedenheit aller Freunde der wahren Menschenliebe ausfallen wird." Wie wenig bedürfen solche Worte eines Kommentars. Deutschland. Heidelberg, 25. Nov. (Privatmitth.) Bei der am 22. d. M> an der hiesigen Hochschule stattgehabten Preisvertheilung ist die Abhandlung De praescriptioiie immemoriali oder über die unvordenkliche Verjährung des Siud. jur. Alexander Friedländers gekrönt worden. Der Preisträger ist ein Enkel des rühmlichst bekannten Landrabbinen Joseph Friedländer in Brilon inder königl. preuß. Provinz Westphalen. Preußen. Berlin, 19. Nov. (Anstatt einer uns zugekommenen, ungenügenden Relation über die Eröffnung des restaurirten Seminars, geben wir folgenden Bericht der Leipz. Allgem. Zeit.) Auf eine würdige und wahrhaft erhebende Weise hat gestern die feierliche Eröffnung des jüdischen Schullehrer-Seminariums in dem großen Saale der Gemeinde« schule Hierselbst stattgefunden. Viele hohe Staatsbeamte, die Schulbehörde und ein sehr großer Theil der achtbarsten Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde waren zu diesem feierlichen Akte eingeladen. Die Feier begann nach 11 Uhr mit dem schönen Liede „Früh und spät, du treuer Gärtner." Hierauf betrat der Gemeindevorsteher, Herr vr. Veit, im Namen der Gemeindeältesten die Rednerbühne und hielt eine vortreffliche Rede, in welcher er auf die Zweckmäßigkeit und Nothwendigkeit einer solchen Anstalt aufmerksam machte. Er beseitigte besonders den vielfach verbreiteten Jrrthum, als seien besondere Schul- und Schullehrer-Anstalten für jüdische Gemeinden insofern schädlich, weil sie die innige Verschmelzung der Christen und Juden im sozialen und politischen Leben verhinderten. Eine solche Trennung sei durch die wohlthuende Wirkung des Zeitgeistes durchaus unmöglich; die einzelnen Kräfte im Staate sollen sich aber nach ihrer eigenthümlichen Weise entwickeln; dieses befördere wahrhaftes Leben, und so beabsichtige es auch die wohlthuende Emancipationsakte von 1812, deren letzten Paragraphen der Redner einer besonder» Betrachtung unterwarf. Diese Anstalt, die sich des besondern Schutzes der höchsten Behörden zu erfreuen habe, sei erst ein schwacher Anfang für die neue Belebung des wahrhaft israelitischen Geistes, der sich aber nur in der religiösen Seite bethätigt und bethätigen soll. Von sichtbarer Wirkung war der begeisterte prophetische Schluß der Rede, „die Stimme ist die Stimme Jakob's und die Hände sind die Hände Esau's," daß, während die schwertführende Hand des Efau schlaff verschwunden sei im Strome der Zeit, die Stimme Jakob's alle Zeiten hindurch durch besondern himmlischen Schutz erhalten ist und ewig fortdauern wird. Hierauf bettat vr. Zunz, der Diri-