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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-21 · Heft 47 (21.11.1840) · p. Seite 670

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 47 (21.11.1840)
Date
1840-11-21
Page
Seite 670 (sequence 10)
Language
German
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TF7TF durch die Lüste kreist, könnt' er sein ohne Gott, ohne daß Gott, Gottes Wille, Gottes Schöpferkraft an ihm, in ihm, mit ihm ist? Jenes fühl- und wesenlose Gestein, jener unbestimmte, slatrernde Atom, auch sie können nur mit Gott sein, mit Gottes Willen, und so dieser nicht mit ihm wäre, zerstäubte es in's Nichts, aus dem es ward durch und mit Gott. Wie könnte erst der Mensch, der ein so großes Reich beherrscht, ohne Gott sein? und wenn nicht ohne, muß er nicht mit ihm sein? — Sehet, hier richtet der Mensch sich auf, und raget über den Halm, über den Wurm, über den Aaar, ja über den Weltball weit hinaus. Der Mensch hat ein zwiefaches Dasein, sein bloßes Dasein an sich und sein Dasein in seinem Bewußtsein; jenes bloße Dasein des Menschen kann nicht ohne Gott sein, wie der Halm, der Wurm, der Aar, der Weltball, es zerstiebe in Nichts ohne Gott und Gottes Willen. Aber das Bewußtsein des Menschen, ja — ich zittre es zu sagen, aber es ist so — dieses Bewußtsein des Menscyen kann ohne Gott sein, kann ohne den Gedanken an Gott, ohne Erfüllung von Gott, ohne Erinnerung, ohne Furcht, ohne Liebe Gottes sein, ausgefüllt von sich selbst, vom Irdischen, vom Bosen, kann es sein, und eö ist ach! so oft! — darum sagt die Religion, Mensch, Israelit: '77 „sei mit Gott," deine Seele, dein Geist, dein Bewußtsein sei mit Gott, glaube an Gott, fürchte Gott, liebe Gott, gedenke an Gott, sei erfüllt von Gott, von seiner Ehrfurcht, und seiner Unendlichkeit, von seiner Heiligkeit, hange an Gott, strebe nach Gott! Wie dein Dasein schmachtet nach Wohlbehagen, so schmachte dein Geist nach Gott, wie dein Dasein sinnet aus Lust und Bortheil, so sinne dein Geist auf Gott. Dann bist du mit Gott, wenn deine Lippe spricht von Gott, dein Fuß wandelt nach Gott. Wenn dein Herz zittert in der Wonne Gottes, wenn dein banger Geist aufwärts schwellet in Gott, wenn du deine Sorge, deine Beängstigung versenkest in die Zuversicht auf Gott — dann bist du mit Gott. Und dies heischet die Religion, dazu mahnet die Religion Jsrael's. Vollkommen mit Gott heißt erstens, das ganze Leben des Menschen sei mit Gott! die beiden Marksteine des menschlichen Lebens, Wiege und Grab, sie sollen verbunden werden mit einander durch das Sein mit Gott. Wie du gekommen von Gott, und gehest zu Gott, so lebe stets mit Gott, auf dem ganzen Wege von hier zu dort wandte mit Gott, als deinem untrennbaren Gefährten. Wie meine Freunde? schauet ihr nicht aus dem Lächeln der kindlichen Unschuld, aus jedem Blick, jedem freudigen Aufjauchzen und Jubeln des Kindes, daß es mit Gott ist, unsichtbar und unbewußt? Und ihr, Eltern, sorget ihr nicht, daß der Knabe, das Mägdlein, wie es aufwächst und emporblühet, mit Gott sei, haltet ihr sie nicht an zur Gottesfurcht, lehret und laßt ihr nicht sie lehren von Gott, beten zu Gott, lieben Gott, Weh euch, wenn es nicht so. ist. Und wenn dann der Jüngling, die Jungfrau in's größere wirkliche Leben treten, dann sollen sie sein und schreiten mit Gott, sie sollen keusch und züchtig bleiben bei allen Verlockungen, sie sollen nur zum Guten und Gedeihlichen anstreben bei aller Hemmniß und Gefahr, sie sollen ihren Gott im Herzen bewahren, damit er sie bewahre vor allem Bösen. Das Fürchten des Vaterherzens, das Zittern des Mutterhcrzcns, es saget euch, daß sie dies sollen! Und wie ist der Jüngling, die Jungfrau geschmückt, wenn sie mit Lugend und Gottgefälligkeit geschmückt sind, und wie sind sie welk und falb, zerblättert und zerrissen, so sie es nicht sind, und ihren Gott und ihre Lugend verloren! Und der Mann? und das Weib? in den Kämpfen und Stürmen, in den Mühen und Leiden, in den Genüssen und Vortheilen des Lebens, sie müssen mit Gott sein, so es wahrhaft gelingen soll, sie müssen Gerechtigkeit und Frömmigkeit immerfort sich erhalten, so sie ihr Ziel erreichen, ihren Zweck erfüllen wollen. Fraget doch nach bei den Menschen, wer gelobt, geachtet wird: ob der Schlemmer oder der Enthaltsame? ob der Gerechte oder der Falsche? ob der Hartherzige oder Mildthätige? ob der Gottesfürchtige oder der Lästerer? Alle gehen, aber wohin kommen sie? Nur der an's schöne Ziel, der mit Gott gehet. Und wenn die Lage kommen, von denen man spricht, sie gefallen mir nicht, wenn der Mensch nach vorn sinkt und in sich zusammen, und in's Grab sich neigt — was hält da aus bei uns, als mit Gott zu sein? Was ist verächtlicher, als ein gottloser Greis? Was hülfloser, stützeloser als ein sündiges graues Haupt? Was aber ehr-

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