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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-05 · Heft 49 (5.12.1840) · p. Seite 709

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 49 (5.12.1840)
Date
1840-12-05
Page
Seite 709 (sequence 17)
Language
German
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709 nicht gehörige, complicirte und moderne Begriffe überantwortete. Will man, da das H.-Wort selbst nur leise Andeutungen der innen eingehüllten Ideen giebt diese herauslösen aus ihrer Schale: so hilft alle exoterische Gelehrsamkeit Nichts, wir müssen auf's gewissenhafteste die Ausdrücke der h. Schrift für sich verfolgen, und überall das Einfachste, aber mit der Lehre der h. Schrift selbst übereinstimmende, zu finden trachten. So, um nur Einiges anzuführen kann sich Baehr von der Idee, daß das piöja das Universum, wenn auch nur idealster, vorstelle, nicht losreißen. Und dennoch widerspricht dem der Begriff der Unendlichkeit der Schöpfung Gottes, die Jesaja besonders so stark hervorhebt, wie sich auch Nichts, als einige zufällige spätere Gleichnisse z. B. beim Psalmisten, wie my'T ff., dafür anführen läßt. So bestimmt Baehr die Drei als die Signatur Gottes, was dem strengen ins der Schrift völlig widerspricht, und wofür die rabb. Deutung des göttl. Namens rrs-p in „er war, ist und wird sein," und das dreimalige winp bei Jesaja sich nur anführen läßt, und wobei die dreifache Einteilung des Heiligthums ganz unerklärt bleibt. So bestimmt Baehr das tnb als „Brod, durch dessen Genuß man zum Schauen Gottes kömmt," indem er a-cs als das „Schauen Gottes" auslegt, wo doch von tn:B 2. Mos. 33, 20. geradezu gesagt wird: „du kannst >>:s nicht sehen!" und warum würde es dann nur von den Priestern genossen werden? — Es genüge dies, beim Mangel an Raume an diesem Orte. Will man demnächst auf diesem Gebiete zu sichern, schwankenlosen Resultaten, so weit dies möglich ist, gelangen: so muß man abermals den Weg von Neuem beginnen, und Vorsicht und Einfachheit zu seinen Führern wählen, vor Allem aber keinen Schritt vom h. Worte selbst abwärts thun. Dieser Weg ist im Bibelwerke eingeschlagen, und wie weit auf demselben geschritten wurde, bleibt weiterer Beurtheilung und Forschung überlassen. Die allgemeine Ansicht über die Symbolik des Kultus wird S. 421. nachdem die historische Exposition gegeben worden, ungefähr folgendermaßen begründet. — In der allgemeinen Entwickelung des Menschengeistes haben wir eine dreifache Periode zu unterscheiden. Während nämlich in der Kindheit des Menschengeschlechtes die -Gefühlswelt der alleinige geistige Boden des Menschen war, ringt sich in der ersten Periode der Entwickelung die Er. kenntniß (Intelligenz) allmählig aus der Gefühlswelt heraus, und hält sich schon in gewissen abstrakten Sätzen fest; in der zweiten hat sich die Erkenntniß bereits losgelöset, stellt sich unabhängig neben die für sich weiter lebende Gefühlswelt, und wird zur Abstraktion; in der dritten endlich stellt sich die Erkenntniß über die Gefühlswelt, zieht diese in ihr Bewußtsein heraus, und hält sie unter sich fest. So lange die Gefühlswelt allein da ist, ist überhaupt noch gar keine Wahrheit vorhanden, und jene prägt sich in eine verstandlose, (nicht unverständige) Mystik aus, die, von ihrem Zusammenhänge mit der Physik aus, zwischen sich und der nur gefühlten, darum später nach den Spielen der Phantasie gemodelten, Gottheit eine Vermittelung durch die Natur (Opfer) sucht, ohne bestimmte Ideen damit zu verbinden. Sobald aber die Erkenntniß sich heraus ringet, behält sie zwar die bisherige Form zum Ausdruck bei, weil sie noch nicht selbstständig genug ist, sich eigene Formen zu schaffen, alsbald aber sucht sie, ihre Resultate in diese Formen zu übertragen, und diese so zu wesentlichen Hüllen und Ausprägungen ihrer gewonnenen Ideen zu machen. Daher geht durch die ganze erste Periode der geistigen Entwickelung der Opferdienst, zwar wurzelnd auf der mystischen Physis des Gefühlslebens, aber doch durchdrungen und modificirt von der Erkenntniß, die ihre gewonnenen Begriffe in jenen hineinlegt. Sobald aber die Erkenntniß sich ganz frei zu machen beginnt, zieht sie sich auch aus diesen Substraten zurück, und mit ihrem Selbstständigwerden wählt sie einen nähern, angemeßnern Ausdruck, das Wort, das Gebet. Daher sehen wir in der letzten Zeit der ersten Periode bereits den Opferdienst ziemlich bedeutungslos und leere Formen werden, aber neben ihm auch bereits das Gebet eine feste Gestaltung gewinnen, als Vermittelung zwischen Mensch und Gott, und mit der zweiten Periode das bestimmte, geordnete, gegebene Gebet allein als Ausdruck bestehen. Die dritte Periode aber, wo die Erkenntniß ganz über die Gefühlswelt tritt, und diese vielmehr zu sich in ihr Bewußtsein zieht, entzieht auch dem bestimmten, gegebenen Gebete seinen Inhalt, eine freie Waltung des Wortes tritt dafür ein, die 49"

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