Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1840)
- Date
- 1840-11-28
- Page
- Seite 681 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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681 Wir kommen nun wieder nach dieser Digression, die uns die Gelegenheit gab, von Herrn Slonimski öffentlich zu sprechen, auf die Veranlassung dazu, nämlich auf den obigen Aufsatz in der Morgenzeitung zurück. Der Verfasser desselben fahrt nun fort, von den Werken unsres Astronomen zu reden, sagt unter Anderem auch noch das irrthümlich, daß derselbe auch an der Anfertigung einer Logarithmen- Maschine arbeite, und hierauf schließt er wörtlich folgendermaßen mit einer höchst emphatischen Anrede an. die Israeliten, die er als Milbrüder zur Ergreifung von nützlichen Gewerken anfeuert und ruft ihnen zu: „Hört auf, Fremdlinge im Lande zu sein, ihr „Israeliten, erwachet aus dem Lethargus, ergreifet „mit Liebe Kunst und Wissenschaft, und seid deß „vergewissert, daß das Land, in Erwägung eurer „Verdienste und Anerkennung euerer Talente und „Leistungen, gewiß mit Wohlwollen Euch in seinen „Schooß, wie den verlorenen Sohn, aufnehmen „wird, wie solches Euch wünschet. Euer Alexander. „Petersburg, den 16. Oktober, 1840." — Dieser in seiner Art merkwürdige Aufsatz ist hier verschiedentlich beurtheilt worden, denn man kennt diesen Herrn Alexander hier noch gar nicht und weiß nicht recht, was er mit demselben bestellen wollte, das Qm pro Quo scheint jedenfalls etwas verdächtig zu sein, vielleicht galt die Empfehlung der Rechenmaschine einem aydern, der hier mit Subscriptionen auf eine Rechentafel herumgeht. Wie wir hören, soll gegen unfern Bericht über Herrn Stern in No. 35 Ihrer Zeitung nächstens ein Aufsatz hier in polnischer Sprache erscheinen. Es wird uns freuen, diesen Gegenstand hier öffentlich angeregt zur Besprechung gebracht zu sehen. Die Schweiz. Basel, 5. Nov. (Privatmitth.) Es ist in diesen Blättern, bei Gelegenheit einer Druckschrift schon einmal auf den Un- und Wahnsinn eines gewissen Albrecht aufmerksam gemacht worden, der, ein Christ aus Altenburg, sich an das Judenthum herandrängt, und die verworrensten Gedanken hineinklaubt, z. B. Europa sei Kanaan, der Kaukasus der Libanon ff. Jetzt ist er in der Schweiz als Judenmessiaö aufgetreten, und namentlich in St. Gallen hält er viele Predigten. Er hat sich bereits lithographftm -lassen, er tragt einen langen weißen Mantel und einen goldenen Gürtel, führt eine Fahne mit dem Worte Jehovah und predigt in den Schenken. Nach seinen Lehren haben die ersten Menschen nicht in Kleinasien, sondern in der Schweiz gelebt, die Schweiz ist das Land Canaan, der St. Gotthard der Berg Sinai, Wilhelm Tell Ismail u. s. w. Vorläufig hat ihm die Polizei untersagt, in seinen unsinnigen Predigten fortzufahren. Merkwürdig, daß er aus einem Lande ist, wo keine Juden wohnen, und nach einem Lande gegangen, wo keine Juden geduldet werden. Das wäre schon ein Gegenstand der Bekehrung! Literarische Nachrichten. Magdeburg, 15. November. Angekommen: *p* D’b/J. Biblisch-hebräisches Wörterbuch mit Angabe cec entsprechenden Synonyme. Bon I. Johlson. Franks, a. M. 1840. fEingesandte Rrcension.) Kann irgend eine Sprache, welche für die ästhetische Schöpfung eine wahrhaft poetische Form, für das religiöse Gefühl einen geist- und herzerhebenden Inhalt und für das historische Forschen eine Schilderung der Vorzeit bis auf die früheste Kindheit des Menschengeschlechtes dacbietet, die wissenschaftliche Pflege unseres Jahrhunderts rechtmäßig in Anspruch nehmen, so kann dieses um so mehr die, genannte Vorzüge besitzende, hebräische, je mehr es in unserer mündig gewordenen Zeit immer dringenderes Bedürfniß wird, die religiösen Wahrheiten, aus den ursprünglichen Quellen selbst rein und ungetrübt zu schöpfen. Es kann deßhalb auch für die Gegenwart in keiner Hinsicht rathsam sein den Unterricht in der hebräischen Sprache aus der israelitischen Religionsschule zu entfernen; da dieses Quellen-Studium, bei dem jetzigen weisen und unweisen Treiben auf dem Gebiete der jüdischen Theologie"), noch nicht als ausschließliche Beschäftigung des Gelehrten betrachtet werden kann, und da eine richtige Methode bei diesem Unterrichte in der hebräischen Sprache sowol die bei demselben öfters wahrgenommene Unlust der Schüler, als auch die von den Lehrern so oft gehörte Klage wegen des Zeitaufwandes bei der stets zunehmenden Masse von Lehr- *) Bloß da.um, Herr Recensent? Redakt.