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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-21 · Heft 47 (21.11.1840) · p. Seite 672

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 47 (21.11.1840)
Date
1840-11-21
Page
Seite 672 (sequence 12)
Language
German
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JTTZ entfaltet ihre himmlischen Blüthen vor dir, und will so deinen geistigen Menschen immer wieder aufrichten über deinen irdischen, und deinen Geist hinaufwenden aus dem Treiben des Lebens, und deine Seele entwölken, daß dein geistiger Mensch ganz sei mit Gott. Du habet ihr zweitens den leiblichen Menschen. Wie, sollte der frei sein? sollte der unbeschränkt und fessellos sein, nicht einmal durch das Gesetz der Natur gebunden, wie ein Thier, das nicht über seinen Instinkt hinausgehl?' Trauriger Jrrthum! Ihm haben wir die welkenden Jünglinge, die Greise sind in der Jugend, zu danken! ihm die schwelgenden Männer, ihm die kraftlosen untergegangenen Seelen, mit abgestumpften Gefühlen, mit geschwächtem Gedächtniß, mit leeren Gedanken, ihm die Pracht- und Tandmenschen, ihm die zerrütteten Vermögensumstände. Der Leib soll nur das Instrument des Geistes sein, dazu sollen wir ihn erhalten, stärken, aber nicht mehr! Das Maaß sollst du halten in allen Leiblichen, enthaltsam sollst du sein, entbehren können, daß das Leben dich nicht überrasche mit Mangel, dein Leib sei dir ein Tempel des Geistes, darum ihn nicht entweihen, und Keuschheit bewahren! Es ist dies eine Kunst, bald leicht, bald schwer. Und in dieser Kunst unterrichtet dich vor allem die Religion Israels. Von Kindesbeinen will sie dich daran gewöhnen, enthaltsam zu sein, und entbehren zu können, und deinen Leib rein und heilig zu halten. Darum hat sie die Speisegesetze verordnet , und deinen leiblichen Genüssen Beschränkung gesetzt. Das Wilde, Thierische, Rohe, Ueppige, und Gräuliche sollst du nicht ausnehmen in den zarten Organismus des erhabenen Menschenkörpers/. daß die Leidenschaft darin nicht genährt werde und verwildere. Blut, Raubthier, Gräuel sollst du nicht verzehren, Zerrissenes, Krankes nicht essen, daß du deinen Leib heilig und rein erhaltest, und entbehren lernest, lernest mäßig und sittig zu sein. Und jede Sittenlosigkeit hat sie dir verboten, jede Unkeuschheit, Blutschande, Ehebruch, und den Verführer und den Unzüchtigen zur strengen Rechenschaft gezogen, solches soll nicht sein in Israel, solches hinweggeschafft werden aus seiner Mitte, auf daß auch der leibliche Mensch, und der Mensch im Leiblichen mit Gott sei, der ganze Mensch Gotte geheiligt sei. Da habet ihr endlich den bürgerlichen Menschen, den Menschen als Mitglied der Gesellschaft. Auch diesen läßt die Religion Israels nicht fahren, auch diesen verläßt sie nicht auf seinen Wegen. Ist es im Handel und Gewerbe? Wie sehr, wie dringend schreibt sie die Gerechtigkeit vor, und mahnet dich an die Rechtfertigung vor Gott. Gerechtes Maß und Gewicht, nicht zweierlei Maß und Gewicht sollst du haben. Du sollst nicht berücken und übervortheilen, keinen Wucher nehmen, kein Uebermaß; die Wittwe nicht auspfänden, den Armen nicht drängen, dem Arbeiter seinen Lohn verreichen. Du sollst keine Bestechung annehmen, kein Ansehen der Person achten, Gerechtigkeit, Gerechtigkeit verfolge, damit du lebest! In Volk und Staat? Bete für das Wohl der Obrigkeit sagen unsre Weisen; sorge für das Wohl des Staates, wohin ich dich führe, Jeremias. Lästre den Fürsten nicht, Moses. Laß dich nicht mit Aufwieglern ein, Salomo. Gehorche dem Gebot des Königs, bei dem Eide bei Gott, Treue, Vatev> landsliebe, Aufopferung für das Heil des Staates verlangt die Religion Israels von dir. Und wenn irgendwo, hier hat sich Israel stets glänzend bewähret. Unter dem blutigsten Drucke, unter den stürmendsten Verfolgungen, war Israel stets ein friedlicher Bürger, ein treuer Unterthan. Theologie. Religiöse Bekenntnisse und Skizzen in freier Form. I. Es ist schon oft, und mit schönen Worten gesagt worden: laut spricht die Natur von Gott und seiner Herrlichkeit; wohin auch das gläubige

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