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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-12-05 · Heft 49 (5.12.1840) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 49 (5.12.1840)
Date
1840-12-05
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 selben — da es ihm aus Umständen die wir einer verehrlichen Redaktion ehestens mittheilen werden, riocki nicht vergönnt ist, in einer hiesigen Synagoge aufzutretcn — am Versöhnnngstage in einem engeren Zirkel von wenigen 2"':'2 vor einem ausgewählten Auditorium einen gottesdienstlichen Vortrag zu halten. Vor Beginn des bs aufgcfordert, die heilige Feier durch eine kleine Rede cinzuleiten, sprach Herr Wiener recht eindringlich und ergreifend über Klage!. Jerem. 3, 40. und knüpfte zu rib^:': die Fortsctzug seiner Rede an den folgenden Vers an. Vor dem Mussaf-Gebet setzte der Redner in einem langern, gehaltvollern Vorträge den Inhalt und die moralische Anwendbarkeit des ripin auseinander. Die Sonoritat des Organs, die Modulation der Stimme, die Lebhaftigkeit in dem ganzen Vorträge und in der Action die Fähigkeit dreimal an einem Tage, ohne irgend eine Notiz vor sich zu haben, ganz frei aus dem Gedächtnisse zu sprechen, können wir allerdings nicht unerwähnt lassen; noch weniger aber den Wunsch öffentlich auszusprechen unterdrücken, diesen jungen Redner recht bald auch in Posen vor einem zahlreichen versammelten Publikum Vorträgen zu hören. Denn stark war die Anregung, gewaltig und nachhaltig die Erbauung, unter den anwesenden Frauen kein Auge thränenlcer, aber auch die Männer, waren tief gerührt und heftig erschüttert, und nur eine Unzufriedenheit ließ der Redner in ihren Gcmüthern zurück, die nämlich mit den kläglichen, erbärmlichen Verhältnissen Polens, die einen so hcrzerhebenden und beseligenden Genuß nur so selten vor einer so wenig zahlreichen Versammlung zu Theil werden lassen. — Magdeburg, 23. Nov. (Privatmitth.) Es sind uns noch ausführliche Berichte über die Huldigungsfeier in dortigen Synagogen aus Birnbaum und Zülz zugekommen. Mangel an Raum gestattet ihre Aufnahme nicht; aus ersterer Stadt stand das Nöthigste aus der Preuß. Staatszeitung bereits in No. 40. Berlin, 20. Nov. (Privatmitth.) Der vor Kurzem hier verstorbene stud. nied. Ehrenberg aus Odessa hat folgende, sehr paffende Grabschrist erhalten : 177^2X I]X V2N 5X p-V! 132 b2 2? 22 bX ZV 22 2121 *jb~ inirairb2i ma: y-x bx isp X2'2'1 nv-n N23cpa A. Schwersenz, 5. Nov. (Privatmitth.) Auch unsere Gemeinde, obwohl sie noch den Namen einer alten nbnp führt, bleibt dennoch nicht zurück, und sucht mit den Bedürfnissen der Zeit vorwärts zu schreiten. So ist auch bei unfern Gemeindemitgliedern das allgemeine Gefühl rege geworden, eine deutsche Predigt von der Kanzel herab zu vernehmen. Dieses Bedürfniß jetziger Zeit gewann um so schneller das gewünschte Resultat, da gegenwärtig in Posen sich ein Kandidat der Theologie aufyält, an welchen die ehrenvolle Aufforderung erging, uns mit einer deutschen Predigt zu erbauen. Dieser Kandidat, Herr A. Wiener aus Murowana Gos'lin wurde von Posen abgeholt, und hielt hier am Sabbat Noach einen gottesdienstlichen Vortrag. Seine Predigt, welche sich durch Klarheit und Gediegenheit auszeichnet, wirkte mit wahrer Zauberkraft auf das Gemülh und den Geist der großen Anzahl der Zuhörer. Bemerkenswert!) ist es aber, oaß selbst die strengsten Orthodoxen, deren cs sooiele noch in unsrer Gemeinde giebt, sich an seiner Predigt erbauten, und daß die begeisterten Worte des gewandten Redners in allen Herzen solchen Anklang fanden, daß hier allgemein der Wunsch rege wurde, sich oft an deutschen Vorträgen erbauen zu können. — In unserer Gemeinde, die fast 1000 Seelen zählt, existirt länger als 1> Jahre eine jüdische Elementarschule. Von dem Gedeihen dieser Schule aus srühern Jahren ist leider nur wenig zu sagen. Da das stete Wechseln der Lehrer, welches in dem kurzen Bestehen der Schule beinahe 15 Mal vorkam, den Fortschritt derselben hemmte. Jedoch gelang es uns seit einigen Jahren durch die rege Wirksamkeit einiger gute Lehrer ein schönes Resultat von unserer Schule zu gewinnen, und macht sie jetzt mit jedem Tage erfreulichere Fortschritte. Das größte Hinderniß, das allen Bestrebungen der Schule entgegentrar, war die Menge der Winkelschulen. Um aber diesem Uebel Einhalt zu thun, veranlaßten einsichtsvolle Männer die Königliche Regierung, die Existenz der zu sehr überhand nehmenden Winkel-

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